Freitag, 25. Oktober 2013

Evil Dead – Remake (Blu Ray)






ACHTUNG: Nur die Spio/JK Version ist ungeschnitten. Die FSK 18 Fassung ist geschnitten. Hände weg von dieser!
Die Spio/JK Fassung ist 100%ig identisch mit der ungeschnittenen R-Rated Version aus den USA. Eine Unrated Version ist momentan weder offziell auf Blu Ray oder irgendeinem anderen Medium angekündigt, noch in irgendeiner Art und Weise erschienen.

Story/Film (5 P):
Ich fange einfach mal mit dem Fazit an…
Fazit: Evil Dead von 2013 ist genau das, was der Original The Evil Dead, seiner Zeit in den 80ern war.

Das Remake hat alles (!) richtig gemacht – Punkt.
Es bedarf keines Ashs´. Niemand, außer Bruce Campbell wäre hier in Frage gekommen die Figur zu spielen und so muss der logische Schritt gegangen werden und die Figur „Ash“ darf nicht auftauchen. Außerdem war die Figur im Original bei Weitem nicht so einmalig und wurde erst ab Teil 2 zum wohlverdienten Kultcharakter.
Es bedarf auch keines Bruce Campbells´ vor der Kamera, denn dann wäre ja Ash wieder dabei. ABER... schaut den Abspann zu Ende. Wir Bruce Campbell Jünger kommen doch noch auf unsere Kosten und wer weiss… ja, wer weiss… vielleicht wird´s ja im nächsten Evil Dead…
Es bedarf auch keinerlei Witze oder Slapstik. Das Original hatte dies auch nicht. Das fing erst mit The Evil Dead 2 an.
So viel dazu!

Ein paar Stimmen wurden laut, die sich über den ein oder anderen blassen Charakter muckieren, die Story nicht ausreichend finden und der Meinung sind, dass das Remake nur auf Gore und Gemetzel rumreitet. Okay… das mag eventuell zutreffen. Aber ich frage mich, ob diese Personen das Original überhaupt schon einmal gesehen haben.
Schauspielerisch gewinnt das Original nämlich bestimmt auch keinen Blumentopf, die „alten“ fünf Freunde sind ebenfalls nicht sonderlich originell, benehmen sich außergewöhnlich intelligent oder zitieren Goethe. Die Story ist simpel und gesplattert wird für damalige Verhältnisse nicht zu knapp und äußerst exzessiv.

Also… das Remake transportiert all das einfach ins 21. Jahrhundert, baut die Story sogar noch etwas aus, macht dies durchaus geschickt und auch für Kenner der alten Teile interessant, setzt in Bezug auf Gore und Gesplatter neue Maßstäbe und schockiert, wie das Original zu seiner Zeit. Atmosphäre büßt der Film dank seiner superben Kameraarbeit und stimmungsvollen Ausleuchtung zu keiner Sekunde ein, Spannung ist definitiv vorhanden und wenn diese einfach nur aus Schauder und Ekel vordem besteht, was dem nächsten armen Opfer alles zustoßen könnte – es funktioniert.
Oben Geschriebenes soll nun nicht darauf hindeuten, dass alle Figuren farblos sind. Nein! Jedoch dienen zwei der Charaktere in der Tat für nicht mehr, als ein Opferlamm-Dasein. Schauspielerisch liegt alles im Grünen Bereich, Jane Levy als Mia ist großartig, der Rest geht vollkommen in Ordnung und zum Ende wird unter Garantie mit gefiebert.
Die technische Umsetzung ist perfekt, anders kann man es nicht ausdrücken. Die Kameraarbeit und Ausleuchtung habe ich ja bereits erwähnt… die Musikuntermalung ist nicht minder gelungen und die Effekte sind einfach nur atemberaubend! Kein CGI – Oldschool geht´s hier zur Sache. Und wie es zur Sache geht… Ich habe ja schon viel gesehen, aber mein lieber Scholli… Evil Dead zeigt´s allen. Was hier an Blut, Körperteilen, Wunden, Goo´n´Guts zelebriert und abgefeuert wird, läst Filme wie High Tension, Frontier(s), Inside u.v.m., wie eine Rauferei unter alten Freunden aussehen. Dass es sich bei der Kinoversion lediglich um die R-Rated Fassung des Films handelt, möchte man kaum glauben. Die Unrated Version wird´s kaum brutaler, blutiger oder detaillierter aussehen lassen – aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen…



Das Remake ist keine 1:1 Kopie. Das sollte noch erwähnt werden.
Es bedient sich selbstverständlich vieler Dinge. Die Grundstory und Ausgangssituation ist dieselbe und vieles gleicht dem Erstlingswerk. Aber es erweitert die Story an ein, zwei Stellen geschickt, bringt hier und da eine nette Kleinigkeit neu dazu, scheut sich nicht eine „alte“ Idee oder Szene an anderer Stelle leicht abgeändert einzubauen, greift auch mal in den Evil Dead 2 Pott und so zur Kettensäge und bricht im späten Mittelteil mit einer Sache (ich spoiler bewusst nicht), die dazu dient den weiteren Verlauf auch für Kenner des Originals nochmals interessanter, neu und spannender zu gestalten.
So hält Evil Dead das Pacing konstant hoch, zieht die Spannungsschraube eindrucksvoll immer weiter an und gipfelt sich schließlich in einem Grande Finale mit der Geschmacksrichtung „Extra, Extra, Extra Blutig“.

Genau so (!) soll ein Terror-Horror-Splatter Film und ein The Evil Dead Remake aussehen und sich anfühlen.

Der vielleicht erste Film, der all seine reißerischen Sprüche und die damit verbundenen Versprechungen auf dem Werbeplakat zu 100% einhält und erfüllt.

Danke, Bruce!

Das waren meine Worte nach der ersten Sichtung im Kino. Nun, da ich nicht umher kam den Film doch auf Blu Ray zu kaufen und ich nochmals gesehen habe, kann ich die obigen Zeilen nur bestätigen und werde daran auch nichts ändern.

Nur ein wenig will ich noch schnell ergänzen:

Die Effekte sind nicht 100% frei von CGI. Da war ich etwas vorlaut. 90-95% Oldschool, der Rest ist digitales Upgrade.
Des Weiteren muss ich sagen, dass der Film auch bei seiner zweiten Sichtung nichts an Stimmung und Atmosphäre eingebüßt hat. Selbst die Terror-Gore-Sequenzen funktionieren, obwohl man weiss was passiert, immer noch hervorragend. Es liegt wohl einfach an der kompromisslosen und sehr graphischen Darstellung des Ganzen – man kommt nicht umher in irgendeiner Weise mitzufühlen und/oder mit zu fiebern. 


P.S. Eigentlich wollte ich warten bis die mehr oder minder angekündigte Unrated Version erscheint. Diese und/oder ihre offizielle Ankündigung lassen sich aber für meinen Geschmack etwas zu viel Zeit. Außerdem ist die Kinoversion einfach spitze, die Unrated Fassung soll im Grunde nur ein paar Frames mehr Gesudel beinhalten und wer kann schon sagen, ob nicht zusätzlich Dialog- und Charakterszeneneingebaut werden, die dem Pacing schaden und eine „extended/unrated“ Version im Endeffekt den Film verschlimmbessern?!
Von daher kann ich momentan diese Fassung nur blutigsten Herzens empfehlen und spreche eine uneingeschränkte Empfehlung für diese Blu Ray aus.

Bild (5 P):
Aufgerundete 5 Punkte.
Das Bild ist nahezu perfekt. Ein paar ganz wenige Einstellungen mögen minimal weicher wirken als der Rest, ein paar ungewollte, aber im Gesamten nicht gravierende Fokusfehler treten auf und in ein, zwei sehr kurzen Einstellungen ist das Bild etwas verrauscht.
Davon abgesehen bekommt der Gorehound und Gänsehautfanatiker ein astreines, stabiles, scharfes und zur Freude aller Zartbesaiteten Zuschauer auch extrem detailreiches Bild geboten. Besonders Nahaufnahmen präsentieren sich in ungeschönter und bester Referenzqualität. 


Der Schwarzwert ist kräftig, aber nicht zu dominant, also sehr gut differenziert. Wenn gewünscht erlaubt dieser eine gute Durchzeichnung des Bildes. Meistens jedoch sind viele und auch großflächige Bildbereiche in pechschwarze Nacht getaucht. Das ist mit voller Absicht so, dient der Stimmung und der Spannung und geht nicht auf die Kappe eines „schlechten“ Schwarzwerts.
Die Farben sind ebenfalls sehr gut ausgefallen, allerdings im Gesamten herunter geschraubt und der Stimmung angepasst. Das Rot des Blutes ist aber besonders kräftig und dominant ohne dabei jedoch in unnatürliche Töne abzudriften.

Sound (Engl. MA-Audio) (5 P):
Die Teufel tanzen… und machen dabei jede Menge Radau. Der 5.1-Mix macht höllisch Spaß und weist eine sehr aggressive Dynamik auf, die einem das Herz öfters aus der Hose springen lässt. Extrem präzise und lautstarke Schockmomente, die zwischenzeitlich von tollen Umgebungsgeräuschen, wie Regen, umfallende Gegenstände, ein Scharben und Knarzen und sonstigen „klassischen“ Horrorfilmgeräuschen, sowie dem ein oder anderen Schuss aufgepeppt wird.


Die Balance ist gelungen, die Dynamik, wie bereits gesagt sehr aggressiv (ein, zwei Mal hatte ich Angst um meine Boxen) und die Dialogwiedergabe gut verständlich.
Die stimmige Filmmusik bringt sich hin und wieder monströs und stark ein und unterstreicht das Terrorfeeling gekonnt und soundtechnisch ebenfalls sehr eindrucksvoll.

Extras (2,5 P):
Ein Audiokommentar zusammen mit dem Cast, sowie dem Regisseur. Leider ist Bruce Campbell nicht vertreten – sehr schade.
Fünf Featurettes sind auf der Scheibe verhanden, die es insgesamt auf ca. 40 Minuten bringen und als eine Art Making Of verstanden werden können. Besonders informativ sind diese zwar nicht, dafür aber ganz unterhaltsam und die Frage, wieso es im Remake keinen Ash gibt wird ebenfalls beantwortet.


5,0 von 5 - Story   
5,0 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
2,5 von 5 - Extras

94% Gesamtwertung


Player:
Playstation 3

 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Evil Dead – Remake


Kommentare:

  1. Oha! Da warst du schneller. Morgen gibt es eine Bericht zu Evil Dead auf meinem Blog. ;)

    Cooler Beitrag, werde ich gleich mal an meinen Filmfreak zu Hause weiterleiten! :)

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    1. Merci. Vielleicht ist ja dann noch einer meiner Meinung :-D

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  2. Leider bin ich von Evil Dead doch sehr enttäuscht. Vielleicht weil ich einfach mit einer zu hohen Erwartung an den Film gegangen bin!
    Das man schauspielerisch und inhaltlich nicht viel erwarten kann, ist natürlich von vornherein klar. Die Effekte sind zwar handwerklich sehr schön gemacht und haben teilweise auch eine unangenehme Wirkung (Nagelpistole), trotzdem wirkt der ganze Film erstaunlich langweilig und streckenweise unfreiwillig komisch (Finale mit der Kettensäge).
    Ich bin nicht unbedingt der Meinung das früher alles besser war, aber Raimis Evil Dead, hat einfach eine wesentlich bessere Atmosphäre zu bieten und die Splatterszenen sind, trotzdem sie deutlich schlechter sind, härter.
    Vielleicht reißt die irgendwann erscheinende Unrated noch etwas heraus, auch wenn dort wohl nur die Gewaltspitzen geschnitten wurden. Ich glaube es aber ehrlich gesagt nicht...

    PS: Positiv zu vermerken ist auf jedenfall ,das der Film ungekürzt bei uns erschienen ist !

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  3. Ich glaube wir beide haben zwei verschiedene Filme gesehen, im großen und ganzen bin ich in der Regel schon Deiner Meinung, das grandiose Game Of Thrones mal ausgenommen.......aber....
    Ich habe mich riesig auf den Film gefreut und 91 Minuten später dann die Ernüchterung. All das was das Original so faszinierend macht fehlt hier komplett.
    Keinerlei Atmosphäre, null Spannung, einfach eine Aneinanderreihung von Splatterszenen, die zwar perfekt in Szene gesetzt sind, aber irgendwann nur noch ermüdend wirken.
    Die einzige Aufgabe der Schauspieler besteht darin zu zeigen was so ein wütender Dämon mit einem menschlichen Körper anstellen kann, ansonsten ist man vor allem froh, wenn dieser nervige Bruder von Mia endlich abtritt.
    Fazit, der Film scheitert komplett an seinen eigenen Ansprüchen, vor allem die Werbeaussage mit dem schockierendstem Film dieses Jahres ist ein einziger Witz und mag vielleicht auf die Twilight Generation zutreffen, der Rest greift besser zum Original.
    Der einzige Pluspunkt ist die grandiose technische Umsetzung, Bild und Ton sind absolute Oberklasse.

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  4. @Frank @Tobe: Was soll ich sagen??? Ich denke hier liegt´s wohl wirklich im Auge des Betrachters.
    Sicherlich sind die ein oder anderen Dinge generell zu bemängeln (Charakterzeichnung und ein, zwei Figuren), aber das war beim Original auch der Fall.
    Stimmung und Atmosphäre fand ich hervorragend... Geschmackssache, denke ich. Das Original war zu seiner Zeit zweifelsfrei fantastisch einfallsreich, roh, brutal. kompromisslos und auch was Neues... und ist es auch heute noch.
    Etwas wirklich Neues wird meiner Meinung nach sowieso nicht mehr kommen - egal welches Genre. Aber das Remake von Evil Dead ist herrlich kompromisslos, fantastisch blutig und die Stimmung passt aus meiner Sicht nun eben auch. Das, die superbe Leistung von Mia, die Effekte und die handwerkliche Umsetzung, sowie die vielen kleinen Anspielungen auf die alten drei Teile machen dieses Splatterfest zu etwas Besonderem. Man hasst ihn oder man liebt ihn. Ich liebe ihn und ich liebe das Original!

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  5. Eine arg unterschiedliche Auffassung von Horrorfilmen ist immer wieder zu sehen. Was der eine gruselig und atmosphärisch findet langweilt den einen zu Tode und/oder findet es unfreiwillig komisch und umgekehrt. Da gibts eine große Grauzone kommt mir vor.

    Ich zB kann mit diesen neuen Filmen, die die ultrarealistische Effektschiene mit möglichst grausamen Ideen fahren, nichts abgewinnen. Ist mir echt zu krass und da hab ich auch nichts davon. Das kommt mir dann auch immer so selbstzweckmäßig vor: einfach nur möglichst heftig sein, hefitger als die anderen vor allem. Aber das war sicher schon immer so.

    In den alten Hellraiserfilmen (oder auch beim Evil Dead Original) stört mich das komischerweise nicht. Vielleicht weil der extrem realistische Look da eher nicht so war :-), aber es ja schon recht drastische Szenen, vor allem in Teil 2 gibt.

    Feut ihr euch wirklich einen Kringel in den Bauch bei so Szenen wie oben?

    Naja, jedem das seine. Und wenn der Film Mr Stone's Nerv trifft, schön für ihn :-) Geht uns nix an.

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  6. @E.Stein
    Nicht grämen... Wie du ja selbst geschrieben hast, ist es letztlich alles eine Frage des persönlichen Geschmacks und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Außerdem wäre es doch langweilig wenn wir alle das selbe mögen würden:)!
    Und neues wird es wohl wirklich nicht mehr viel geben. Vielleicht ist man nach rund 25 Jahren harter und immer härterer (realistischer) werdener Horrorkost einfach nur übersättigt und langweilt sich deshalb, weil man alles irgendwo und irgendwie schon gesehen hat...

    Dein Blog ist jedenfalls immer unterhaltsam und im Falle von z.B. Indiana Jones auch sehr hilfreich, was eine eventuelle Kaufentscheidung anbelangt!


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