Sonntag, 4. August 2013

Der Gott Des Gemetzels (Blu Ray)


Story/Film (4,5 P):
Großartig!
Roman Polanski, 1 Appartment, 2 Ehepaare (Jodie Foster & John C. Reilly + Christoph Waltz & Kate Winslet), 1 Hamster, 2 Söhne, 1 Handy…
Man stecke einen dauertelefonierenden Anwalt (Waltz), eine kunstliebhabende, politisch korrekte „Autorin“ (Foster), einen Verkäufer mit faszinierenden Tendenzen (Reilly) und eine zugeknöpfte, verbitterte Ehefrau (Winslet) in einen Raum, gebe Zutaten, wie beispielsweise einen ausgesetzten Hamster, zwei ausgeschlagene Zähne eines Sohnemanns, diverse Weltanschauungen und Alkohol dazu, und beobachte was passiert.
Ganz gleich was auch passiert, es ist fantastisch, es ist schräg, es ist authentisch aber überspitzt, es bringt einen zum Lachen, es bringt einen zum Kopfschütteln, es bringt einen sogar zum Nachdenken…

Unterhaltung ist vorprogrammiert und Brüller gewiss.

Bild (4 P):
Gutes HD Bild. Der Schärfegrad, sowie die Detailzeichnung sind gut, jedoch können vereinzelnd ein paar Unschärfen aufgrund der Fokusarbeit oder weichere Einstellungen wegen der natürlichen Ausleuchtung auftreten. Es herrscht ein ganz, ganz leichtes Hintergrundrauschen, die Farben sind authentisch und der Schwarzwert gut. Tiefenwirkung tritt ein, hält sich aber aufgrund des nicht allzu stark ausgeprägten Kontrasts etwas bedeckt.

Sound (Engl. DTS-HD HR) (3 P):
Der Film ist sehr, sehr dialoglastig und somit spielt sich sich 99% über die Front ab, weshalb sich die Frage auftut, wieso hier ein 5.1-Mix vorliegt. Beantworten kann ich diese Frage nicht, kann aber sagen, dass der Sound, für das was er ist, absolut gelungen und solide erscheint. Die Dialoge sind sehr gut verständlich, die Stereoseparation ist toll und die Balance stimmt – passt.

Extras (1 P):
34 Minuten Interviews und Trailer.


4,5 von 5 - Story 
4,0 von 5 - Bild 
3,0 von 5 - Sound 
 
1,0 von 5 - Extras
74 % Gesamtwertung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Der Gott Des Gemetzels


Freitag, 2. August 2013

OZ, The Great And Powerful / Die fantastische Welt von Oz (Blu Ray)



Story/Film (2 P):
The Great And Powerful; so heisst es im Original. “Great“ wohl eher nur auf die Bildqualität bezogen und „Powerful“, wenn man den Sound berücksichtigt.
Sam Raimi liefert mit seinem neuesten Werk leider ein ziemlich langweiliges Effektspektakel ab, dass zwar hin und wieder die Handschrift des Regisseurs trägt und in diesen wenigen, kurzen Momenten auch gut ist, im Gesamten allerdings an seiner Oberflächlichkeit zu Grunde geht… daran konnte auch Bruce Campbell´s Gastauftritt nichts ändern.

Das größte Problem von Oz The Great And Powerful sind seine fehlbesetzten Parts. Nahezu jeder Charakter scheint aufgesetzt zu sein und die Schauspieler scheinen nicht so richtig zu wissen was sie tun sollen. Es ist ja nicht so, dass die Figuren eine ungemeine Tiefe besitzen oder oscarreife Darstellungen erfordern, jedoch bedarf es Gespür und einem gewissen Charisma, eben solche fiktiven, überzeichneten und in diesem Falle auch furchtbar flachen 08/15-Persönlichkeiten zu verkörpern. Weder Rachel Weisz, James Franco, noch Mila Kunis oder Michelle Williams besitzen dieses Gespür oder haben das passende Timing im Blut (zumindestens nicht in diesem Film), um die gelegentlichen, durchaus guten und witzigen Dialoge vorzutragen. Als Zuschauer merkt man, dass eben jene Szenen hätten gut werden können, an der Darbietung jedoch scheitern.

Hinzu kommt eine Märchenwelt, die zwar kunterbunt und schön designt ist, der es  jedoch an Details und Erklärungen mangelt, als dass man darin abtauchen könnte. Es fühlt sich alles zu oberflächlich und lieblos an. Ein paar übergroße Blumen und ein paar Kreaturen da, ein Schloss und ein kleines Dorf dort, ein paar Berge und ein Wasserfall hier und schon haben wir unsere „fantastische Welt von Oz“… das scheinen sich die Designer gedacht zu haben. Nach Filmen, wie Herr Der Ringe, Avatar & Star Wars muss man dahingehend etwas tiefer in den Kreativ-Pott greifen, um das Publikum zu fesseln. Ausnahme ist das Porzellanmädchen, welches das Highlight des Films ist.

Viele neumodische, aber dennoch Standard-Kamerafahrten aus Herr Der Ringe kopiert und Musik von Danny Elfman, der leider auch nichts Neues mehr schreibt, lullen den Betrachter ein und entlassen diesen nach über 2 Stunden müde und unbeeindruckt in Richtung Bett.

Fazit: Eher was für die ganz jungen Zuschauer, die sich von all den Farben, Figuren und Masken beeindrucken lassen.

P.S. Auch „Oz“ zählt leider zu dieser Art von Filmen, die es versuchen durch exzessiven Gebrauch von billigen 3D Pop-Out Effekten den Zuschauer zu unterhalten. Szenen, in denen ein paar Speere, Goldmünzen, beflügelte Affen und anderes Getier dem Betrachter ins Gesicht fliegen, nur damit dem Betrachter etwas ins Gesicht fliegt, sind so aufgesetzt und oberflächlich, wie der gesamte Film und können höchstens 3D Fetischisten, als wirkliche Filmfreunde begeistern. 
Und ja, das kann man auch schreiben und kritisieren, wenn man NUR in 2D geschaut hat; schließlich sind entsprechende Szenen und Einstellungen offensichtlich und es bedarf keiner 3D Technik, um zu erkennen um was es sich handelt.

Bild (5 P):
Aufgerundete 5 Punkte.
Kommen wir nun also zum Great in The Great And Powerful; das Bild.

Trotz kleinerer Mängel muss man dem Bild eine sehr hochwertige Qualität zusprechen, die über weite Strecken ungeschönte Referenzqualität hervorzaubert. Extrem kräftige, perfekt differenzierte Farben und ein sehr guter Schwarzwert sorgen für einen Bombenkontrast und sehr gute Tiefenwirkung. Es herrscht kein Rauschen, was so manchen Personen wahrscheinlich sehr gut gefällt, auf mich persönlich wirkt das Bild jedoch etwas zu künstlich, zu plastik-artig.

Der Schärfegrad, sowie die dazugehörige Detailzeichnung sind sehr gut, allerdings gibt es hin und wieder Momente, die ein paar minimal (!) weichere Einstellungen vorweisen. Auf mich hat es gewirkt, als ob die Effekte nicht immer 100%  ausgearbeitet waren oder ein zu glattes, weiches Design hatten. Außerdem fallen Weichzeichner in den Gesichtern des weiblichen Casts auf, was jedoch nicht an einer schlechten Überarbeitung, sondern einfach am visuellen Stil des Films liegt.

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P):
Kommen wir nun also zum „Powerful“.

Der O-Ton liegt in einem 7.1-Mix vor, der sich nicht, wie so manch anderer, neuerer Mix seiner Zeit, versucht selbst zu zensieren und Klangspitzen absägt oder den Bass drosselt, wenn´s ans Eingemachte geht. Es geht ab, und zwar so richtig!

Die Effekte sind zahlreich, besitzen eine sehr gute Stereoseparation und Präzision, sind jedoch weniger abwechslungsreich, als ich es erwartet hatte. Der Bass schlägt öfters brachial zu oder wummert wohlig mit und erzeugt das notwendige Extra, um sich in der Nachbarschaft beliebt zu machen. Die Balance ist sehr gut, die Dialoge stets verständlich und wenn es drauf ankommt, vermag es der Sound den gesamten Raum zu füllen und eine tolle akustische Atmosphäre zu erschaffen.


Extras (3 P):
Ca. 70 Minuten an Extras, die einem relativ ausführlichen Making Of gleichkommen.


2,0 von 5 - Story   
5,0 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
3,0 von 5 - Extras

69 % Gesamtwertung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Die fantastische Welt von Oz (2D)


Donnerstag, 1. August 2013

Bad Grandpa (Hoffnungsträger)


 Freunde von Jackass und Borat/Brüno dürften hier voll auf ihre Kosten kommen...

Link zu IMDB

Link zum Trailer

Blow Out – US-Import – Criterion Collection (Blu Ray)



Blow Out – US-Import ohne dt. Ton – Criterion Collection (Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!
Diese Blu Ray bietet neben Blow Out auch Brian De Palma´s Film Murder A La Mod in einem restaurierten 
1080p-Transfer. 

Story/Film (4 P):
Brian De Palma´s Blow Out verbindet zwei Thriller Genre auf eine ungewöhnliche Art.
Auf der einen Seite haben wir den Polit-/Verschwörungs-Thriller, auf der anderen den Killer-Thriller. Als Brücke dient eine etwas aufgesetzte Romanze, der man leider nie so recht ihre Daseinsberechtigung ausstellen möchte. Dies und die Tatsache, dass die Story nach über 30 Jahren nicht mehr ganz so spannend ist und hin und wieder vorhersehbar verläuft, lassen Blow Out im Mittelteil etwas die Luft ausgehen.
Jedoch, und das ist ein ganz großer Pluspunkt, ist der Film über weite Strecken großartig gefilmt, bietet sehr viele innovative Einstellungen und tolle Bildkompositionen, sowie eine durchdachte, stimmungsvolle und bedeutungsschwangere Be- und Ausleuchtung – der künstlerische Aspekt steht bei diesem Werk öfters stark im Vordergrund.
Desweiteren ist der Charakter von John Travolta nicht die x-te Kopie eines unfreiwilligen Helden der Marke „American Dream“, sondern mit seinem Job als Sound Engineer im B-Movie-Millieu und storyrelevanten Know How, welches sich durch den gesamten Film als Roter Faden zieht, ein „Held“, der die Lösung auf etwas andere Art und Weise findet. Für technisch interessierte Filmfreunde dürfte dieser Blickwinkel abermals einen Pluspunkt darstellen.

Und auch wenn Nancy Allen´s dümmlich-naive Stimme übertrieben sein mag, die o.g. Romanze nicht allzu glaubwürdig erscheint und so etwas oft einen gesamten Film ruinieren mag, gelingt es Blow Out dank seiner überaus guten und einfallsreichen Dinge und Ideen, vorallem seines visuellen Stils, zu überzeugen und verdankt es schlussendlich seinem fantastischen Ende, ein guter, wenn auch durchwachsener Thriller zu sein.

Bild (4 P):
Beim Bild hat Criterion mal wieder Spitzen-Arbeit geleistet und Brian De Palma´s Werk eine hochwertige Blu Ray Veröffentlichung spendiert. Auch wenn das Bild nicht perfekt ist und ein paar Schwächen aufweist, ist es im Gesamten gut geworden und erreicht ab und zu referenzwürdige Qualität. Hin und wieder treten jedoch ein paar leichte (!) Doppelkonturen und Unschärfen zum Bildrand hin auf, die einerseits auf die Be- und Ausleuchtung, sowie die Zusammenschnitte und die Kamera zurückzuführen sind, andererseits aber auch von der Nachbearbeitung herrühren, die zu stark auftretendes Korn im Schach hält.

Wachsige Bildbereiche/Gesichter entstehen nicht und auch wird die natürliche Kornstruktur nicht zerstört. Criterion beweist mal wieder das richtige Händchen und zeigt, dass eine Nachbearbeitung durch Filter nicht automatisch eine Verschlimmbesserung bedeutet, sondern in Maßen verwendet ein gutes Endergebnis hervorbringt.
Zwischendurch kann man immer wieder ein paar ausgebesserte, vertikale Risse beobachten. Generell ist das Bild jedoch in Bezug auf Beschädigungen sehr gut überarbeitet und frei von Kratzern, Schmutzpartikeln oder ähnlichen Dingen.

Ansonsten ist die Bildqualität hervorragend, fällt nur einmal während einer Rückblende, die in einem geschlossenen Auto spielt ab und verkörnt extrem, dauert jedoch nicht länger als ein paar Sekunden und ist vertretbar. Der Schärfegrad ist gut bis sehr gut, insbesondere Nahaufnahmen sehen oft fantastisch aus und die Feindetails sind ebenfalls sehr gut gelungen. Ein weiteres Highlight der Blu Ray sind ihre Farben. Dank eines superben Schwarzwertes, kräftigen und wunderschön differenzierten Farben und bereits erwähntem Schärfegrad herrscht öfters eine tolle Tiefenwirkung und einwandfreie Durchzeichnung, wie man sie in über 30 Jahre alten Filmen nur selten zu Gesicht bekommt.

Fazit: Hochwertiges Bild, jedoch leicht schwankend, aber meistens gut bis sehr gut mit einer natürlichen Kornstruktur.

Sound (Engl. MA-Audio) (5 P):
Vom Sound bin ich regelrecht begeistert.
Zwar handelt es sich nur um einen 2.0 Mix, jedoch muss dieser als Referenz, für das was er ist, verstanden werden.
Die Dialogwiedergabe ist sehr stabil und immer bestens verständlich, die Stereoseparation ist einmalig gut gelungen, die Balance und Dynamik sind sehr gut und alles ist überraschend fein und präzise. Dieser Frontmix ist besser, als die meisten Surroundabmischungen und legt ein bemerkenswertes Klangfeld an den Tag.

Extras (4,5 P):
Als Extrabeigabe hat Criterion noch Brain De Palma´s S/W-Film „Murder A La Mod“ aus dem Jahre 1967 in restauriertem 1080p-Bild beigelegt. Nach kurzer Prüfung hinterlässt das Bild ebenfalls einen hochwertigen Eindruck und würde aller Voraussicht nach auch 4 Punkte bekommen. Es scheint größtenteils frei von Kratzern und Schmutzpartikeln zu sein, hat einen starken und schön ausbalancierten Schwarzwert und einen überraschend guten Schärfegrad und die dazugehörige Feindetailzeichnung.

Des Weiteren gibt es ein ca. einstündiges Interview mit De Palma in HD, ein weiteres mit Garret Brown, dem Erfinder der Steady-Cam (ca. 16 Minuten), eines mit Nancy Allen (ca. 26 Minuten), Trailer, ein Booklet und eine Fotogalerie.


4,0 von 5 - Story  
4,0 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
4,5 von 5 - Extras

85% Gesamtwertung

Player:
Panasonic DMP-BD 605

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Blow Out – US-Import – Criterion Collection