Samstag, 10. Januar 2015

The Twilight Zone – Season 2 – UK-Import (Blu Ray)



The Twilight Zone – Season 2 – UK-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Story/Film (3,5 P):
Unten stehende Zeilen habe ich aus meinem Review zur ersten Staffel genommen und treffen im Grunde genommen auch auf die zweite zu. Allerdings muss ich sagen ist die zweite Season, vor allem in der Mitte, etwas eintönig und wiederholt sich selbst. Oft bekommt man Episoden zu Gesicht, deren Ausgang, deren Twist aus anderen Folgen bekannt ist und welche sehr vorhersehbar sind. Zum Glück haben das die Produzenten auch gemerkt und so steigert sich die Qualität der Episoden zum Ende nochmals deutlich und die zweite Season kann auf einer guten bis sehr guten Note enden.

Rod Serling hat in den 50er Jahren mit The Twilight Zone Fernsehgeschichte geschrieben. In 5 Staffeln mit insgesamt über 120 Episoden hat sich die TV-Serie ganz dem Übernatürlichen verschrieben. Mal Science Fiction, mal eher Fiction, stellenweise mit leichten Horrorelementen versehen, mal deutlich Thriller-lastig, hin und wieder auf abstruse Art und Weise komisch, aber stets intelligent und unterhaltsam wird pro Episode innerhalb von ca. 25 Minuten eine Kurzgeschichte erzählt, die für manche Figur anders als erwartet ausgeht.
Unzählige Twists und Turns werden alleine in der ersten Staffel geboten und der erfahrene Film- und Fernsehzuschauer wird so einiges wiederentdeckten, von dem er der Annahme war, dass es an anderer Stelle, in einem neueren Film doch das erste Mal war, dass eben jene Idee oder eben jene Auflösung präsentiert wurde. Ich gehe einfach mal so weit und behaupte, dass wenn man alle Twilight Zone Episoden gesehen hat, 99% aller aktuellen oder neumodischen Twists bereits kennt oder diese in ihrem Ansatz nichts Neues bieten. 

Bild (4,0 P):
Unten stehende Zeilen habe ich aus meinem Review zur ersten Staffel genommen und treffen im Grunde genommen auch auf die zweite zu. Leider muss man jedoch feststellen, dass in Season 2 drei bis vier Episoden gar nicht überarbeitet wurden oder man es schlichtweg nicht konnte, da kein HD-würdiges Negativ vorlag. Dies ist der einzige Grund (neben den hin und wieder auffallenden, aber nicht weiter tragischen Abfällen) wieso die gesamte Bildqualität mit „nur“ 4 Punkten bewertet wurde.



Ich bin begeistert. Wirklich! Ich persönlich würde dem Bild eine aufgerundete Höchstwertung geben, denn die „schlechten“ Momente/Einstellungen sind verschwindend gering und die meiste Zeit wird hier ungeschönte Referenzqualität geboten, die in Bezug auf Schärfegrad, Detailzeichnung, sowie Schwarzwert und Durchzeichnung den meisten aktuellen Produktionen noch was vormacht – und auch das ist keine Übertreibung!
Die Restaurationsarbeit ist hervorragend. Hässliche Filter oder künstliches Nachschärfen ist nicht festzustellen. In den vielen superben Nahaufnahmen ist jedes kleinstes, noch zu feine Detail erkennbar und der Schärfegrad so gut, dass eine fantastische Plastizität eintritt. Dass in diesen Momenten und auch einigen Halbdistanzeinstellungen das Filmkorn verschwindet oder nur sehr, sehr fein zu erkennen ist, mag vielleicht etwas mit dem Restaurationsprozess zu tun haben, dennoch sieht das Bild nie künstlich aufgepimpt aus oder Antirauschfilter zeichnen das Bild wachsig. Nein, das Bild die meiste Zeit wunderbar natürlich und hätte nicht besser restauriert werden können.

Aber kommen wird zu den Qualitätsabfällen, die für den halben Punkteabzug verantwortlich sind.
Vereinzelnde Einstellungen können digitales Rauschen vorweisen, der Schärfe- und Detailgrad sind nicht immer perfekt, das Filmkorn drängt sich in ganz wenigen Momenten auch mal in den Vordergrund und ein paar seltene Szenenauf- und abblenden liegen für eine(n) Sekunde(nbruchteil) auf einem generell schlechten Niveau und erwecken den Eindruck unbearbeitet übernommen worden zu seien.

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P):
Unten stehende Zeilen habe ich aus meinem Review zur ersten Staffel genommen und treffen im Grunde genommen auch auf die zweite zu.



Beim Sound gilt generell dasselbe wie beim Bild. Okay… The Twilight Zone hat nur eine Monospur spendiert bekommen und liegt somit in ihrer originalen, damaligen „Qualität“ vor. Na gut… das stimmt nun auch wieder nicht, denn in einer so sauberen Master-Audio-Spur hat wohl noch niemand die Serie zuvor gesehen/gehört.

Die Dialogwiedergabe ist meistens (bis auf ganz wenige Ausnahmen) perfekt verständlich und stets sehr präzise. Die dargebotenen Effekte sind ebenfalls präzise und schön herausgearbeitet, die Filmmusik erscheint fein und kann oft eine schöne Dynamik generieren und die Balance ist ebenfalls gelungen.
Ein Rauschen ist fast nie auszumachen, zu Übersteuerungen kommt es ebenfalls nur sehr, sehr selten und wenn dann auch nur in einem minimalen Maße.

Fazit: Auch der Sound kann eigentlich mit einer aufgerundeten Höchstwertung belohnt werden, welche ich ihm persönlich geben würde.

Extras (4 P):
Auch bei den Extras hat man sich nicht lumpen…
Es gibt insgesamt 25 Full-Length Audiokommentare, 3diverse Full-Length Isolated Music Score in Dolby Digital 2.0, 15 Radiodramen, diverse Marc Scott Zicree Interviews (nur Ton) und Sponsoren Billboards.
Es sind weniger Extras als bei Season 1. Dennoch ist die Anzahl und der Umfang als gut zu bewerten und lässt kaum Wünsche für Twilight Zone Fans offen.


3,5 von 5 - Story   
4,0 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

78% Gesamtwertung

84% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: The Twilight Zone – Season 2 – UK-Import


Mittwoch, 7. Januar 2015

Planet Of Dinosaurs (Film)





Story/Film (0,5 P):
Pornobalken, Fönfrisuren, Konservenbüchsenraumschiff mit Dreiknopfdrehtechnikbedienung, Presslufthammerlaser, die bei femininer Interaktion zerbröseln, unerklärliche, orgasmische Nebenwirkungen beim Brustschwimmen, völliges Desinteresse beim Wackeltod der großbusigen Wissenschaftskollegin, kunterbunte Raumanzüge, bzw. Spaceoutfits, Marion-Cotillard-ähnliche Sterbeszene ohne Fledermaus, dafür aber mit extra viel Triceratops, perfekte, asynchrone Nachvertonung, Dialoge zum Weghören und so gut wie das monotone Schauspiel, breitbeinige Jubelhüpfsprünge, spontan verblödende oder erblindende Riesensaurier, psychedelischer Dreitondudelsoundtrack, tiefe Ausschnitte bei Allen und Jedem samt Brustmuskelwackeldackelaction, ein Planet so fremdartig wie deine Innenstadt, Bauchtanzsoftcoresaufgelage, etwas Upskirt und Rearview Dinoärsche in nostalgischer Stop Motion und so sinnvoll wie spannend aber einmalig hirnrissig.

Mit einem Wort: Scheisse aber wunderbar unterhaltsam. Das waren jetzt vier, aber wen interessiert´s?!?!

Montag, 5. Januar 2015

Tarantula! (Blu Ray)




Story/Film (3 P):
Ein Klassiker des S/W-Monstermovie-Genres, dessen Name Programm ist.
Was soll man großartig schreiben?
Story? Der altbekannte Klassiker.
Wissenschaftliche Experimente, die selbstverständlich nur das Wohl der Menschheit als Motiv hatten, geraten außer Kontrolle und eine ansonsten so harmlose Tarantel wächst und wächst und wächst und bedroht somit die gesamte Menschheit. Klingt etwas nach Asylum und Mega-Piranha…

Die damaligen Effekte sind stellenweise wirklich toll umgesetzt, manchmal aber auch charmant billig. Leider spielt der Film relativ viel bei Nacht, weshalb man als Zuschauer oft nur die Umrisse der gigantischen Spinne zu Gesicht bekommt (vielleicht ist dies aber auch pure Absicht).
Die Charaktere gehen in Ordnung, aus heutiger Sicht sind diese jedoch etwas zu stereotyp, aber dennoch macht es Spaß die Figuren während deren Nachforschungen zu begleiten und der Zuschauer erfreut sich eher an den Clichés, als sich daran zu stören.

Hinzu gesellen sich drei, vier wunderbar nostalgische, gruselige Riesenspinnen-Szenen und fertig ist Tarantula!.
Einen etwas spannenderen und bombastischeren Showdown hätte ich mir durchaus gewünscht, denn der mutierte Spiderman wird leider zu schnell und etwas zu unspektakulär ausgeschaltet (Napalm drauf und aus!), aber dennoch kann so etwas den ansonsten gelungenen Gesamteindruck nicht ruinieren.

Wer auf alte Monsterfilme steht, kommt an Tarantula! nicht vorbei!



Bild (4,5 P):
Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. Koch Media hat eine Blu Ray Auswertung ausnahmsweise mal nicht ruiniert und kann somit neben der Videodrome VÖ nun endlich eine zweite, gelungene VÖ ihr Eigen nennen. Applaus, Applaus…
Wie Koch Media dies allerdings geschafft hat ist mir noch ein Rätsel. Da Tarantula! aktuell noch keine andere Blu Ray Veröffentlichung genossen hat und die Rechte meines Erachtens eigentlich bei Universal liegen, ist davon auszugehen, dass Tarantula! bald weitere BD Auswertungen erfahren wird. Das Bild ist offensichtlich sehr gut restauriert worden – eine Arbeit zu der Koch Media einfach nicht in der Lage ist sie selbst durchzuführen. Aber wen kümmert´s?!?! Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Der Schärfegrad ist wunderbar, die Detailzeichnung vor allem in Nahaufnahmen perfekt, die Kornstruktur ist erhalten geblieben und bis auf ein paar wenige Ausnahmen (Effektaufnahmen und nächtliche Einstellungen) lässt sich nichts am Bild aussetzen. Der Schwarzwert ist gut differenziert. Dieser verschluckt bei Nacht nur ganz leicht ein paar Bildinformationen. Im Gesamten lässt sich die Bildqualität mit der der Twilight Zone Blu Ray VÖs vergleichen.



Das Bild liegt zudem einmal im 4:3 und einmal im 1,78:1 Bildverhältnis vor. Bis auf die entsprechenden abgeschnittenen Bildinformationen beim 1,78:1 Verhältnis unterscheiden sich die beiden Ansichten qualitativ nicht. Ich empfehle das 4:3 Verhältnis. 
Man muss aber erwähnen, dass auch das 1,78:1 Verhältnis als Original angesehen werden kann. Zu der Zeit, zu der Tarantula! enstanden ist, befanden sich die Studios und auch die Kinos in Umstellung auf entsprechendes Breitbild. Allerdings waren noch nicht alle Kinos mit entsprechender Technik ausgestattet, so dass Filme oftmals in zwei unterschiedlichen Bildverhältnissen veröffentlicht wurden, so dass auch die älteren Kinos weiterhin Umsatz machen konnten, in dem sie Filme in 4:3 vorführen konnten/durften.

Sound (Engl. MA-Audio) (3,5 P):
Viel, und vor allem aufgrund des Alters des Films, lässt sich am Stereotrack nicht hervorheben, aber auch nicht aussetzen.
Die Dialoge sind gut verständlich und die gesamte Wiedergabe über die Front ist gelungen - und das ist, seien wir mal ehrlich, bei einem Film diesen Alters das Wichtigste.

Leider vernimmt man hin und wieder ein ganz leichtes Rauschen (ist eigentlich nicht der Rede wert) und die Filmmusik vermag es nicht so klar und fein aufzuspielen, wie es andere VÖs aus selbiger Zeit schon vorgemacht haben. Eine gewisse, leicht ausgeprägte Dynamik ist vorhanden.

Fazit: Solide bis bessere soundtechnische Umsetzung.

Extras (3 P):
„Klassische“ Extras gibt es wenige. Da ist eigentlich nur das ca. 30-minütige Interview mit Jack Arnold zu erwähnen. Des Weiteren gibt es Trailer und Auszüge der Super 8 und Normal 8 Kopien.
Am meisten kann diese Blu Ray mit den zwei verschiedenen Bildverhältnissen punkten. Deshalb gibt es eine 3-Punkte Wertung. Ansonsten wäre es nur 1 Punkt; vielleicht 1,5.


3,0 von 5 - Story   
4,5 von 5 - Bild 
3,5 von 5 - Sound
3,0 von 5 - Extras

71% Gesamtwertung

79% technische Umsetzung 

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Tarantula!


Sonntag, 4. Januar 2015

Sorcerer – US-Import (Blu Ray)




Sorcerer – US-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Diese BD ist code-free und läuft somit auch auf Region B Playern!

Story/Film (3,5 P):
Sorcerer oder auf Deutsch “Atemlos Vor Angst” genannt ist William Friedkin´s (u.a. The Exorcist) Remake des S/W-Klassikers Wages Of Fear (dt. Lohn der Angst) aus dem Jahre 1953.

Sorcerer ist einfach ausgedrückt ein Abenteuerfilm.
Aber so einfach ist es leider, oder zum Glück nicht, denn der Film generiert eine Atmosphäre wie man sie in Filmen nur sehr, sehr selten findet. Ist der Film erst einmal im südamerikanischen Dschungel angekommen, zeichnet er ein tristes, dreckiges, raues und schonungslos realistisches Bild der Gegend mitsamt all seiner Armut, Korruption und Witterungsbedingungen – eine Gegend in der ein Menschenleben nicht allzu viel wert ist.
Und dies ist der Ort, an dem sich eine vierköpfige Mannschaft auf den Weg macht in zwei alten, rostigen, klapperigen und monströs ausschauenden LKWs mehrere Kisten Nitroglyzerin von A nach B zu transportieren – natürlich gegen eine für damalige Zeiten entsprechend hohe Summe.
Hier liegt aber der Hase begraben. Wieso sollte ein Unternehmen, das ein Feuer eines Bohrloches mit der Explosion ausblasen möchte, einen so riskanten und dazu noch so kostspieligen Plan durchführen wollen? Wenn ich so viel Geld investiere, wieso dann nicht einfach Dynamit oder anderen geeigneten Sprengstoff via Helikopter einfliegen lassen? Es kann doch nicht so schwierig sein irgendwo in korrupten Dschungelstaaten Dynamit und einen tollkühnen Piloten aufzutreiben?

Aber es ist so wie es ist und der Zuschauer sollte auf die Frage WARUM nicht zu viel Zeit verschwenden… das hat der Film in Form seiner einstündigen Vorgeschichte leider selbst schon getan.
Und hier liegt der Schwachpunkt des Films; der Grund wieso einfach keine wirklich gute Wertung drin ist – trotz seiner ausgezeichneten zweiten Hälfte.

Atemlos Vor Angst verbringt ausgiebig viel Zeit damit seine vier (Haupt-)Charaktere vorzustellen. An sich bin ich ein Freund von Charakterzeichnung und sehe diese als mit das Wichtigste an was ein Film machen muss, da ansonsten keine emotionale Bindung mit dem Publikum entsteht und das Geschehen teilnahmslos am Zuschauer vorbeifliegt. Leider gelingt es dem Film nicht, trotz seiner ausschweifenden Vorgeschichten auch nur eine seiner Figuren dem Publikum näher zu bringen oder diese als Sympathieträger zu etablieren.
Aber wieso ist das so? die Antwort ist relativ simpel. Wir (das Publikum) erfahren etwas über das „Wieso“, das wieso die Figur im Dschungel gelandet ist, aber nicht über den Charakter selbst. Oder besser gesagt nicht so viel, dass man sich mit einem der Charaktere identifizieren kann oder Empathie aufbringt.


ACHTUNG: Leichte SPOILER.
Es gibt einen Terroristen, der aufgrund eines Anschlags das Land verlassen muss. Mehr erfahren wir leider nicht. Sympathieträger? Garantiert nicht. Mitgefühl, Empathie? Nö!

Des Weiteren wird ein reicher Unternehmer gezeigt, der allem Anschein nach aufgrund einer folgenschweren und illegalen Fehlentscheidung kurz davor steht verhaftet zu werden und lieber in den Dschungel flüchtet und seine Frau zurücklässt. Dass er seine Frau aufrichtig liebt und aufgrund dessen wieder zurück will, erschließt sich dem Publikum nicht. Auch sonst erfahren wir leider nicht viel und vor allem nichts Relevantes über diese Person.

Dann gibt es noch einen Auftragsmörder, der eventuell untertauchen musste oder aber vielleicht ein anderes Ziel verfolgt. Von dieser Person erfahren wir eigentlich noch weniger, als von o.g. Terroristen. Einerseits gelingt es dem Film durch diese Person geschickt Spannung zu erzeugen, denn das Publikum vermutet, dass dieser Killer hinter der einen, richtigen (Haupt-)Figur her sein könnte. Ob das der Fall ist, verrate ich nicht. Sympathieträger? Garantiert nicht. Mitgefühl, Empathie? Nö!

Das bringt uns nun zum Protagonisten, der leider trotz seines Protagonistenstatus´ wenig Tiefe erlangt. Roy Scheider spielt einen Fluchtwagenfahrer, der sich leider mit den falschen Personen eingelassen hat und das Land verlassen muss. Da alle Personen im Film sehr wortkarg sind erfährt man auch über diese Figur nahezu nichts. Was sind seine Wünsche, seine Ziele, wieso macht er das was er eben macht, hat er Familie, wieso weshalb warum?
SPOILER ENDE.


Bei einer derartigen selbstmörderischen Mission, wie sie die vier Männer angehen, benötigt man als Zuschauer die jeweiligen Motiven und diese müssen schlüssig sein, sonst kann das Gezeigte noch so spannend, noch so atemberaubend in Szene gesetzt sein, es wird nicht die Wirkung entfalten, die sie hätte entfalten können, wenn die Figuren dem Publikum nahestehen würden. Man kann natürlich den potentiellen Ausweg aus dem Dschungel als logisches Motiv aller Charaktere sehen, da der Film wie bereits gesagt ein entsprechendes Bild der Gegend zeichnet, das für die vier Figuren nur schwer zu ertragen scheint. Aber ist das ausreichend? Ja, wenn denn etwas in der Heimat auf die Figuren warten würde, auf das es sich lohnt zu hoffen, für das es sich lohnt sein Leben zu riskieren. DAS ist aber nicht der Fall und somit verschwendet der Film viel Zeit darauf etwas zu schaffen, dass nicht erschaffen wird und Figuren zu zeichnen, die trotz aller Mühen sehr leblos bleiben.

Aber zum Glück gibt es eine zweite Hälfte. Und diese ist trotz der blassen Charaktere äußerst gut gelungen!
Die schier selbstmörderische Mission ist so nervenaufreibend in Szene gesetzt, einzelne Hindernisse, die überwunden werden müssen, so fingernägelverschlingend, dass der Zuschauer droht mitzuexplodieren, sollte eines der Fahrzeuge vom Weg abkommen. Seien es steil abstürzende Klippen, die den Weg erschweren, steile, durch extreme Regenfälle aufgeschwemmte Abhänge, die durchquert werden müssen, die unsicherste Hängebrücke, die man je gesehen hat und welche über einen reissenden Strom führt oder entwurzelte Mammutbäume, die den Weg versperren; es sieht alles fürchterlich halsbrecherisch aus und fühlt sich auch so an. Wie die einzelnen Sequenzen in Szene gesetzt wurden ist schlichtweg meisterhaft und sucht bis heute seinesgleichen. 


Trotz seiner Schwächen ist Sorcerer ein Film, den man sich getrost anschauen kann und dies ggfs. auch mehrmals. Die jeweiligen Drehorte und die technische Umsetzung sind grandios und die geschaffene Atmosphäre ist einmalig und trösten über die blassen Figuren und die ein oder andere Ungereimtheit hinweg.

Bild (5 P):
Aufgerundete 5 Punkte.
Wow! Sorcerer hat einen 4K-Scan spendiert bekommen. Und dieser ist schlichtweg umwerfend geworden! Wenn doch bloß alle Filme so gut ausschauen würden…?!?!
Es sind „nur“ aufgerundete 5 Punkte, da es hin und wieder ein paar ganz wenige Einstellungen gibt, die unruhig verkörnt und unscharf erscheinen, einmal kam für 2 Sekunden der Verdacht auf, dass eine Einstellung nahezu gar nicht überarbeitet wurde und in zwei, drei ebenfalls sehr kurzen Momenten hat der Schwarzwert einen schlecht differenzierten Eindruck hinterlassen und entsprechend Details gefressen. Zusammen addiert bringen es diese unschönen Dinge wahrscheinlich auf nicht einmal 1% der gesamten Lauflänge und sollten nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen, als sie es verdient haben – was hiermit geschehen ist.

Bis auf o.g. Ausnahmen sieht das Bild fantastisch aus und muss als Referenz für Filme aus den 70er und entsprechende 4K-Scans verstanden werden.
Die Farben sind knackig, lebendig und wunderbar natürlich, der Schwarzwert ist satt und schön differenziert, so dass selbst bei Nacht eine sehr schöne Durchzeichnung herrscht. Die Kornstruktur ist wunderschön erhalten geblieben und zu keiner Zeit störend oder detailfressend. Das Bild ist sauber, der Schärfegrad fast immer perfekt und die Detailzeichnung ist atemberaubend fein. Der 4K-Scan fördert jedes noch so kleine Detail zu Tage, so dass dank der anderen o.g. Aspekte öfters eine schöne Tiefenwirkung entsteht.


Sound (Engl. MA-Audio) (5 P):
Gerade eben, nach dem ich nun die 5-Punkte-Wertung getippt habe, bin ich aus Interesse auf imdb.com gegangen, um zu schauen ob der Film irgendwelche Auszeichnungen für seine technische Umsetzung bekommen hat und siehe da… er war in der Kategorie Best Sound für den Oscar nominiert – verständlicherweise!

Der 5.1-Mix, den man dem Film frisch spendiert hat ist unfassbar gut geworden und kann mit Filmen der neusten Generation mithalten. Okay… es ist kein Krach-Bumm-Effektgewitterfilm und es rappelt und zappelt nicht über die gesamte Lauflänge von 2 Stunden, aber dennoch gibt es ständig etwas auditiv zu entdecken.

Umgebungsgeräusche werden nahezu ständig wiedergegeben; mal subtiler, mal explizit. Sei es über die Front mit tollen Stereoseparationen oder sei es über die rückwärtigen Lautsprecher mit ebenso tollen Separationen. Der Dschungel kam selten so vielschichtig, lebendig und teils so authentisch und niederschmetternd rüber. Die teils kräftigen Regenschauer prasseln auf das Haupt des Zuschauers runter, so dass dieser fast genötigt ist einen Regenschirm aufzuspannen, der reissende Strom lässt einen unwillkürlich die Beine anziehen und der Bass verleiht dem Ganzen den nötigen Druck. 


Neben einer klaren Dialogwiedergabe muss man auch die Filmmusik erwähnen, die sich nicht minder sauber und vor allem raumfüllend, fast hypnotisch und fein entfalten kann – ein gewisses Alter lässt sich der Musik jedoch dennoch nicht absprechen.

Extras (1 P):
Leider gibt es außer der schönen Digibook-Verpackung, einem bebilderten Booklet mit Auszügen aus Friedkin´s Memoiren nur noch einen „Brief“ von Friedkin mit dem üblichen Restaurations- und Dankes-Bla-Bla. Sonst nichts. Es gibt weder einen Trailer, noch irgendwelche Vidoefeatures.



3,5 von 5 - Story   
5,0 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
1,0 von 5 - Extras

79% Gesamtwertung

90% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Sorcerer – US-Import (Digi-Book)