Dienstag, 14. Mai 2013

Star Trek: Into Darkness (Film)



Story/Film (4 P):
Ich bin kein ausgesprochener Star Trek-Fan. Ich kümmer mich nicht darum was in den „alten“ Filmen gewesen ist, ob es dahingehend Diskrepanzen gibt oder ob der ein oder andere Charakter etwas sagt oder macht was aus Die-Hard-Fan-Ansicht „garnicht geht“.
Als Kind und Jugendlicher habe ich die Next Generation leidlich verfolgt, hatte meinen Spaß und finde die Serie immer noch gut. Jedoch habe ich keine Ahnung davon, wer mit wem ein Bündnis hat, wann was wo und wieso genau passiert ist, was mit den neuen Filmen in Verbindung stehen könnte und und und…
Völlig frei von Erwartungen habe ich mich damals auf J.J. Abrams Neuinterpretation eingelassen und hatte eine ganze Menge Spaß.

Unter diesen Voraussetzungen ist Star Trek: Into Darkness eine wirklich gelungene Fortsetzung. Schon lange hat mich ein neuer Film nicht mehr so gut unterhalten, wie es der neue Star Trek über seine gesamte Spielzeit von 132 Minuten getan hat.

Hänger gibt es erstaunlicher Weise keinen einzigen, die im vergangenen Star Trek neu interpretierten Figuren bleiben sich treu, jeder Charakter hat seine Daseinsberechtigung und genügend Screentime, der Film ist in sich stimmig und schlüssig, die Dialoge sind fantastisch, wirken frisch und besitzen perfekt getimte Punchlines und die Umsetzung in Bezug auf Effekte, Design, CGI und Action, sowie der Filmmusik ist genial.

ABER… jajaja; immer das „aber“. J.J. Abrams´ Star Trek Erstlingswerk gefiel noch ein Stückchen besser. Dieser wirkte dramatischer und aufgrund Spocks Geschichte um dessen Verlust seines Heimatplanten und seiner Mutter auch persönlicher und epischer.
Ähnlich wie im „ersten“ Film konzentriert sich der Großteil der Charakterszenen und –entwicklung auf Kirk und Spock, spielt perfekt mit deren Stärken und Schwächen und treibt deren Beziehung gekonnt voran. Die restlichen Figuren bleiben abgesehen vom Bösewicht etwas blass, wurden aber im letzten Film bereits vorgestellt, ins neue Star Trek Universum eingeführt und können nun ihre Stärken ausspielen. Dies findet größtenteils in Form von maßgeschneiderten und intelligenten Witzen statt. Evtl. nehmen die Späße minimal Überhand und rauben somit mancher dramatischen Szene etwas die Ernsthaftigkeit; das mag sein, gefallen hat es mir dennoch. Die Grundstimmung von Into Darkness erschien mir etwas leichter, als die des Vorgängers. 
Fans von Simon Pegg werden es dem Film jedoch sehr, sehr schnell verzeihen. Und Fans von 80er-Kult-Ikonen kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten, das steht fest. Peter „Robocop“ Weller is back – atemberaubend, kultig und mit vielen tollen Sprüchen ausgestattet, legt der charismatisch ausschauende Darsteller ein Comeback auf der großen Leinwand hin, wie es sonst nur Schauspieler in Tarantino-Filmen schaffen.
Ich habe nur das „… or there´ll be trouble“ vermisst und ich wäre aufgestanden und hätte applaudiert.

Storytechnisch leistet sich Into Darkness keine Patzer. Die erzählte Geschichte ist interessant und in sich stimmig, jedoch weniger persönlich, als im Vorgänger. Zu Beginn erscheint sie sehr geradlinig, weiss aber dennoch zu gefallen und zu unterhalten. Im weiteren Verlauf gewinnt diese an Fahrt und Dramaturgie, die Action kommt nicht zu kurz und kann den Zuschauer durchgehend fesseln, allerdings sind die Twist und Turns und Rettungen in letzter Sekunde etwas konstruiert und aufgrund vorausgegangener Szenen ersichtlich und weniger überraschend, als es die Macher gerne hätten – aber wenigstens sind sie nicht an allen Haaren herbeigezogen.
Damon Lindelof, von dem ich kein Fan bin, scheint sich zurückgehalten zu haben oder wurde einfach durch J.J. Abrams und das Team gedrosselt. Ich kann somit lindelof´sche Entwarnung geben!!!

Kurz möchte ich noch auf die Kameraarbeit zu sprechen kommen. Es herrscht weniger Lenseflare, als im „ersten“ Teil, dafür sind die Fokusunschärfen nach wie vor vertreten; zum Teil sehr stark – schade. Der visuelle Stil ist somit nahezu unverändert und konnte seine Mängel (Fokusfehler und leichte Doppelkonturen aufgrund des Lenseflare) nicht ausmerzen.

Fazit: Tolles und äußerst unterhaltsames Sci-Fi-Abenteuer mit einer soliden Story, fantastischen und liebenswerten Figuren, viel Witz und Charme, superber Action, klasse Dialogen, bombastischer Musik, perfekten Effekten, brachialem Sound und zackigem Pacing – und Peter Weller! Wer den Vorgänger mochte wird mit diesem Teil auch seine Freude haben.

P.S. Ich schwanke immer noch zwischen 4 und 4,5 Punkten und werde mir die Freiheit rausnehmen, zum Blu Ray Review nach Erscheinen der blauen Scheibe und erneuter Sichtung diesen Spektakels die Punktevergabe ggbfs. zu ändern.

Kommentare:

  1. Schönen Dank für die Bewertung, freut mich das er Dir so gut gefallen hat. Mir gefiel schon der erste
    Teil, somit wandert der 2te dann auch in die Sammlung, ohne vorher auszuleihen.

    Gruß Georg

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  2. Haha, angeblich schreibst du harte Kritiken aber hier findest du keine Storyfehler? Der ganze Film war ein einziges Logikloch.

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  3. @anonym (2): ich würde eher sagen, ich schreibe ehrliche kritiken. Evtl. schieße ich auch bei ein paar bewertungen über´s ziel hinaus... das mag sein.

    aber man muss auch wissen, wann´s mal gut ist.

    im falle von j.j. abrams´ star trek relaunch, ein/e film/serie, die mit außerirdischen wesen jongliert, zeitreise-themen anspielt (der erste teil), übertriebene action hat, in einer nicht weiter definierten zukunft spielt, sich selbst nicht allzu "ernst" nimmt und gerne ausgeprägte comedy-elemente einbaut, denke ich, dass logiklöcher weniger aufmerksamkeit verdienen, als beispielsweise nolan´s the dark knight rises - ein film der so gerne ernst sein will und superhelden von einer glaubwürdigen, realistischen seite zeigt und sein geschehen in einer möglichst authentischen, in der "realität" verankerten welt stattfinden lässt.

    zurück zu star trek: into darkness - logikfehler gibt´s bestimmt genügend (alleine kirk´s und khan´s weltraumflug und landung/einflug durch die kleine luke oder aber die übertriebenen sprünge und körperliche agilität zu beginn und ende des films, das aufschlagen auf die wasseroberfläche oder dass die Über-Enterprise die ausgetauschen waffen nicht orten kann und und und), aber "in sich" ist der film stimmig. da stören mich die paar fehler ehrlich gesagt weniger und auch die twists und turns, die man hat kommen sehen, schmälern den spaß nur leicht.

    ich bin der meinung, dass das was ich im fazit geschrieben haben, das ist was star trek: into darkness auszeichnet und was beabsichtigt war.

    Desweiteren bin ich KEIN trekkie. ich habe einige der alten filme zwar gesehen, muss aber auch sagen, dass ein paar wirklich schlecht sind. wenn entsprechende fehler/ungereimtheiten/brüche mit dem star trek universum daher rühren und die relaunchs somit für alte fans katastrophal sind, ist das okay und verständlich.

    für mich (und ich mach mich schon auf böse mails gefasst) startet star trek gerade zum ersten mal richtig durch.

    und bevor jetzt statements kommen, das ich ein j.j. abrams- und lindelof-jünger sei, möchte ich diesen direkt entgegenwirken - das bin ich nicht!

    folgenden satz bitte nicht allzu ernst nehmen oder als ausgesprochene beleidigung auffassen, wer aber einen kommentar mit "haha" beginnt, sollte aber auch in der lage sein den konter zu verkraften...
    wenn man jeden film auf seine storyfehler und logiklöcher untersuchen würde, sollte man sich ein anderes hobby/faible suchen, denn man würde nichts anderes mehr machen und keinen film genießen können.
    och... war doch garnicht so schlimm ;-)

    wenn ein film "in sich" aber so verquert ist, dass man die fehler suchen geht hat er versagt, weil er mich den zuschauer nicht fesseln konnte... das wiederum liegt oft am betrachter selbst, an der einstellung zum genre, an den erwartungen zum film, etc.

    man könnte ewig diskutieren...

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