Sonntag, 25. November 2012

Game of Thrones: Die komplette erste Staffel (Blu Ray)



Game of Thrones: Die komplette erste Staffel (Blu Ray)

Story (2 P):
Eher schlechter Durchschnitt. Warum? Ganz einfach. Die Serie macht 2, meiner Meinung nach gravierende Fehler. Der erste ist, dass in den ersten 10 Minuten ein Grundton vorgegeben, jedoch bis Episode 8 nicht wieder aufgegriffen wird. Es wird die ganze Zeit von Riesen, Ghoules, Drachen, etc. gesprochen, zu Gesicht bekommt man jedoch gar nichts (SPOILER: okay...in den letzten 5 Minuten schon).
Der zweite, allerdings weit größere Fehler, liegt darin, dass es die Serie auf unerklärliche Weise schafft, beinahe alle Charaktere (mit Ausnahme von vielleicht 2 Personen) absolut verachtenswert oder nicht liebenswert darzustellen. Entweder handelt es sich um einen Verräter, einen Heuchler, ein dümmliches Bübchen, einen unentschlossenen Möchtegern ohne Mumm in den Knochen, einen einfach Unsympathischen oder öfters auch alles auf einmal. So fühlt man sich als Zuschauer zu keiner Person hingezogen und die evtl. ganz interessante Story zieht in gemächlichem Tempo an einem vorbei ohne, dass es den Zuschauer weiter interessiert. Das können leider auch die unzähligen blanken Brüste und Gewaltdarstellungen nicht kaschieren. Schauspielerisch ist hier auch alles vertreten; soll heissen von wirklich gut bis hin zu total überzeichnet und schlecht, so dass beinahe Fremdscham aufkommt.

Bild (5 P):
Das ist eigentlich auch schon das einzig Gute an Game Of Thrones. Hier stimmt alles; auch in der Hinsicht, dass man die ganze Zeit die Perücke von Sean Bean am Haaransatz deutlich erkennen kann.

Sound (Engl. MA-Audio) (3 P)
:
Nur Durchschnitt. Zwar liegt alles im 5.1 Master Audio vor, macht aber eher selten davon Gebrauch. Im Gesamten ist der Sound schön klar und verständlich und auch der Bass bekommt sporadisch etwas zu tun, jedoch hätte man hier deutlich mehr machen können. Viele Möglichkeiten nette Umgebungsgeräusche einzubauen, werden verpasst oder nur im Ansatz ausgeführt. Eine richtig räumliche Klangkulisse kommt in nur sehr wenigen Szenen auf. Schade.

Extras (3 P):
Kann ich keine Angaben zu machen. Wollte nicht noch mehr Zeit mit dieser Serie verschwenden. Somit wertfreie 3 Punkte.


2,0 von 5 - Story 
5,0 von 5 - Bild
3,0 von 5 - Sound
3,0 von 5 - Extras

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Game of Thrones: Die komplette erste Staffel


Kommentare:

  1. 2. Meinung zu "Game Of Thrones - Staffel 1"

    Game of Thrones ist im Grunde so, wie ich mir "Herr der Ringe" wünschen würde.
    Humorlos, hart und mit einem derart pessimistischen Grundton, dass es mir ironischerweise
    die Freudentränen in die Augen treibt.
    Damit traut sich die Serie was, was man kaum zu sehen bekommt.

    Gerade die Kritikpunkte von Mr Stone lege ich als Stärken aus:
    Die Menschen sind eben Menschen, machen Fehler, haben Zweifel, sind nur auf den eigenen Vorteil
    bedacht und machtsüchtig - so wie es nun mal ist.
    Genau die Abwesenheit eines absoluten Sympathieträgers/Helden macht die Serie zu einem eher
    seltenen Seherlebnis, auch wenn das wahrscheinlich der Buchvorlage geschuldet ist (die ich nicht kenne).

    Dazu zieht mich die Story um alle vorhandenen Strippenzieher der politischen Ränkeleien absolut
    in den Bann. Die einzelnen Vorgehensweisen sind spannend zu beobachten.

    Ebenso sehr positiv: der autentische Look, hier wurde sehr genau auf die Qualität geschaut.
    Schauspielerisch gefallen mir fast alle Darsteller sehr gut, da alle genügend bis sehr viel
    Wiedererkennungswert und Tiefe (englische Tonspur versteht sich) mit einbringen.
    Vorbelastet durch den 2011er Conan war ich aber leicht genervt von der Figur des Khal Drogo.
    Ob man den so spielen muss - ich weiß nicht.


    Einen Kritikpunkt teile ich jedoch absolut:
    Was soll der erwähnte Auftakt, der von da an - wenn überhaupt - nur noch verbal durch die
    charaktere erwähnt wird? Scheint eine ziemlich weitreichende Vorbereitung auf eventuell folgende
    Staffeln zu sein.

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  2. Danke an "a b" für deine Meinung.

    Bin für jeden Kommentar und andere Ansichten dankbar, solange man seine Kritik mit Argumenten versieht, wie es hier geschehen ist. Gerne darf man sich hier im Blog auch etwas künstlich aufregen und Dampf ablassen (tue ich ja auch desöfteren), solange man seine "verbalen Entgleisungen" entweder humorvoll oder aber mit entsprechenden Argumenten für Andere nachvollziehbar gestaltet.

    Hasstiraden von dümmlichen Fanboys werden entweder gelöscht oder es wird zur Belustigung weiter drauf rumgeritten; das entscheide ich von Fall zu Fall.

    Abschließend noch kurz etwas zu GoT:
    Für mich ist es ein absolutes K.O.-Kriterium, wenn es keine Bezugsperson für den Zuschauer gibt. Dies verleiht jedem Film einen Todesstoß, bei einer Serie ist es sogar noch schlimmer, da sie einfach viel länger geht.
    Verstehe die Ansicht, dass man sagt, dass Menschen nun mal so sind. Wenn aber alle so sind...?!
    Selbstverständlich müssen Charaktere/Figuren Fehler haben, damit sie eben menschlich erscheinen (ansonsten bekommt man einen nichtssagenden Captain America), wenn jedoch Alle in irgendeiner Weise Arschlöcher sind, kann ich mich mit niemandem identifizieren, es sei denn ich bin selbst eins :-) und fieber mit Keinem mit. War ich froh, als Sean Bean´s Figur endlich seine dumme Rübe abgeschlagen bekommen hat...

    Und wegen der Schauspielerei...Khal Drogo ist schon peinlich, aber der komische Milchbubi (Bruder der Drachen-Tante) setzt dem Wort Overacting noch die Krone auf und ist unerträglich Scheisse!

    So. Fertig. Jetzt darf jemand anderes.

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  3. Wahrscheinlich ist es ein Vorteil, wenn man neben dem Ansehen der Serie auch noch, und zwar möglichst vorher, die Buchvorlage gelesen hat. Wie "a b" bereits andeutet, ist GoT in vielerlei Hinsicht der Kontrapunkt zum Herrn der Ringe und lotet manche seiner Protagonisten wesentlich tiefer und realistischer aus als dieser. Zumindest muss man keinen dauerweinerlichen Frodo und Deus-ex-machina-Auflösungen in Form von Gandalf oder den Adlern ertragen - was nicht heißen soll, dass ich HdR nicht mag und nicht schon mehrfach komplett gesehen habe, nur bei Frodos Reise durch Mordor skippe ich mittlerweile...

    GoT hingegen ist keine Saga oder kein Legendenepos wie HdR, sondern zeigt eine realistisch inszenierte, in Krieg und Untergang führende Abwärtsspirale einer ohnehin brüchigen mittelalterlichen Gesellschaft, in der fast alle - mit Absicht oder durch die Umstände gezwungen - sich selbst am nächsten sind, und in praktisch allen Fällen kann man diese Haltung sehr gut nachvollziehen. Es gibt wie im richtigen Leben keine edlen Helden, und auch Schurken haben eine Familie, um die sie sich sorgen. Das Böse ist kein Selbstzweck oder etwas, was das Gute zur Selbstidentifikation braucht, sondern eine Frage der Sichtweise (vgl. "des Einen Terrorist ist des Anderen Freiheitskämpfer"). Dadurch ist GoT so vielschichtig, in den Büchern noch mehr als in der Serie.

    Zu den Darstellern: Neben dem guten Sean Bean ist die Besetzung durchweg glaubwürdig, wenn auch manchmal etwas eindimensional wie Khal Drogo, dem allerdings auch die Bücher keine eigene Perspektive einräumen. Viserys Targaryen habe ich im "wahren Leben" als Charakterzeichnung durchaus wiedererkannt; ich habe schon mehrfach Menschen getroffen oder in den Medien erlebt, deren (im letzteren Fall publiziertes) großartiges Selbstbild vollkommen verschoben ist, von Fakten nicht im geringsten getragen wird und das dennoch von ihnen mit völliger Selbstverständlichkeit vorgelebt wird. Man denke an RTL II-Protagonisten wie Frau Katzenberger oder "die Geissens".

    Und einen Sympathieträger gibt es schon, wenn auch manchmal nicht für alle Zuschauer - Tyrion Lannister, grandios gespielt von Peter Dinklage.

    Die Extras der BD-Box sind eine Klasse für sich und sehenswert. Dies insbesondere, weil sie durch ausgezeichnete Menüdirektzugriffe etc. dem Sehen der Serie eine klare Dimensionserweiterung verschaffen und dem Zuschauer ermöglichen, die vielen Personen und die komplexen parallelen Handlungsstränge klarer zu identifizieren. Auch wird die Welt von GoT (z. B. die Geschichte des Hauses Targaryen) durch die Extras teilweise anschaulicher, als die Bücher es darstellen, da die Bücher notwendigerweise jede Historie nur aus dem Kontext erläutern können.

    Lieber Herr Stein, ich finde Ihren Blog klasse und teile sehr viele Ihrer Meinungen, insbesondere die zu TDKR, aber hier muss ich einfach widersprechen!
    Pit

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  4. @Pit (Anonym): Es wäre ja auch langweilig, wenn jeder alles gleich gut/schlecht finden würde - wo wären dann die hitzigen Dialoge?!?!

    Ich kann verstehen, wenn man GOT gut findet oder es sogar liebt. Für mich jedoch muss eine Serie auch ohne Kenntnis der Bücher funktionieren. Ich will damit nicht sagen, dass die Serie nicht funktioniert, jedoch gehören "klassische" Sympathieträger für mich zu jedem filmischen Werk und Overacting bleibt nun mal Overacting und kann meiner Meinung nach nur in Satiren oder Paraodien eine gewollte und passende Wirkung entfalten - ansonsten ist es peinlich. Vielleicht schaue ich auch einfach zu wenig Fernsehen (nämlich keins) und befinde mich, was peinliches Verhalten angeht heutzutage einfach hinterm Mond...?!

    Aber wie dem auch sei. Jedem seine Meinung. Die zweite Staffel werde ich mir auch irgendwann zu Gemüte führen, wenn man sie mir ausleiht und einen Post dazu verfassen.

    Bei LOTR muss ich uneingeschränkt zustimmen. Erst vor ein paar Tagen habe ich mir die komplette Trilogie reingezogen und habe mich öfters über die Augenbrauen von Frodo und die homoerotischen Dialoge und Neigungen zwischen Sam und Frodo aufgeregt und war öfters verleitet vorzuspulen - das hat in HDR meiner Meinung nichts zu suchen, ist unfreiwillig komisch, regt aber in einem Epos wie HDR nur auf - das soll jetzt bitte nicht schwulenfeindlich ausgelegt werden, danke.
    Vielleicht kommt die nächsten Wochen noch eine Review zur Extended Box.

    Ansonsten vielen Dank für deine Zeilen, die lobenden Worte, den geteilten Hass auf TDKR und die Ergänzung zu den Extras der BDs zu GOT.

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