Samstag, 18. Oktober 2014

Ghostbusters 2 (Blu Ray)




Vorwort:
Da melde ich mich dann doch mal wieder aus der Versenkung zurück. Nachdem ich die letzten Monate eher wenig bis keine Zeit und Lust hatte irgendwelchen Nonsens von mir zu geben und mich eher darauf beschränkt habe Kommentare eines treuen Followers zu beantworten, welcher nicht ganz unschuldig daran ist, dass ich wieder in die Tasten haue, versuche ich mich also an unten stehender Blu Ray – mal schauen, ob ich´s noch drauf habe…

Story/Film (4 P):
Die Geisterjäger sind zurück!
Lange genug hat es ja gedauert. Filmhistorisch liegen 5 Jahren zwischen Teil 1 & Teil 2, eine gefühlte Ewigkeit musste jedoch erst vergehen und Harold Ramis versterben bis wir endlich diese Perle des 80er/90er Jahre Kinos auf Blu Ray bestaunen dürfen. Das Warten hat sich gelohnt. So viel sei an dieser Stelle bereits verraten.

Ghostbusters II macht genau wie Ghostbusters als Film eine Menge Spaß und der Zuschauer wird durchgehend unterhalten – daran gibt es nichts zu rütteln.
Die fünf Jahre zuvor eingeführten Charaktere blühen in Teil 2 weiter auf. Bill Murray´s Figur Venkman reisst zwar jede Szene an sich, aber auch Egon, Ray & Winston habe ihre Momente und Sigourney Weaver… was soll man sagen?!?! Sie ist eine Augenweide und die Chemie zwischen ihr und Murray ist in jeder Sekunde spürbar.
Nicht weniger großartig und so unsympathisch, wie herrlich überzeichnet präsentiert sich Peter MacNicol als tuckischer, schleimiger, stalkender Museeumsfutzi. Und alle Fans von Rick Moranis dürften sich ebenfalls freuen. Sein dezent trotteliger Charakter hat mehr Screentime bekommen… und es steht dem Film sehr gut.

Neben einer soliden Geschichte, die eher durch die oben erwähnten Charaktere, deren Beziehung zueinander und dem allseits beliebten „Love Interest“ (Murray & Weaver sowie Moranis & Potts) am Leben gehalten wird und mit jeder Menge Effekte verfeinert wird, bietet Ghostbusters 2 leider auch so manchen Anschlussfehler, der für Kopfkratzen sorgen wird.
Wieso sitzen Peter (Murray) und Dana (Weaver) zusammen im Restaurant am Tisch, wenn sich Dana zwei Szenen zuvor verabschiedet, mit dem Taxi wegfahren will und Peter vor dem Appartmenthaus stehen lässt? Ist sie schon mal vorgefahren? Wer macht denn sowas?
Das ist jedoch noch gar nichts verglichen mit der Tatsache, dass mal wieder kein Schwein den Ghostbusters Glauben schenkt.
Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft, dass aber ein wandelnder und Schrecken verbreitender Marshmellow-Man mit der Größe eines Hochhauses nach 5 Jahr vergessen erscheint und ständig auftauchende Geister und selbst das Einlaufen der Titanic (Sorry, für den kleinen Spoiler) nichts daran ändert, dass den vier Jungs einfach kein Glauben geschenkt wird, müffelt doch arg nach Schwachsinn – selbst für die 80er…
Auch das Aggressionspotential der Stadt, dass alles angeblich vor die Hunde zu gehen scheint und die gesamte Stadt in einer Krise steckt, kommt nicht im Geringsten rüber. Ja… es wird öfters erwähnt und während des Vorspanns nimmt der Zuschauer ein paar gestresste Passanten wahr, aber meine Güte… es könnte auch schlichtweg Montagmorgen sein! 



Fazit: Und so ist Ghostbusters 2 unterm Strich zwar eine hin und wieder leicht diffus wirkende Fortsetzung mit ein paar Schwächen im Storytelling, Spaß macht sie allemal… und unterhalten kann sie durchgehend.
Starke Figuren (comichaft überzeichnet, aber stimmig), superbe Dialoge und jede Menge Humor, wunderbare Effekte und tolle Settings, sowie schönes Kinoflair siegen über oben genannte Kleinigkeiten, die stellenweise unpassende Musikuntermalung und den dezent zu käsig geratenen Showdown.

Bild (5 P):
Aufgerundete 5 Punkte.
Sony´s 4K-Restauration ist Zucker für die Augen!
Vorab will ich direkt erwähnen, dass ich keinen (!) Direktvergleich mit dem auf 4K-gemasterten erstenTeil vorgenommen habe.

Das Bild sieht umwerfend gut aus und gibt eigentlich keinen Anlass zum Nörgeln. Da Nörgeln aber so viel Spaß macht, besonders für Deutsche, nehme ich mich dieser Tradition an und sage Folgendes:
„Manche Effektshots hätten aber ruhig etwas besser aussehen können.“
Das stimmt wohl. Allerdings sind die wenigen Abfälle wirklich nur auf ein paar noch wenigere (gibt es das Wort? Egal…) Effektaufnahmen beschränkt. Diese sind leicht zu erkennen, sehen sie einfach ausgedrückt wie schlechtes HD aus – weicher, detailarm und auch farblich nicht so hervorragend wie der Rest.
Ansonsten gibt es eigentlich nichts zu Nörgeln. Minimale (!) Unschärfen aufgrund der Fokusarbeit oder der verwendeten Linse lasse ich unter den Tisch fallen. An diesen ließe sich auch mit einer 8K-Restauration nichts ändern (an den Effektaufnahmen eigentlich auch nicht). Alle Mängel, wenn man dies überhaupt so sagen kann, liegen im Quellmaterial verborgen und sind meines Erachtens nicht auszumerzen. Für eine Restauration liegt hier Referenzmaterial vor.



Die Schärfe ist bis auf o. g. Dinge perfekt, die Farben sind kräftig aber natürlich (selbst das Rot ist nicht zu auffällig) und wunderschön differenziert, die Detailzeichnung ist oftmals bis meistens umwerfend und dank eines sehr guten und ebenfalls (nahezu) perfekt differenzierten Schwarzwertes entsteht ein starker Kontrast und eine durchaus gute Tiefenwirkung.

Ob Nachtaufnahme, Close-Up oder Distanzshot, Ghostbusters 2 macht auf Blu Ray eine (nahezu) perfekte Figur!

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P):
Aufgerundete 4,5 Punkte.
Ghostbusters 2 besitzt einen durchaus gelungenen und fast wirklich sehr guten 5.1-Mix.
Es liegt etwas am Alter, dass der Film nicht mehr Punkte bekommt. Die Effektlastigkeit, so schön sie während einiger Passagen auch ist, ist über die gesamte Länge leider etwas zu spärlich, als dass sie volle 4,5 oder 5 Punkte verdient hätte. Aber Nörgeln macht ja Spaß…
Eigentlich gibt es, ähnlich wie beim Bild, kaum etwas zu Beanstanden. Abzüge sind in der Natur der Dinge, dem Alter begraben und eigentlich kaum der Rede wert.



Im Gegenteil.
Der 5.1-Mix ist im Grunde genommen hervorragend aufbereitet. Die Dialoge sind immer sehr gut verständlich, es gibt viele tolle Stereoseparationen über die Front auf die Ohren und ein paar Szenen (Eisenbahntunnel) bieten eine ausgezeichnete Surroundlastigkeit mit einfallsreichen Momenten. Generell herrscht eine tolle Soundkulisse mit schönen Umgebungsgeräuschen und netten Kleinigkeiten, bzw. Feinheiten und auch das Klangfeld weiss (besonders während der Musikwiedergabe) zu überzeugen.
Allerdings hätten explizite Surroundmomente häufiger auftreten dürfen, das Klangspektrum feiner und weiter und der Tiefenbass während so mancher Szene (vor allem während des Showdown) deutlicher wahrnehmbar sein können.
Spaß macht der 5.1-Mix allemal…

Extras (1,5 P):
Wirklich viel an Extras habe ich sowieso nicht erwartet…
Es gibt ein paar Trailer, ein paar Deleted Scenes und ein neuproduziertes, ca. 15-minütiges Interview mit Ivan Reitman und Dan Aykroyd in HD. Letzteres ist ungefähr so gehaltvoll wie Gurkensalat mit Wasserdressing, aber was soll´s…!?!?


4,0 von 5 - Story   
5,0 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
1,5 von 5 - Extras

81% Gesamtwertung

85% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Ghostbuster 2 (mastert in 4K)


Montag, 16. Juni 2014

The Rolling Stones – Sweet Summer Sun / Hyde Park Live (Blu Ray)




Story/Film (5 P):
Ja, auch ich bin im Stones-Fieber. Und ja, auch ich werde mir das Konzertereignis 2014 nicht entgehen lassen. Um mich vorab bereits etwas in Stimmung zu bringen, habe ich mir diese äußerst feine Blu ray zugelegt.

Im Zuge Ihres 50-jährigen Bühnenjubiläums (das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen) und der damit verbundenen Tour sind die Stones das erste Mal seit 1969 wieder im Hyde Park aufgetreten. Und was soll man sagen??? Es war offensichtlich großartig.

Nicht minder großartig und unterhaltsam wurde das Konzert mitgefilmt, geschnitten und mit ein paar Archivaufnahmen verfeinert (typische Stones Aufzeichnungen). The Biggest Bang mag noch (!) größer gewesen sein, Shine A Light noch dichter dran, Sweet Summer Sun ist allerdings schon verdammt groß, die Bühne und die Show einmalig und ….nun ja, die Kamera könnte ebenfalls kaum dichter dran sein oder bessere Bilder liefern. Charlie Watts, Ronny Wood, Keith Richards und Mick Jagger werden immer ins rechte Licht gerückt, die vielen kleinen Spielereien gehen nicht unter, manche Moves werden mit kurzen Zeitlupenaufnahmen hervorgehoben und die bereits erwähnte, einmalige Bühnenshow kann oft in ihrer gesamten Pracht erstrahlen. Ebenfalls in seiner gesamten Pracht erstrahlt das buntgewürfelte, britische Publikum, das so manche Schönheit in sich bürgt ;-)

Und wenn erst die Sonne untergegangen ist und die extra dicken Geschütze aufgefahren werden, gibt auch auf der Couch zuhause kein Halten mehr!

Folgende Lieder sind vertreten.
1. Start Me Up
2. It's Only Rock and Roll
3. Street Fighting Man
4. Ruby Tuesday
5. Doom and Gloom
6. Honky Tonk Woman
7. You Got the Silver
8. Happy
9. Miss You
10. Midnight Rambler
11. Gimme Shelter
12. Jumpin' Jack Flash
13. Sympathy for the Devil
14. Brown Sugar
15. You Can't Always Get What You Want
16. (I Can't Get No) Satisfaction

Extras:
Emotional Rescue, Paint It Black und Before They Make Me Run.

Bild (1080i / 5 P):
Aufgerundete 5 Punkte.
Obwohl das Bild nur in 1080i vorliegt, gibt es im Grunde nichts zu meckern. Das Interlacing fällt nie (!) auf und außer den wenigen Distanzshots und/oder geflogenen Aufnahmen, die in ihrer Qualität abfallen, ist das Bild perfekt.

Farben, Schwarzwert, Kontrast, Schärfe, Details und Durchzeichnung sind superb!



Sound (Musik MA-Audio) (5 P):
Getetst habe ich den 5.1-Track, welcher schlichtweg genial ist. Mit seinen 96kHz entfaltet der Mix eine Dynamik und ein Klangfeld, die den Zuschauer regelrecht in die Couch drücken oder vor musikalischen Feinheiten applaudieren lassen.

Die Balance ist ausgezeichnet, die Surroundlautsprecher kommen gekonnt zum Einsatz, Druck ist vorhanden, die Höhen sind fein ausgesteuert, die Mitten ebenfalls und alle Instrumente und Stimmen sind perfekt voneinander zu unterscheiden. An zwei, drei Stellen mag Mick Jaggers Mikro minimal (!) übersteuern, stören tut dies aber nicht. 



Es ist ein Live-Sound, wie er kaum oder gar nicht besser einzufangen wäre. Brillant!

Extras (2 P):
Emotional Rescue, Paint It Black (mit ganz kurzem Soundaussetzer) und Before They Make Me Run.


 
5,0 von 5 - Story   
5,0 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
2,0 von 5 - Extras

93% Gesamtwertung

92% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: The Rolling Stones – Sweet Summer Sun / Hyde Park Live


Sonntag, 15. Juni 2014

Vikings - Season 1 (TV-Serie)






Story/Film (4 P):
Gar nicht mal schlecht. Ehrlich gesagt ganz gut; besser als ich erwartet hätte.
Was hab ich erwartet? Ehrlich gesagt nichts Besonderes. Irgendeine schnell und möglichst preiswert produzierte Serie, die auf der Erfolgswelle von Game Of Thrones mit reitet, da ihr Setting bedingt ähnlich ist und genauso auf plakativen Sex und Gewalt ohne Sinn und Verstand setzt. Weit gefehlt.

Vikings hat mit GOT so viel zu tun, wie SyFy-Channel-Gurken mit Logik.
Zwar mag die Serie, wie eigentlich alle (!) Filme oder Serien (mit Ausnahme von Deadwood), leicht romantisiert worden sein, im Gesamten macht sie aber einen ehrlichen, authentischen und rauen Eindruck ohne zu viel Schönmalerei. Gut gefallen die teils echten nordischen Schauspieler, deren Schauspielleistungen, Gabriel Byrne in einer gelungenen Rolle, die guten Dialoge und das überraschend hochwertige Setdesign.
Auch in Punkto Gewaltdarstellung geht Vikings nicht gerade zimperlich zur Sache. Jedoch sind diese bei Vikings nicht Selbstzweck, sondern wohl dosiert an den entsprechenden Stellen passend eingestreut. Es wird gemeuchelt und gemordet, auf dem Kriegsfeld ehrenvoll gestorben und wenn man irgendwelche Priester am anderen Ende der Welt niedersäbelt, ohne dass diese Gegenwehr hätten leisten können, dann gehört das eben nun mal zum guten Ton der damaligen Zeit und geht voll in Ordnung. Schön, dass sich die Serie hier nicht dem aktuellen Weltbild anpasst und solche Szenen nutzt, um Charaktere schlecht und böse zu zeichnen.

In Punkto Charakterzeichnung kann Vikings ebenfalls überzeugen. Eine gewisse Charakterentwicklung bleibt zwar weitestgehend aus, bahnt sich erst ab Staffel 2 an, jedoch sind die Figuren allesamt gut bis sehr gut geschrieben und besitzen eine gewisse Tiefe. Ebenfalls gelingt es der Serie die einzelnen Motive und Beweggründe der wichtigsten Personen herauszuarbeiten, so dass selbst die Bösen und Widersacher nicht billig verteufelt werden oder deren Figuren aufgesetzt wirken, sondern Seele und auch Menschlichkeit besitzen.



Die Geschichte erscheint anfangs, während der ersten Hälfte der ersten Staffel, etwas zu vorhersehbar und verläuft in der Tat nach Schema F, allerdings kommt in den letzten 4 Episoden etwas mehr Würze ins Geschehen, die Serie fängt an eigenständiger zu werden, überrascht mit ein, zwei Dingen und nimmt dezent epische Ausmaße an.

Wer dem Thema Vikinger und deren Mythologie offen gegenüber steht oder generelles Interesse daran hegt und nicht auf aufgesetzten, plakativen und trägen Kappes à la Game Of Thrones steht, sollte mit Vikings nicht allzu viel verkehrt machen. Den Einstieg in die Story, in die Gepflogenheiten und zu den Figuren bekommt man schnell und wer nach 2-3 Episoden keinen Gefallen dran findet, brauch nicht weiter zu schauen.