Story (1,5 P):
„Horrifying shocker as a biological experiment
goes haywire when meat-eating mutant roaches invade an island community,
terrorizing a peaceful New England fishing village and hideously butchering its
citizens.”
Da ich momentan in Trash-Laune bin, bot sich der Film dank seiner
klassischen Storyline geradezu an, um einen Filmabend in Blut und Effekten
zuzubringen. Leider ging mein Vorhaben nicht ganz auf, denn der Streifen ist
schon ziemlich Kacke; unterhalten kann er aber trotzdem… ein bißchen. Zwar eher
auf peinliche und unfreiwillig komische Art, als auf professioneller Ebene,
aber was soll´s… unterhalten ist man, wenn die Zeit vergeht.
Zu Beginn machen die Schauspieler und auch deren Figuren einen soliden
bis guten Eindruck. Mit einem voranschreitenden Verlauf des Films ändert sich
dies allerdings; und zwar nicht zum Besseren. Ab ungefähr der Mitte des Films
gesellt sich eine „Wissenschaftlerin“ zum Ensemble, deren Schauspielerin die
leicht durchgeknallte Ader der Figur nicht nur anreisst, sondern mit peinlichem
Overacting freien Lauf lässt. Eben jene Performance scheinen sich zu diesem
Zeitpunkt ein paar ihrer Kollegen als Beispiel genommen zu haben und eifern ihr
auf nicht minder peinliche Art und Weise nach.
Desweiteren begeht das Script einen folgenschweren Fehler. Nach recht
kurzer Zeit gehen ihm die Sympathieträger flöten, denn die Hauptfigur geht
seiner durchaus netten Freundin direkt erstmal fremd und als dieser später
seine Ex tot in einem Kühlraum vorfindet vergießt er keine Träne. Ab diesem
Zeitpunkt ist der Zuschauer ziemlich allein gelassen mit der Wahl seiner
Bezugsperson. Es stehen zur Auswahl: fremdgehender Sheriff, leicht bitchige,
verführerische Ex-Freundin in häßlichem 80s Outfit, durchgeknallte
Wissenschaftlerin mit Frisur aus Terminator 1 importiert, nerdiger
Insektenjäger auf Motorroller und ein alter Vater, der Dreck am Stecken hat.
Und hier tut sich nun schon das nächste Problem auf. Der Film scheint garnicht
mehr Figuren zu besitzen, auch sieht man überraschend wenig Extras rum laufen.
Es entsteht sehr schnell der Eindruck, dass diese Insel nicht mehr als 5-6
Einwohner besitzt, nur aus 2-3 Häusern besteht und nicht viel größer sein kann,
als ein Parkplatz von Aldi.
Ein weiteres Indiz dafür sind auffallend schnelle Szenenwechsel dank
schlechter Schnitte, die so manchen Charakter auf beeindruckende Weise fast
teleport-artig von A nach B schicken – (mit schlechtem holländischen Akzent und
weiblicher Stimme) „Eben noch bei uns im Leuchtturm, jetzt in unserem
Wohnzimmer“.
In diesen Mix aus cineastischen Fehlentscheidungen wird noch eine
Kakerlaken-Metzel-Montage mit der wohl unpassendsten Musik der Filmgeschichte
eingestreut, auf Film- und Logikfehler wird großzügig keine Rücksicht mehr
genommen und so erweist sich z.B. ein Feuerlöscher plötzlich als effektiv gegen
die Plage, obwohl zuvor nur eine Überdosis an tödlichem Insektizit hilfreich
war und der Film schwankt zwischen unfreiwillig peinlich-blöde, krampfhaft-witzig
und auf Teufel-komm-raus-spannend hin und her.
Jedoch kann The Nest mit seinen zum Teil sehr blutigen Effekten
trumpfen, insbesondere zum Ende hin wird nochmals kräftig an der
Splatterschraube gedreht (stark an The Fly und Carpenter´s The Thing
angelehnt), der Spaßfaktor ist hoch, die Grundidee der Story unterhaltsam blöde
und ob nun unfreiwillig komisch oder nicht, der Film macht an ein paar Stellen
lang Spaß und kann dezent unterhalten – klassischer Scheiss für Nebenbei.
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