Donnerstag, 22. November 2012

Act of Valor (Blu Ray)



Act of Valor (Blu Ray)

Story (1 P):
Da ist er nun also. Der nächste Werbefilm der US Armee. Diesmal bekommen die Navy Seals ihr neuestes Propagandamaterial zur Verfügung gestellt und lassen es, wie es sich für anständige Patrioten gehört, auch gleich auf die Zivilbevölkerung los. Na Danke!
Act Of Valor oder Act Of Failure, wie ich ihn ab sofort nennen werde ist eine pseudo-realistische Darstellung wahrer Geschichten – zu mindestens behauptet der Film auf wahren Einsätzen der Seals zu beruhen.

Alles aber auch wirklich alles wirkt, wie eine Mischung aus Soldier Of Fortune: Payback, Call Of Duty: Black Ops und Call Of Duty: Modern Warefare. Dies fängt bei einer Story an, die aufgesetzter nicht seien könnte und mit Szenenübergängen à la Kapiteleinspielungen von Call Of Duty aufgepeppt wurde. In diesen Mix schmeißt man noch ein paar Ego-Shooter-Perspektiven, damit das Offensichtliche noch augenscheinlicher ist und ein paar pseudo-künstlerische Kamerazooms. Wirklich?!?! Was sollen diese vollkommen unangebrachten Zooms durchs Gras? Das ist nichts Besonderes. Und immer wieder die Aufnahmen von Insekten oder einer Spinne, die ihre Beute gerade erlegt. Echt jetzt?!?! Das bezeichnen die Amis also als tiefgründig und erhoffen sich ein Ah-Erlebnis beim Publikum.

„Ey Buddy. Hast du gemerkt, wie tiefgründig, die Szene mit der Spinne und ihrer Beute war? Wir als Seals sind die Spinne und haben die bösen Schurken, diese Insekten, die Maden, diesen Abschaum, in unserem High-Tech-Netz gefangen und es gibt kein, aber auch gar kein Entkommen! Boa ey…wenn das mal nicht Oscar-verdächtig und tiefgründig war. Ey…ich sag´s dir. Kubrick oder wie der komische, alte Typ mit Brille hieß oder der andere, dicke mit Bart…ich glaub der heißt Copolla oder so ähnlich, was wollten die uns denn sagen?!?! Ey mann ey…Spinne und Insekt. Boah. Tiefgründig, Alter! Ich sag´s Dir…TIEFGRÜNDIG!“ – „NEIN! PSEUDO-tiefgründig!!!“

I n diesem Film ist alles „pseudo“. Pseudo-tiefgründig, pseudo-realistisch (dazu später mehr), pseudo-emotional und Pseudo-Schauspieler. Echte Seals, spielen echte Seals. Na Danke. Zwar ist die Leistung für Laiendarsteller okay und schon fast bemerkenswert, wirkt aber stark aufgesetzt – Pseudo-Schauspieler liefern eine pseudo-gute Leistung ab.
Hat man uns in unzähligen Making Ofs und anderen Filmen nicht gelehrt, dass niemand, der eine entsprechende Ausbildung an Feuerwaffen genossen hat, mit dem Lauf nach oben durch Türen und um Ecken geht, sondern den Lauf IMMER nach unten hält ? – schließlich lässt sich ein Schuss in den Kopf weniger gut verschmerzen, als einer in den Fuß. Unsere Navy Seals möchten aber für die Kamera toll aussehen und liefern dementsprechend oft eine pseudo-realistische Darbietung ab.
Auch zum Brüllen ist die Szene in der ein Seal von einer Blindgänger RPG auf seine kugelsichere Weste getroffen wird, umfällt, wieder aufsteht als sei nichts gewesen und seinem sinnfreien Treiben weiter freien Lauf lässt. Hallo?!?!? So ein Geschoss hätte dem Bübchen alle Knochen im Oberkörper zerbröselt, aber hey… wenn es ECHTE Seals sind, muss das ja realistisch sein. Bin kein Mathe-Genie, aber bei einem Gewicht von ca. 3-5 kg und einer Geschwindigkeit von ca. 300m/s hilft auch ne läppische kugelsichere Weste nichts mehr.
Den ganzen anderen Schwachsinn lass ich mal außen vor.

Oh ja… auch gut. Der Anfang. Unsere Helden, unsere Väter, unsere Familie, unser Land, unser Bla Bla Bla. Navy Seals sind die tollsten Daddys, haben super Ratschläge und sind überhaupt die allerbesten Familienmitglieder. Für Jemand der so sehr an seiner Familie hängt, am liebsten gar nicht loslassen würde und permanent davon träumt wieder nach Hause zu kommen hat sich der Typ aber einen Job ausgesucht, wie er unpassender nicht seien könnte.
„Ey Seal! Mal ne Frage: Magst du Fallschirmspringen?“ – „ Äh nee, Du. Lass mal. Das ist mir zu aufregend. Zu viel Adrenalin im Spiel.“
„Und wie ist es mit Tauchen, Anschleichen, Menschen töten, mit deinen Buddys ne flotte Verfolgungsjagd hinlegen, Etwas in die Luft jagen…?“ – „Ja Mann spinnst du denn??? Das ist doch gefährlich. Da könnte man sich weh tun. Stell dir mal vor dabei würde jemand zu Schaden kommen???“ – „Danke. Keine weiteren Fragen.“

Also. Was braucht man um ein waschechter Navy Seal zu werden? Zu allererst eine kräftige tiefe Stimme (es ist so lächerlich, wie alle „Schauspieler“ in diesem Film klingen. Zunächst lässt man sich die Eier auf Melonengröße anschwellen und nutzt nur noch einen Vokal, das „O“.), ein paar Kinder und eine Frau, die man NIE alleine lassen möchte, ein paar super coole stereotypische Freunde, die auch ALLE Seals sind, ein Surfbrett natürlich, Call Of Duty und Soldier Of Fortune, High-Tech-Waffen ganz dicht am Kopf und ??? einen furchtbar bitterbösen Schurken, der am liebsten Kinder in die Luft jagt.

Von Navy Seals für Navy Seals – von Hirnwäschern für Hirngewaschene und alle die Special Forces auch schon gaaaaanz toll fanden.
Für alle anderen, die keinen Bock auf schlechte Schauspieler, schwarz-weiss gezeichnete Charaktere, Kameraarbeit aus dem letzten Videospiel kopiert, eine dümmliche und uninteressante Geschichte, pseudo-realistische Kampfgeschehen und Möchtegern-emotionale Szenen haben, lassen besser die Finger davon.

Bild (3 P):
Wie es sich für ein hippes Stück Schund gehört, ist die Kamerawahl natürlich auch auf ein hippes Stück Dreck gefallen und man entschied sich für eine billige Digitalkamera, die in dunklen Szenen ein schönes, kräftiges Grau in Grau wiedergibt und gelegentlich auch sehr hübsche, parallel verlaufende, vertikale Linien einbaut. „Den Autofokus stellen wir lieber aus, so bekommen wir ein paar nette Unschärfen rein, die ??? (wer hätte es gedacht) pseudo-realistisch sind“ – toll!
Die Qualität ist schaubar und hat öfters ein paar sehr plastische und extrem scharfe Einstellungen zu bieten, wie man es von Digitalkameras bei Tageslicht gewohnt ist. Alles Weitere ist nicht toll und auch nicht gut, sondern wirkt stark nach direct-to-video.

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P)
:
Der Sound stimmt und bringt alles mit was man sich wünscht. Viel Surroundaktivität, gute bis sehr gute Räumlichkeit, knackige, präzise und gelegentlich recht innovative Effekte, gute Dialogwiedergabe und ein bei Zeiten kräftiger Bass.

Extras (3 P):
Wen interessiert´s in diesem Fall??? 

1,0 von 5 - Story 
3,0 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
3,0 von 5 - Extras

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000
 


Blu Ray: Act Of Valor (Blu Ray) - Verleihversion

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