Sonntag, 21. Juli 2013

A Good Day To Die Hard (Blu Ray)



Die BD bietet beide Schnittfassungen (Kinofassung & Extended Cut) in HD !

Story/Film (2 P):
Da ist er nun also… der neue Die Hard. Gut, dass es draufsteht, man hätte sonst meinen können, irgendeinen dahergelaufenen Actionfilm vor Billig-Ostblock-Kulisse zu schauen, in dem rein zufällig Bruce Willis mitspielt.
Vielleicht wäre es aber auch besser gewesen, wenn kein Titel draufgestanden hätte. Dann wäre evtl. noch ein solider Krawallfilm draus geworden… Tat´s aber nicht und so hört dieser Stinker nunmal auf denselben Namen, wie seine Vorgänger und muss sich in Bezug aufs Franchise ganz weit hinten anstellen.
Wieso? Viele Stimmen sind laut geworden, dass sich der neueste Stirb Langsam einfach nicht nach Stirb Langsam anfühlen soll. Aber wieso?
Gründe hierfür gibt´s, wie schelchte Leistungen von Halle Berry oder Argumente, Renée Zellweger nie wieder vor die Kamera zu lassen. 

Zunächst einmal wäre da das Setting. Russland. 
Was hat Russland bitteschön mit einem Stirb Langsam Film zu tun? Genau - Garnichts!
Es passt nicht, fühlt sich aufgrund der Kameraarbeit und Farbgebung auch noch billig an, obwohl eigentlich Potential da war.
Das bringt uns zum nächsten Punkt. Die Kameraarbeit. 
Was war das denn??? Erstmal stört das 1,85 Verhältnis. Alle bisherigen Teile lagen im Cinemascope vor und hatten einen hochkarätigen Look. 
Der neue Die Hard schwenkt, wackelt und zoomt sich einen ab, als bekomme er für jede Bewegung eine Belohnung. Wann lernen die Regisseure und Kameramänner/frauen wieder, dass das Wort Bildkomposition seine Daseinsberechtigung hat und ältere Filme eine lange Drehzeit hatten, weil man sich Mühe gab? Aber eine gute Stelle gibt´s dann doch. Die Kamerafahrt zum Ende des Showdowns in Zeitlupe.
So viel zum größten, technischen Manko.
Als seien die beiden o.g. Kritikpunkte nicht schon schlimm genug, wurde John McLane zum Teil nachdenklich, fast schon melancholisch gezeichnet, blüht erst zum Ende hin etwas auf und bringt, wenn überhaupt einen guten Spruch im gesamten Film. 
Was ist aus unserem Sprüche klopfenden, mit Galgenhumor gesegneten Actionhelden geworden, der auch in den unpassendsten Momenten noch den einzig passenden Spruch raushaut? Nichts, weg, vorbei, over and out, das war´s…
Dafür bekommen wir aber nun seinen unsympathischen Sohn zu Gesicht, der im Grunde garnichts kann, außer störrisch und mürrisch zu sein, am Ende aber um seinen Daddy ruft und alles wieder heile macht – ach wie toll…
Es scheinen sich auch alle Wortgefechte nur zwischen Vater und Sohn abzuspielen. Papa meckert über Sohnemann, wie undankbar er doch ist und Sohnemann meckert über Daddy, der nie da war – wie originell. Wie originell und vorallem abwechselungsreich, wenn man es über knappe 100 Minuten tot reitet. Alle Dialoge im Film bewegen sich auf unterstem Durchschnitt und bieten kaum gute Momente.
Kommen wir nun also zur Action. Da gibt´s einmal die extrem (!) überlange, ausgedehnte, hanebüchende Verfolgungsjagd und… ja… was denn noch…??? Ist nichts hängen geblieben, außer der ersten Actionsequenz, die nie enden wollte und der Helikopter-Fight zum Showdown. Dazwischen gibt’s Standardware, Einheitskost, nichts, das wirklich von Belang ist.
Nicht von Belang ist auch die Story. Wenn man dies überhaupt so nennen darf. Ich würde es eher als Ausgangssituation und darauffolgender Schnitzeljagd bezeichnen, die eigentlich keine ist, kaum bis keinen Sinn macht, etwas Ballerei miteinander verbindet, sowie einen müden Twist in Petto hat.
Und wenn wir schonmal dabei sind… was war das denn für ein Gegenspieler??? Da hatten wir Alan Rickman, Jeremy Irons, William Sadler und Timothy Olyphant, welchen ich persönlich ganz okay fand, und nun haben wir… wen??? Genau! Keinen Wirklichen, nichts Richtiges, eher was Halbes, garantiert nicht Ganzes, einfach mal dahingekotzt.

Nach so viel Negativkritik muss ich aber eine Sache zugeben. Auch wenn die Verfolgungsjagd viel zu lange war... sie hatte ihre Momente, war aber einfach nervig und über weite Strecken unspektakulär gefilmt.
Als normaler Actioner wäre der Film, trotz all seiner Schwächen noch durchgegangen, da er sich eben die Vergleiche mit seinen Vorgängern nicht hätte gefallen lassen müssen. Dies und die Tatsache, dass ich ohnehin schon nicht mit allzu großen Erwartungen an den Film herangegangen bin, mich dieser weniger stark aufgeregt hat, als beispielsweise Prometheus oder The Dark Knight Rises, bekommt der Stinker immerhin noch 2 Pünktchen.
Das macht ihn zwar noch lange nicht gut, bei Weitem aber auch nicht zu einem absoluten, unübertreffbaren und allerschlimmsten Totalreinfall, obwohl ich diese Meinungen auch verstehen kann.

Fazit: Ein müder Film. Inspirationslos ab Minute 1 mit etwas Krach und etwas Bumm und in der Mitte John McLane, der nicht so recht weiss was er tun soll.

Bild (4 P):
Aufgerundete 4 Punkte.
Schwankendes Bild, dass typische Digital-Kamera-Probleme aufweist, wenn man bei dieser den Kontrast boostet. Soll heissen, dass das Rauschen vorallem in dunklen Momenten etwas auffälliger wird, sich gerne auch mal unruhig und verkrisselt leicht in den Vordergrund drängt und minimal Details zu Nichte macht. Diese Szenen halten sich aber bedeckt. Ein generelles Rauschen ist jedoch vorhanden.
Der Schwarzwert ist nicht der allerbeste, hätte besser differenziert sein können und so kommt es in dunklen Bildbereichen öfters zu einem leichten, flächendeckenden Detailverlust, deren Passagen es an Durchzeichnung mangelt.
Ein paar Fokusfehler und leichte Bewegungsunschärfen (sehr selten) machen sich auch bemerkbar. Wäre der Schärfegrad und die Detailzeichnung nicht die meiste Zeit gut bis sehr gut (Referenz in ein paar Nahaufnahmen), wären vier Punkte nicht mehr drin gewesen.
Die Farben sind nachkorrigiert, im Gesamten kühl und etwas trostlos gehalten, wissen aber dennoch zu gefallen.

Sound (Engl. MA-Audio) (4 P):
Hmm… ich weiss nicht. Vielleicht gehe ich etwas zu hart mit dem Sound um, vielleicht aber auch nicht.
Es scheppert und wummst, es dröhnt und es ballert was die Boxen hergeben, der Bass darf auch zulangen, die Dialogwiedergabe ist gut, hätte aber etwas präziser sein dürfen und der 7.1-Mix erweckt den Eindruck ein Actionspektakel par excellence zu sein.
Ist er meiner Meinung nach aber nicht.
Er ist einfach zu eintönig, bietet nur wenige Passagen, die im Ohr und der Nachbarschaft hängen bleiben und während zwei, drei Klang- und Krawallspitzen scheint er sich selbst zu drosseln und zu beschneiden.

Extras (4 P):
Es gibt zunächst einmal beide Versionen des Films (Extended- und Kinofassung) in HD. Außerdem befindet sich ein einstündiges Making Of auf der Scheibe, 14 Minuten Deleted Scenes, ein kleines Making Of zur Verfolgungsjagd (ca. 26 Minuten) und diverse, kürzere Videofeatures, die es insgesamt abermals auf ca. 30 Minuten bringen.


2,0 von 5 - Story   
4,0 von 5 - Bild 
4,0 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

63% Gesamtwertung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: A Good Day To Die Hard


3 Kommentare:

  1. Oh ja, was hab ich mich im Kinosessel vor seelischer Qual gewunden.
    Fand den 4er ja schon scheiße und wurde zum 5er genötigt.

    SO einen dummdreisten Scheiß hab ich schon lang nicht mehr gesehen, wollte ich auch nicht mehr.
    Diese Hirnlos-Action kann ich einfach nimmer.

    Ein Zitat von McClane Jr. wird mir immer in Erinnerung bleiben, weils den Film perfekt beschreibt:
    "Ich dachte wir gehen einfach wild ballernd da rein!"

    AntwortenLöschen
  2. @a b: An den Spruch kann ich mich auch noch erinnern. Mit einer der einzigen, an die man sich erinnern kann, weil er eben so furchtbar blöde und "auf den Punkt" ist, wie du´s schon so treffend ausgedrückt hast.

    P.S. Ich fand den vierten aber weniger Scheisse, als viele andere. John McLane war da noch John Mclane, hatte seine Sprüche (und was für welche...), der Sidekick ging noch in Ordnung, war ja eher der Side-Prügeknabe, die Action sah super aus (auch wenn diese übertrieben war; das war sie immer schon) und den gegenspieler mag ich persönlich ganz gerne sehen (deadwood und neuerdings justified).

    die hard 1: 5 P
    die hard 2: 4,5 P
    die hard 3: 4 P
    die hard 4: 3,5 P
    die hard 5: kotz!

    so sieht meine reihenfolge aus.

    AntwortenLöschen
  3. Der letzte Teil war wirklich eine absolute Enttäuschung.
    Ich hab mich den gesamten Film über gefragt was da gedreht wurde!
    Von Beginn an war Willis nur ein Nebencharakter und das in einem Stirb Langsam!!!
    Miesester Teil nach Teil 3.

    AntwortenLöschen