Sonntag, 4. Januar 2015

Sorcerer – US-Import (Blu Ray)




Sorcerer – US-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Diese BD ist code-free und läuft somit auch auf Region B Playern!

Story/Film (3,5 P):
Sorcerer oder auf Deutsch “Atemlos Vor Angst” genannt ist William Friedkin´s (u.a. The Exorcist) Remake des S/W-Klassikers Wages Of Fear (dt. Lohn der Angst) aus dem Jahre 1953.

Sorcerer ist einfach ausgedrückt ein Abenteuerfilm.
Aber so einfach ist es leider, oder zum Glück nicht, denn der Film generiert eine Atmosphäre wie man sie in Filmen nur sehr, sehr selten findet. Ist der Film erst einmal im südamerikanischen Dschungel angekommen, zeichnet er ein tristes, dreckiges, raues und schonungslos realistisches Bild der Gegend mitsamt all seiner Armut, Korruption und Witterungsbedingungen – eine Gegend in der ein Menschenleben nicht allzu viel wert ist.
Und dies ist der Ort, an dem sich eine vierköpfige Mannschaft auf den Weg macht in zwei alten, rostigen, klapperigen und monströs ausschauenden LKWs mehrere Kisten Nitroglyzerin von A nach B zu transportieren – natürlich gegen eine für damalige Zeiten entsprechend hohe Summe.
Hier liegt aber der Hase begraben. Wieso sollte ein Unternehmen, das ein Feuer eines Bohrloches mit der Explosion ausblasen möchte, einen so riskanten und dazu noch so kostspieligen Plan durchführen wollen? Wenn ich so viel Geld investiere, wieso dann nicht einfach Dynamit oder anderen geeigneten Sprengstoff via Helikopter einfliegen lassen? Es kann doch nicht so schwierig sein irgendwo in korrupten Dschungelstaaten Dynamit und einen tollkühnen Piloten aufzutreiben?

Aber es ist so wie es ist und der Zuschauer sollte auf die Frage WARUM nicht zu viel Zeit verschwenden… das hat der Film in Form seiner einstündigen Vorgeschichte leider selbst schon getan.
Und hier liegt der Schwachpunkt des Films; der Grund wieso einfach keine wirklich gute Wertung drin ist – trotz seiner ausgezeichneten zweiten Hälfte.

Atemlos Vor Angst verbringt ausgiebig viel Zeit damit seine vier (Haupt-)Charaktere vorzustellen. An sich bin ich ein Freund von Charakterzeichnung und sehe diese als mit das Wichtigste an was ein Film machen muss, da ansonsten keine emotionale Bindung mit dem Publikum entsteht und das Geschehen teilnahmslos am Zuschauer vorbeifliegt. Leider gelingt es dem Film nicht, trotz seiner ausschweifenden Vorgeschichten auch nur eine seiner Figuren dem Publikum näher zu bringen oder diese als Sympathieträger zu etablieren.
Aber wieso ist das so? die Antwort ist relativ simpel. Wir (das Publikum) erfahren etwas über das „Wieso“, das wieso die Figur im Dschungel gelandet ist, aber nicht über den Charakter selbst. Oder besser gesagt nicht so viel, dass man sich mit einem der Charaktere identifizieren kann oder Empathie aufbringt.


ACHTUNG: Leichte SPOILER.
Es gibt einen Terroristen, der aufgrund eines Anschlags das Land verlassen muss. Mehr erfahren wir leider nicht. Sympathieträger? Garantiert nicht. Mitgefühl, Empathie? Nö!

Des Weiteren wird ein reicher Unternehmer gezeigt, der allem Anschein nach aufgrund einer folgenschweren und illegalen Fehlentscheidung kurz davor steht verhaftet zu werden und lieber in den Dschungel flüchtet und seine Frau zurücklässt. Dass er seine Frau aufrichtig liebt und aufgrund dessen wieder zurück will, erschließt sich dem Publikum nicht. Auch sonst erfahren wir leider nicht viel und vor allem nichts Relevantes über diese Person.

Dann gibt es noch einen Auftragsmörder, der eventuell untertauchen musste oder aber vielleicht ein anderes Ziel verfolgt. Von dieser Person erfahren wir eigentlich noch weniger, als von o.g. Terroristen. Einerseits gelingt es dem Film durch diese Person geschickt Spannung zu erzeugen, denn das Publikum vermutet, dass dieser Killer hinter der einen, richtigen (Haupt-)Figur her sein könnte. Ob das der Fall ist, verrate ich nicht. Sympathieträger? Garantiert nicht. Mitgefühl, Empathie? Nö!

Das bringt uns nun zum Protagonisten, der leider trotz seines Protagonistenstatus´ wenig Tiefe erlangt. Roy Scheider spielt einen Fluchtwagenfahrer, der sich leider mit den falschen Personen eingelassen hat und das Land verlassen muss. Da alle Personen im Film sehr wortkarg sind erfährt man auch über diese Figur nahezu nichts. Was sind seine Wünsche, seine Ziele, wieso macht er das was er eben macht, hat er Familie, wieso weshalb warum?
SPOILER ENDE.


Bei einer derartigen selbstmörderischen Mission, wie sie die vier Männer angehen, benötigt man als Zuschauer die jeweiligen Motiven und diese müssen schlüssig sein, sonst kann das Gezeigte noch so spannend, noch so atemberaubend in Szene gesetzt sein, es wird nicht die Wirkung entfalten, die sie hätte entfalten können, wenn die Figuren dem Publikum nahestehen würden. Man kann natürlich den potentiellen Ausweg aus dem Dschungel als logisches Motiv aller Charaktere sehen, da der Film wie bereits gesagt ein entsprechendes Bild der Gegend zeichnet, das für die vier Figuren nur schwer zu ertragen scheint. Aber ist das ausreichend? Ja, wenn denn etwas in der Heimat auf die Figuren warten würde, auf das es sich lohnt zu hoffen, für das es sich lohnt sein Leben zu riskieren. DAS ist aber nicht der Fall und somit verschwendet der Film viel Zeit darauf etwas zu schaffen, dass nicht erschaffen wird und Figuren zu zeichnen, die trotz aller Mühen sehr leblos bleiben.

Aber zum Glück gibt es eine zweite Hälfte. Und diese ist trotz der blassen Charaktere äußerst gut gelungen!
Die schier selbstmörderische Mission ist so nervenaufreibend in Szene gesetzt, einzelne Hindernisse, die überwunden werden müssen, so fingernägelverschlingend, dass der Zuschauer droht mitzuexplodieren, sollte eines der Fahrzeuge vom Weg abkommen. Seien es steil abstürzende Klippen, die den Weg erschweren, steile, durch extreme Regenfälle aufgeschwemmte Abhänge, die durchquert werden müssen, die unsicherste Hängebrücke, die man je gesehen hat und welche über einen reissenden Strom führt oder entwurzelte Mammutbäume, die den Weg versperren; es sieht alles fürchterlich halsbrecherisch aus und fühlt sich auch so an. Wie die einzelnen Sequenzen in Szene gesetzt wurden ist schlichtweg meisterhaft und sucht bis heute seinesgleichen. 


Trotz seiner Schwächen ist Sorcerer ein Film, den man sich getrost anschauen kann und dies ggfs. auch mehrmals. Die jeweiligen Drehorte und die technische Umsetzung sind grandios und die geschaffene Atmosphäre ist einmalig und trösten über die blassen Figuren und die ein oder andere Ungereimtheit hinweg.

Bild (5 P):
Aufgerundete 5 Punkte.
Wow! Sorcerer hat einen 4K-Scan spendiert bekommen. Und dieser ist schlichtweg umwerfend geworden! Wenn doch bloß alle Filme so gut ausschauen würden…?!?!
Es sind „nur“ aufgerundete 5 Punkte, da es hin und wieder ein paar ganz wenige Einstellungen gibt, die unruhig verkörnt und unscharf erscheinen, einmal kam für 2 Sekunden der Verdacht auf, dass eine Einstellung nahezu gar nicht überarbeitet wurde und in zwei, drei ebenfalls sehr kurzen Momenten hat der Schwarzwert einen schlecht differenzierten Eindruck hinterlassen und entsprechend Details gefressen. Zusammen addiert bringen es diese unschönen Dinge wahrscheinlich auf nicht einmal 1% der gesamten Lauflänge und sollten nicht mehr Aufmerksamkeit bekommen, als sie es verdient haben – was hiermit geschehen ist.

Bis auf o.g. Ausnahmen sieht das Bild fantastisch aus und muss als Referenz für Filme aus den 70er und entsprechende 4K-Scans verstanden werden.
Die Farben sind knackig, lebendig und wunderbar natürlich, der Schwarzwert ist satt und schön differenziert, so dass selbst bei Nacht eine sehr schöne Durchzeichnung herrscht. Die Kornstruktur ist wunderschön erhalten geblieben und zu keiner Zeit störend oder detailfressend. Das Bild ist sauber, der Schärfegrad fast immer perfekt und die Detailzeichnung ist atemberaubend fein. Der 4K-Scan fördert jedes noch so kleine Detail zu Tage, so dass dank der anderen o.g. Aspekte öfters eine schöne Tiefenwirkung entsteht.


Sound (Engl. MA-Audio) (5 P):
Gerade eben, nach dem ich nun die 5-Punkte-Wertung getippt habe, bin ich aus Interesse auf imdb.com gegangen, um zu schauen ob der Film irgendwelche Auszeichnungen für seine technische Umsetzung bekommen hat und siehe da… er war in der Kategorie Best Sound für den Oscar nominiert – verständlicherweise!

Der 5.1-Mix, den man dem Film frisch spendiert hat ist unfassbar gut geworden und kann mit Filmen der neusten Generation mithalten. Okay… es ist kein Krach-Bumm-Effektgewitterfilm und es rappelt und zappelt nicht über die gesamte Lauflänge von 2 Stunden, aber dennoch gibt es ständig etwas auditiv zu entdecken.

Umgebungsgeräusche werden nahezu ständig wiedergegeben; mal subtiler, mal explizit. Sei es über die Front mit tollen Stereoseparationen oder sei es über die rückwärtigen Lautsprecher mit ebenso tollen Separationen. Der Dschungel kam selten so vielschichtig, lebendig und teils so authentisch und niederschmetternd rüber. Die teils kräftigen Regenschauer prasseln auf das Haupt des Zuschauers runter, so dass dieser fast genötigt ist einen Regenschirm aufzuspannen, der reissende Strom lässt einen unwillkürlich die Beine anziehen und der Bass verleiht dem Ganzen den nötigen Druck. 


Neben einer klaren Dialogwiedergabe muss man auch die Filmmusik erwähnen, die sich nicht minder sauber und vor allem raumfüllend, fast hypnotisch und fein entfalten kann – ein gewisses Alter lässt sich der Musik jedoch dennoch nicht absprechen.

Extras (1 P):
Leider gibt es außer der schönen Digibook-Verpackung, einem bebilderten Booklet mit Auszügen aus Friedkin´s Memoiren nur noch einen „Brief“ von Friedkin mit dem üblichen Restaurations- und Dankes-Bla-Bla. Sonst nichts. Es gibt weder einen Trailer, noch irgendwelche Vidoefeatures.



3,5 von 5 - Story   
5,0 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
1,0 von 5 - Extras

79% Gesamtwertung

90% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Sorcerer – US-Import (Digi-Book)


Samstag, 27. Dezember 2014

Cosmos (2014) – TV-Serie – US-Import (Blu Ray)



Cosmos – TV-Serie – US-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Diese BD ist code-free und läuft somit auch auf Region B Playern!

Story/Film (5 P):
Erst kürzlich war ich zu einem Besuch im Mannheimer Planetarium… es war eine Begegnung, der… naja, besonderen Art.
Beste und extrem hochauflösende VHS/DVD-Bildqualität dank neuester VGA-Übertragungstechnik, feinster HD-Sound dank High-End JBL Klapperboxen, informative und spannende Unterhaltung dank trockenem Lehrfilmcharakter und eine immense Anzahl an insgesamt 2-3-minütiger Planetarium-Action, sprich Fahrten durch den Sternenhimmel, bei 50 Minuten Altbackenheit. Meine Freude war unermesslich und meine Begeisterung konnte ich kaum in Grenzen halten. Ich war so euphorisch, dass ich all meine Begeisterung am liebsten über den Boden ergossen hätte und die Bediensteten mit deren Nase darauf aufmerksam gemacht hätte. Aber da Mannheim ansonsten ja eine so schöne Stadt ist, für deren öffentliche Parkanlagen man Eintritt zahlen muss… Ich sehe, ich drifte ab…
Also… Cosmos ist alles das, was das lächerlichste Planetarium der Welt (ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch peinlichere Planetarien gibt) nicht ist.

Cosmos ist ein Remake der gleichnamigen TV-Serie aus dem Jahre 1980 – damals fungierte anstelle von Dr. Neil deGrasse Tyson jedoch der mittlerweile verstorbene Carl Sagan als TV Host.

Cosmos ist fantastisch! Es ist eine der besten Dokumentationen, die ich je sehen durfte; evtl. sogar DIE beste. In insgesamt 13 Episoden à ca. 45 Minuten wird dem Zuschauer die gesamte Geschichte des Universums anschaulich, informativ, verständlich, unterhaltsam und spannend näher gebracht. Dabei bedient sich die Serie diverser visueller Stilmittel. Seien es atemberaubende CGI-Animationen des Sternenhimmels und all seiner majestätischen Schönheit, explodierende Super Noven oder Fahrten durch die Milchstraße bis zum „Rand“ des heute bekannten Weltalls. Seien es schöne, eigenständige und stellenweise sehr anschauliche Zeichentrickanimationen, die historische Ereignisse und Persönlichkeiten wiederbeleben. Seien es klassische Live-Action oder Archivaufnahmen (u.a. vom Hubble Teleskop). Oder seien es Szenen mit dem Erzähler und Astrophysiker, Kosmologe, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Sachbuchautor Dr. Neil deGrasse Tyson und dem „Ship Of The Imagination“, einem Raumschiff, das ungebunden an Raum und Zeit an alle nur erdenklichen Orte reisen kann. Es ist ein Fest für Augen, Ohren und Hirn.
Noch nie habe ich so viele wunderbare Brainfucks erlebt, wie bei Cosmos. Die schiere „Unendlichkeit“ des Alls und dessen unbegreifliche Größe wurden noch nie verständlicher und vor allem unterhaltsamer dargestellt. 



Aber Cosmos „beschränkt“ sich nicht nur auf das All. In zwei, drei Episoden geht die TV-Serie auf molekulare, atomare Ebene runter und analysiert Minikosmen (ich glaube es gibt keinen offiziellen Plural von Kosmos – man mag es mir also verzeihen) in unserem Körper oder kleinsten „Pfützen“, bzw. Wassertropfen und stellt Zahlenvergleiche auf, die einem den Schädel platzen lassen.
Cosmos ist vielleicht die Antwort auf Alles. Auf Alles was gewesen ist, was momentan ist und auf das was seien wird – vielleicht findet der ein oder andere hier auch seine persönliche Antwort auf den Sinn des Lebens; wer weiss…
Und dafür, dass die Serie dem Zuschauer einerseits seine Winzigkeit und die der gesamten Menschheit vor Augen führt und einem klar wird wie unbedeutend man doch ist, gelingt es ihr dennoch eine unbeschreibliche Wärme und Wertschätzung der Menschen gegenüber zu schaffen, dabei viele kritische Fragen zu stellen und manche auch zu beantworten. Manche, die die Zukunft des Planeten und somit der Menschheit maßgeblich beeinflussen und vor sehr düsteren Zeiten bewahren würden – Science oder Fiction? Entscheidet selbst.
Für mich ist diese Serie mehr, als eben nur eine TV-Serie und Unterhaltung für zwischendurch.

Bild (4,5 P):
Aufgerundete 4,5 Punkte.
Im Grunde genommen lässt sich nicht viel kritisieren, denn die wenigen, etwas schlechteren Aufnahmen liegen in der Natur der Sache begraben und sind sehr gut zu verkraften.
Fangen wir mit den sehr guten Dingen an. Die CGI-Animationen diverser instellarer, interplanetarischer Ereignisse und die zahlreichen Fahrten durchs Weltall fühlen sich nicht nur atemberaubend an, sie sehen auch so aus. Unglaubliche, dynamische und lebendige Farbenspiele in Kombination mit einem tiefen Schwarz und superber Schärfe und Detailzeichnung lassen sehr oft eine ungeahnte Tiefenwirkung entstehen – der Zuschauer fliegt durchs Weltall.
Auch die zahlreichen Trickfilmanimationen (die am Computer entstanden sind) lassen keinen Grund zum Nörgeln. Saubere, scharfe Konturen, satte Farben und und und…



Leider sind ein paar „klassische“ Naturaufnahmen und Backdrops (Hintergründe), wahrscheinlich basierend auf Aufnahmen des Hubble Teleskops, nicht ganz Up-To-Date. So entsteht hin und wieder der Eindruck, dass hier nur eine Upscale-Qualität vorliegt. Hin und wieder lassen sich Interlacing-Spuren ausmachen, die jedoch NICHT am Transfer dieser BD begraben liegen (die BD bietet 1080p), sondern im verwendeten Quellmaterial.

Die ebenfalls zahlreichen Einstellungen mit Dr. Neil deGrasse Tyson (oder einfach Neil genannt – man schaue die Extras) sind weitestgehend sehr schön anzuschauen, besitzen eine ausgezeichnete Schärfe und Detailgrad, aber auch gleichzeitig dieses leichte, plastikartige TV-Doku-Feeling aufgrund eines zwar tiefen, aber nicht sonderlich gut differenzierten Schwarzwertes. Wenn diese Szenen mit Greenscreen-Aufnahmen aufgrund diverser Reisen des Ship Of The Imagination an unvorstellbare Orte und somit CGI-Animationen gemischt werden, mag das Bild hin und wieder etwas weicher wirken; es sieht aber dennoch immer mindestens „gut“ aus.

Und so ist die Serie zwar etwas wechselhaft in Bezug auf ihre Bildqualität, bis auf wenige Dinge aber so gut wie eben machbar und die meiste Zeit über wunderschön und visuell beeindruckend – nicht nur aufgrund dessen was gezeigt wird, sondern auch in welcher visuellen Qualität es dargeboten wird.

Sound (Engl. MA-Audio) (5 P):
Der Master-Audio 5.1-Mix ist eine Ohrenweide!
Habe ich schon erwähnt, dass Alan Silvestri (u.a. Predator, Forrest Gump, Zurück In Die Zukunft, Cast Away & Marvel´s The Avengers) die gesamte Musik komponiert hat? Nein? Alan Silvestri hat die gesamte fu***ng Musik geschrieben!!!


Nicht nur ist der 5.1-Mix extrem fein und es herrscht eine unglaublich dichte Raumfülle und ausgezeichnete Dynamik, der Mix bietet mehr subtile und auch offensichtliche Surroundeffekte, als mancher Hollywood Blockbuster. Und wenn erst mal der Tiefenbass zulangt bleibt kein Stein auf dem anderen. Ich versprech euch nicht zu viel! Wartet bis zur Stelle an dem der Urknall kommt… ihr werdet durchgerüttelt wie selten zuvor!

Bei einer perfekten (!) Klangkulisse darf natürlich auch die Dialogwedergabe nicht schwächeln. Und das tut sie auch nicht. Zu jederzeit sind die Dialoge wunderbar verständlich und sehr gut ins Gesamtgeschehen integriert – eher dominant, aber nie zu dominant; und nie zu schwach.

Extras (3,5 P):
Es gibt zur ersten Episoden einen durchaus unterhaltsamen und informativen Audiokommentar mit Ann Druyan, Mitchell Cannolo, Brannon Braga, Jason Clark und Kara Vallow. Auf den weiteren drei Discs (insgesamt sind besteht die Serie aus 4 BDs) finden sich 3 Videofeatures à ca. 40 Minuten wieder. Einmal die Pressekonferenz bei der Comic Con 2013, des Weiteren drei Vorträge in der Library of Congress und eine Art Making Of. On Top gibt es ein Interaktives Features (der kosmische Kalender), das ausnahmsweise mal nicht schlecht ist. Alles in 1080p.


5,0 von 5 - Story   
4,5 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
3,5 von 5 - Extras

93% Gesamtwertung

90% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Cosmos (2014) – TV-Serie – US-Import

Mittwoch, 24. Dezember 2014

The Equalizer (Film)






Story/Film (1,5 P):
Selten packt mich in letzter Zeit die Muse, um ein paar Zeilen zu tippen. Das liegt nicht daran, dass ich keine Filme mehr schaue oder daran, dass unter diesen Filme nicht der ein oder andere dabei ist über den es wert wäre zu berichten – aus welchen Gründen auch immer. Aber bei The Equalizer muss ich dann doch mal wieder den Mund auf machen Muse hin oder her.

Genau wie ich scheint The Equalizer ebenfalls nicht von der Muse gepackt oder gar geküsst worden zu sein. Antoine Faqua, der Herr der uns schon mit anderen völlig überbewerteten Filmchen über die Jahre genervt hat und erst kürzlich den Boden des Kaffesatzes seiner „Karriere“ mit Olympus Has Fallen erreicht hat, quält uns nun mit einem über 2 Stunden langen und möglichst Story-freien und clichébehafteten… ja was ist es denn? Man bräuchte eine tatsächliche Geschichte und nicht nur eine Aneinanderreihung von Szenen, um ein wirkliches Genre auszumachen. Aber ich will mal nicht so sein… Antoine Faqua wollte wohl mit diesem Vehikel ein Action-Drama-Thriller mit Rachewürze erschaffen. Zu blöde nur, dass kaum bis gar kein Drama aufkommt, da Denzel Washington trotz ständiger Nahaufnahmen, pornorösen Zeitlupenaufnahmen ohne Unterlass und seinen literarischen Wegbegleitern, weder was tiefgründiges sagt und sein Charakter flacher kaum sein könnte. Jajaja… ich weiss, er soll der mysteriöse, gutherzige Einzelgänger und Verfechter der Unterdrückten sein. Alles schon gefühlte 500 Mal dagewesen und es ist ja nicht so, als ob Denzel Washington dieselbe oder eine sehr ähnliche Rolle nicht bereits in Man On Fire gespielt hätte – nur da eben mit Herz und einer gewissen Entwicklung seines Charakters.

Aber Denzel Washington´s Figur ist neben der abwesenden Story nicht das einzige Problem. Alle Figuren stellen Probleme dar. Sei es die überaus hackfressige Chloë Grace Moretz, die eine ausschweifende Einführung in das erfährt was er Zuschauer zunächst, verständlicherweise als Storyansatz und Grundstein einer Charakterzeichnung versteht, welche aber plötzlich, mehr oder minder grundlos, nach 30 Minuten aus der Story rausgeschrieben wurde nicht wieder auftaucht. Wir lassen die letzte, obligatorische Szene von einer Minute mal außen vor – diese macht das ganze eigentlich nur noch schlimmer.



Viel lieber als Story und Charaktere hat Antoine Faqua allem Anschein nach bedeutungslose Szenen, in denen Denzel Washington zeigen darf was für ein gescheiter Klugkopf er doch ist und alles equalizen darf. Etwas Gerechtigkeit verteilen hier, etwas mondäne Rache dort und immer wieder viele Szenen einbauen, die zu keiner Zeit essentiell für die Geschichte sind und unter Garantie auch nicht wieder aufgegriffen werden. So müht sich der Film doch tatsächlich (und das war so jämmerlich peinlich, dass ich fast ausgeschaltet habe) damit ab, die bösen, heillos überzeichneten Russen-Gangster bei deren Nachforschungen zu zeigen, wie sie dem Equalizer auf die Schliche kommen und herausfinden wer er ist. ECHT Film?!?!? Wen interessiert´s?!?!?! Denkst du ernsthaft, dass das relevant ist? Dass es mich interessiert wie ein blöder Gangster jemandem auf die Schliche kommt, wenn ich doch zu 100% weiss, dass er ihm auf die Schliche kommen MUSS, da sonst noch weniger Story vorhanden ist und der Showdown zwischen den beiden Parteien das einzige ist worauf der Film baut????? Oh man… man muss sich dafür aber auch nur durch unzählige, belanglose Szenen quälen, irgendwelche korrupten Cops beim Korrupt-sein ertragen, die für die Geschichte so zuträglich sind wie die ständigen Zeitlupenaufnahmen der „Action“ dienlich sind und welche, wer hätte es gedacht (?), keinen Mehrwert für die Story haben, den Film aber auf über (!!!) 2 Stunden aufblähen.

Aber es gibt ja noch Buddy-Fettarsch-Ich-Will-Feuerwehrmann-Ääääh-Ich-Will-Security-Guard-Werden-Minderheiten-Charakter. Ach wie toll diese Szenen doch geworden sind… glaubwürdig… ohne Ende… Dass diese Figur eigentlich auch völlig überflüssig ist, dürfte niemanden verwundern. Genauso wenig wie die Tatsache, dass man während des Showdowns auf die Millisekunde genau sagen kann, wann Buddy-Fettarsch-Ich-Will-Feuerwehrmann-Ääääh-Ich-Will-Security-Guard-Werden-Minderheiten-Charakter zum Einsatz kommen darf und seine unglaubliche Spezialfähigkeit, die er über die letzten 2 Stunden perfektionieren durfte, das Menschenziehen, zum Besten geben darf. Applaus, Applaus!!!



Das bringt uns zum großen Showdown im Obi-Markt. Ich habe das Gefühl Antoine Faqua wollte heimlich mal Regie bei einem der Saw-Filme führen, wurde aber aufgrund von einem stark ausgeprägten Zeitlupen-Masturbations-Fetisch abgelehnt. Macht nix! In The Equalizer durfte er seinen blutigen Fantasien freien Lauf lassen und extra viel Zeitlupen beifügen. Hach… was für ein Spaß! Und alles läuft so unvorhersehbar ab, die Spannung steigt ins Unermessliche,… - Sarkasmus-Schalter AUS.

Okay… wieso bekommt der Stinker noch 1,5 Punkte? Na ja… das Ausmaß der gesamten Peinlichkeit erschließt sich dem Zuschauer eigentlich erst mit dem späteren Verlauf des Films. Bis dahin hofft man noch auf Story und darauf, dass die vielen belanglosen Szenen noch eine Daseinsberechtigung haben. Und ein paar dieser Szenen sind separat betrachtet gar nicht mal so übel – tun nur eben nichts zur Sache. Auch wenn alles extrem chlichébehaftet ist, nahezu alle Figuren überflüssig sind oder viel zu viel Screentime bekommen haben, da nichts erzählt wird, hat der Film ein paar Sympathieträger für den Zuschauer zu bieten. Die Action kann größtenteils überzeugen, ist jedoch viel zu rar gesät; nur die Zeitlupenaufnahmen und die beweihräuchernde Musikuntermalung nerven.

P.S. Erinnert mich bitte nicht an die perfekt ins Gesamtgeschehen integrierte, vom Timing und vom Schnitt her überaus passende, kleine Explosion nach knapp der Hälfte des Films... wer hier nicht ausschaltet, hat das Schlimmste hinter sich!