Freitag, 6. September 2013

Solaris (1972) – Criterion Collection – US-Import (Blu Ray)



Solaris (1972) – Criterion Collection – US-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!

Story/Film (2,5 P):
Ich stelle hier nicht den Film dem Buch gegenüber, arbeite nicht die Unterschiede heraus oder benenne wieso das Eine nicht zum Anderen passt, denn dies wäre ein Vergleich von Äpfeln und Birnen und in sich vollkommen dämlich.

Ein Wissenschaftler/Psychologe reist auf eine Weltraumstation, um herauszufinden wieso die Besatzung verrückt geworden ist. 1972, 30 Jahre später mit George Clooney oder aus unzähligen anderen Filmen... Solaris´ Prämisse ist heutzutage nichts Besonderes mehr.

Solaris aus dem Jahre 1972 wird von vielen als Meilenstein der Filmgeschichte angesehen. Vor über 40 Jahren mag Tarkovsky´s Werk innovativer und intelligenter gewirkt haben, als es heutzutage der Fall ist… und als es auch wirklich ist. Das Publikum war damals wesentlich einfacher zu beeindrucken und schnell war ein verwirrend dargestellter, überlanger Film etwas „künstlerisch wertvolles“, das den „Horizont von ach so vielen Personen einfach übersteigt“.
Solaris versucht eine Story zu erzählen, die im Grunde genommen recht einfach ist, dennoch aber intelligente Denkanstöße bietet. Jedoch gelingt es dem Film nicht diese nachvollziehbar herauszuarbeiten. Lieber bedient sich Solaris (vorallem zum Ende hin) der Taktik, grundlegende, philosophische Fragen zu stellen, die man aus der siebten Klasse des Ethikunterrichts kennt und vieles mit Art-House-Filmerei zu würzen. So schafft es Solaris zwar eine stimmige Atmosphäre zu generieren, die von tollen und zum Teil einfallsreichen Bildern und Kamerafahrten getragen wird, eine wirkliche (!) Aussage, alles entscheidende Frage und/oder Antwort wird allerdings nicht geliefert oder geht im Art-House-Gequarke unter.

Etwas Philosophie hier, ein bißchen Art-House Bebilderung dort, zwei, drei Themen, die zu Tode geritten, aber nicht wirklich aufgelöst werden, ein Ende, das weniger überraschend ist, als man es gerne zugeben möchte und ein gewaltiger Anteil „Denk dir deinen eigenen Kram, alles ist richtig und trotzdem falsch“ und fertig ist Solaris.

"Och menno... dann geh´ ich halt eben wieder heim."
 
Fazit: Kult – nein. Meilenstein der Filmgeschichte – unverständlicher Weise  ja. Mehr Fiction, als Science und Mystery, als Philosophie mit Kernaussage.
Für Fiction- und Art House-Fans garantiert interessanter und besser, als für die breite Masse. Aber dennoch nicht wirklich gut.
                                                 
P.S. Beschwingliche und epische Science-Fiction Szenen, Weltall und Effektaufnahmen darf man genauso wenig erwarten, wie ausschweifende Sets. Solaris ist über weite Strecken schon fast ein Kammerspiel, zwar schön in Szenen gesetzt, aber im Mittelteil träge und bei Weitem nicht so berauschend, wie viele versuchen den Film zu verkaufen.166 Minuten, die nicht wie im Fluge vergehen.

Bild (3,5 P):
Zweifelsohne wurde hier eine tolle Restaurationsarbeit geleistet. Jedoch macht so manches Ausgangsmaterial eine wirklich gute Wertung unmöglich. So auch im Falle von Solaris. Beinahe durchgehend sieht man bearbeitete Risse (vertikale Streifen) und Ausbesserungen aller Art. Dies kann hin und wieder auch zu einem Einsatz, von etwas zu starken Filtern führen, die verwendet wurden, wenn das Bild stark verrauscht oder unscharf war. Dass in solchen Momenten Doppelkonturen und stehendes Korn auftauchen, sollte niemanden verwundern; schön anzusehen ist´s dennoch nicht.
Dies, die auffälligen, ausgemerzten Beschädigungen und die Tatsache, dass der Schärfegrad nicht immer der beste ist und gerne mal dezent absackt, lassen leider keine gute Wertung zu.

 
Aber das Bild ist dennoch gut schaubar. Die Farben sind meistens natürlich und kräftig und auch die Sequenzen, die in ihrem gesamten Farbton angepasst wurden, weisen eine tolle Differenzierung auf. Der Schwarzwert ist gut, hätte in ein paar wenigen Einstellungen aber auch besser ausgearbeitet sein können und der Kontrast ist leichtwechselhaft.
Der Schärfegrad ist meistens gut, fällt ab und zu jedoch leicht ab, in Nahaufnahmen tritt fast jedes noch so kleine Detail zu Tage und das Bild besitzt eine natürliche Kornstruktur. Das Filmkorn kann während ein paar kurzen Passagen etwas unruhig erscheinen, wurde in zwei, drei Einstellungen leicht mit Filtern unterdrückt, so dass es auffällt und drängt sich ganz, ganz selten für ein paar Sekunden (im Gesamten kaum der Rede wert) leicht in den Vordergrund.

Sound (Russisch LPCM mit engl. UTs/ausblendbar) (3 P):
1.0 Mono. Auch wenn er aus Russland kommt, im Jahre 1972 sollte wenigstens 2.0 drin gewesen sein. Der Monotrack ist sauber, stabil und die Dialogwiedergabe kräftig und stets veständlich (wenn man Russisch spricht). Das wars aber dann auch schon.
Die Dialoge erscheinen im Vergleich zum Rest dezent zu laut, so dass die Musik und die Nebengräusche untergehen.
Klangvolumen, feine Nuancen oder ähnliches darf man nicht erwarten.


Extras (4 P):
Criterion hat einiges an Extras bereitgestellt, jedoch sind das meiste Interviews. Zu Wort kommen die Schauspielerin Natalya Bondarchuk (33 min, 1080i), Kameramann Vadim Yusov (34 min, 1080i), Produktionsdesigner Mikhail Romadin (17 min, 1080i) und Komponist Eduard Artemyev (22 min, 1080i). 
Des Weiteren gibt´s ca. 25 Minuten geschnittene und alternative Szenen, eine fünfminütige TV-Dokumentation zu Stanislav Lem (Author des Romans „Solaris“, der beide Filme (1972 & 2002) ziemlich Kacke findet), einen Audiokommentar von Vida Johnson und Graham Petrie, sowie ein Booklet. Alle Extras haben zuschaltbare engl. UTs.


3,0 von 5 - Story 
3,5 von 5 - Bild 
3,0 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

61% Gesamtwertung


Player:
Panasonic DMP-BD 605

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Solaris (1972) – Criterion Collection – US-Import


Donnerstag, 5. September 2013

The Colony (Film)






Story/Film (2 P):
Bill Paxton und der immer-dicke(re) Laurence Fishburne sind die Stars in The Colony. Viel geholfen hat´s wenig.
Die Welt ist mal wieder im Arsch, aber anstelle von einer endlosen Wüste oder einem endlosen Meer oder verwahrlosten Städten, die von der Natur zurückerobert wurden oder einer atomar verseuchten Oberfläche, herrscht in The Colony bittere Eiszeit und Schnee und Gletscher so weit das Auge reicht. So haben sich die Überlebenden also unter die Erde verkrochen und wenn einer einen Schnupfen hat geht´s zur Heilung vors Erschiessungskommando.

So weit so gut. Und in der Tat fängt The Colony auch einigermaßen vielversprechend an oder ätzt besser gesagt nicht direkt zu Beginn ab. Über weite Strecken versteht es der Filme seine Stärken auszuspielen, die in der gelungenen Atmosphäre liegen und ein paar nette, stimmungsvolle Bilder der eisbedeckten Landschaft präsentieren. Zwar liegt das meiste eher auf einem hochwertigen TV-Look und alles hat man irgendwie, irgendwo bereits schon mal gesehen, aber wie dem auch sei… es passt. 



Allerdings kommt die überschaubare Story nur sehr schwerfällig in Gang, ist bereits im Trailer komplett vorgestellt wurden und die stereotypen Figuren bringen keinerlei Mehrwert. Schauspielerisch gibt´s keine Totalausfälle, eher ist man von den guten Leistungen von Bill Paxton und Co. überrascht. Allerdings gehen diese völlig belanglos am Betrachter vorbei, da die Figuren blasser als die Schneelandschaft sind und eine Charakterzeichnung nur in Form vom Wandel von „lebend“ auf „tot“ stattfindet.

Das bringt uns zu den mordenden Gestalten. Keine Ahnung was diese darstellen sollen?!?! Der Film macht sich diesbezüglich auch keine Mühen und so nenne ich die Mitglieder der meuchelnden Horde einfach „tollwütige Kannibalen-Vampir-Mutanten-Übermenschen-Dinger“. Das trifft´s noch am ehesten. Diese tKVMÜDs sind relativ einfach gestrickt. Ihre Mission lautet „Töten“, ihr Motiv ist „Hunger“. Vollkommen ausreichend für einen Film dieser Art. Kreatives Umsetzen ihrer Missionsziele beherrschen die tKVMÜDs jedoch nicht. Es wird etwas gestochen, etwas gebissen und geschlagen und auch mal etwas aufgespießt… nichts Besonderes. Der Gewaltgrad ist moderat blutig. Dass der Film ungeschnitten bei uns ab 16 erscheinen wird, wage ich zu bezweifeln. Zum Ende schleichen sich zwei wirklich explizite Szenen ein, in der jemand auch mal seinen Kopf zur Hälfte verliert. Ich glaube nicht, dass dies ab 16 Jahren so zu sehen sein wird.

"Ich werd´ immer runzelliger, Laurence??? Du wirst immer fetter! Bald ist Steven Seagal rank und schlank verglichen mit dir."

Während des Showdowns wird der Film dann aber immer schlechter, wirkt gehetzt, hätte story-technisch allerdings auch nichts mehr in Petto gehabt, schustert schnell ein Ende der Marke „Einfallslos“ dahin, vergisst doch tatsächlich das kleine Fünkchen Story/Hoffnung auszuspielen oder hebt es sich bewusst für eine Fortsetzung auf, die kein Schwein interessiert.
Und so bleiben im Grunde genommen alle interessanten Fragen offen. Was sind die tKVMÜDs wirklich? Was wird aus unseren Helden? Was ist das für eine komische Technik, die eine Wetteroase zaubern kann? Oh. Ich glaube, das war ein Spoiler. Wow… ganze drei Fragen wirft der Film auf und keine hat er beantwortet.

Fazit: Scheiss zum nebenbei Schauen. Keine Beleidigung oder was Solides im Endzeit-Horror-Action-Genre, aber auch nichts Gutes oder etwas, dass man zwei Mal schaut.

Mittwoch, 4. September 2013

Oldboy - Remake (Anti-Hoffnungsträger)


Ich hasse ihn jetzt schon...



Link zu IMDB

Link zum Trailer (720p)

Auch wenn von Spike Lee, ist dieses Remake des koreanischen Originals aus dem Jahre 2003, meines Erachtens zum Scheitern verurteilt. Wenn ich an das bis ins kleinste Detail durchdachte Setdesign, die Farben und Muster des koreanischen Originals denke und nun den Trailer des Remakes sehe, habe ich schon keine Lust mehr.

Und Samuel L. Jackson erst... Bei aller Liebe, aber der geht mir im Grunde genommen auch nur noch auf die Nerven. In Django: Unchained zwar wirklich cool, gibt er sich seit gefühlten 10 Jahren aber ansonsten auch für jeden Deck her. Warte nur auf seine erste Rolle in einem Asylum-Kracher.

Dienstag, 3. September 2013

Das Dschungelbuch / Jungle Book – FR-Import (Blu Ray)



Das Dschungelbuch / Jungle Book – FR-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Story/Film (4,5 P):
Über 45 Jahre alt, aber bis auf die letzten 5 Minuten, in denen Disney veraltete Geschlechterrollen musikalisch aufbereitet, kein Stück altbacken.
Das Dschungelbuch ist und bleibt einer der ganz, ganz großen Klassiker Disneys´. Bis auf bereits genanntes, und auch etwas abruptes Ende, ist Jungle Book einfach perfekt.
Locker, luftig, leicht wird ausgiebig geswingt, gejazzt, geboogiet und gewoogiet was der Tanzbär Balu und seine Kumpanen hergeben. King Louie rockt die Hütte, Balu den ganzen Jungle, die Elefanten trampeln und trompeten im Militärmarsch, Mowgli macht freudestrahlend mit, Kaa´ ist der Spielverderber, der immer eins auf die Mütze bekommt und Khan der Miesepeter und Bully, der niemanden leiden kann und zum Schluss entsprechend einstecken muss. 

Aus dieser Sicht verläuft Das Dschungelbuch nach  Schema F, aber wen kümmert´s? Der Film macht einfach zu viel Spaß, die Songs sind zu gut und die Figuren und deren Bewegungen viel zu liebenswert, als hier Punktabzug zu geben. Können Bewegungen liebenswert sein? Ja! Im Falle von King Louie, Kaa´ & Co. schon.
Neben den vielen langen Songs, die allesamt fantastisch sind, können auch die Dialoge auf ganzer Linie überzeugen und die Witze sitzen auch 45 Jahre später noch punktgenau und bestechen mit leichtem Sarkasmus, Rhetorik und Wortwitz. Ebenfalls hervorzuheben sind die vielen Rand- und Nebenfiguren, wie die herrlich schrägen und zum Teil leicht grenzdebilen Elefanten, die Beatles-Pleitegeier, die eigentlich nur Freunde haben wollen oder die hinterlistigen Affen. Auch an der Figuren-Front leistet sich Jungle Book keinen Ausfall. Im Gegenteil. Sich für einen Lieblingscharakter zu entscheiden ist praktisch unmöglich.

Fazit: Versuch´s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit…

Bild (3 P):
Disney hat mal wieder qualitativ eine tolle Arbeit abgeliefert. An ein paar Stellen vielleicht nicht 100% und etwas „veraltet“, im Gesamten jedoch durch und durch und in allen Belangen gut. Hin und wieder treten ein paar Einstellungen auf, in denen das Alter ersichtlich ist, Hilfslinien und „ausgefranste“ Konturen (Auftritt der Elefanten & Affenjagd) sind zu erkennen und in diesen Momenten entsteht ganz, ganz selten auch mal der Eindruck, dass die Farben minimal verblassen.
Aber hey?! All dies hält sich in Grenzen und ist nicht von langer Dauer. Die meiste Zeit über ist das Bild nahezu perfekt. Ein guter Schwarzwert, der jedoch bei Zeiten etwas kräftiger hätte seien können, klare, schön differenzierte und starke Farben, keine Verschmutzungen oder ähnliches, sowie saubere Bewegungen.
Das rechtfertigt ungeschönte, volle vier Punkte, wenn nicht…

4:3
1,75:1

…Achtung! Das Bildverhältnis ist in 1:1,75 und nicht in 4:3, wie der Film ursprünglich entstanden ist. Somit wurde oben und unten was vom Bild weg geschnitten, damit das Ansichtsverhältnis mehr einem Kinoformat ähnelt. Natürlich ist das einerseits ärgerlich und wird von Puristen verteufelt werden, andererseits ist es mir ehrlich gesagt nicht aufgefallen (ich wusste nicht, dass Das Dschungelbuch ursprünglich in 4:3 war). Ob man hierfür die gesamte Veröffentlichung abstrafen soll/darf/muss, kann ich nicht und will ich auch nicht entscheiden – das sollte jeder für sich selbst.
Wieso nicht beide Ansichtsverhältnisse zur Auswahl stehen, kann ich nicht nachvollziehen.
Daher gibt es dann doch einen Punkt Abzug – schade!

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P):
7.1 steht drauf und den Großteil der Zeit bekommt man auch ein sehr gutes 7.1 geboten. Gegen den überragenden 7.1-Mix von Die Schöne Und Das Biest kommt dieser Mix zwar nicht an, aber wenn man mal ehrlich ist kommt dagegen überhaupt kaum etwas an.
Da Das Dschungelbuch aber auch deutlich älter ist, kann auch mehr verziehen werden und so stört es eigentlich zu keiner Zeit, dass es nur recht wenig bis keine Umgebungsgeräusche zu verzeichnen gibt. Dafür unterstützen jedoch alle Kanäle die großartigen Songs, verleihen dieser Volumen, eine ausgeprägte Dynamik und feine Nuancen, so dass das gesamte Heimkino mitswingt.

♪ ♫♪ ♫ Ob in 4:3 oder in 1 und 7,5. Es ist mir völlig schnurz in diesem Fall ♪ ♫♪ ♫

Die Dialoge sind glasklar und stets verständlich und zu keiner Zeit kommt es zu Rauschen, übersteuerten S-Lauten oder ähnlichen Dingen.
Der Mix ist sauber, stabil, dynamisch, kräftig, voluminös und raumfüllend und bietet eine solide Portion Bass.

Extras (4 P):
Audiokommentar vom Mowgli-Sprecher und anderen, der Film auf DVD, ein alternatives Ende in Storyboard-Form, eine geschnittene Szene mit Rocky, dem Nashorn und diverse Videofeatures. Das ist u.a. ein mehrteiliges Making Of, 5 weitere Reportagen, 7 Werbedokumentation zum Disney-Park in Amerika, Karaokeversionen zu Songs aus dem Film und etwas Kleinkram. Es klingt nach mehr als es ist und einiges davon ist auch nicht sonderlich empfehlenswert, wie beispielsweise die dämlichen Werbefilmchen zum Vergnügungspark.



4,5 von 5 - Story   
3,0 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

80% Gesamtwertung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Das Dschungelbuch /
Le Livre de la Jungle – FR-Import


Montag, 2. September 2013

Iron Man 3 – FR-Import (Blu Ray)



Iron Man 3 – FR-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Story/Film (2 P):
Achtung! Folgende Zeilen werden Informationen beinhalten, die manch Einer als Spoiler betrachten könnte. Auch kann es sein, dass es zu Kraftausdrücken kommt.

Iron Man 3… hiergegen ist Iron Man 2 ein kleines Meisterwerk. Klingt komisch und traurig, entspricht aber leider der Wahrheit.
Iron Man 3… hätte man auch auf Tony Stark 1 taufen können, denn es gibt nahezu kein Iron Man in Iron Man 3. Ich verarsch´ euch nicht! Im Gegensatz zum Trailer und einem aussagekräftigen Titel, sage ich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mir The Avengers helfen. In 130 Minuten bekommt der Fan des Eisernen Mannes eigentlich nur komische, rotglühende Super-Schurken zu Gesicht, deren Spezialfähigkeiten so dämlich und wechselnd sind, dass die Schwarze Masse aus Prometheus, als einfach gestrickte Kinderknete verstanden werden kann.
  
Mal Körperteile regenerierend, mal explodierend weil instabil, dann aber auch Energie absorbierend, weil… ja… weil gerade passend, dann superschnell, extrem hoch erhitzend, aber Klamotten verschonend, gerne auch mal Feuer spuckend (mir ist das Popcorn im Halse stecken geblieben) und generell super-kräftig machend, weil cool. Sucht´s euch aus, ist sowieso scheissegal. Dass der Mandarin eine Nebenrolle spielt und es hier noch einen Twist in dessen Charakterzeichnung gibt, den viele als Unverschämtheit betrachtet haben, mag den Comic-Nerds zwar aufgestoßen sein, wenn diese jedoch DAS als einzige Schwäche des Films ansehen, sind die Nerds zu beneiden. Ich fand Ben Kingsley in seiner Rolle gut und die Witze haben etwas Schwung ins ansonsten lahme Gelaber und Geschehen gebracht.

Auf Iron Man jedoch wartet man vergeblich. Man wartet und wartet und dann geht erst mal Tony´s Häuschen kaputt, allerdings überrascht das niemanden, denn den Trailer hat jeder zuvor bereits gesehen. Also wartet man weiter… man muss sehr viel und sehr lange warten, denn… wer hätte es gedacht… sein Anzug ist hinüber und so zieht unser Sunnyboy seine eiserne Hälfte im Schlepptau durch die Kleinstädte Amerikas, versucht mit Hilfe eines kleinen Jungen seine neueste Prototyp-Blechdose wieder zum Laufen zu bekommen und wird zwischenzeitlich von Panikattacken geplagt, die weder wirklich storyrelevant sind, noch irgendwo hin führen. Den gesamten Mittelteil passiert praktisch nichts was eine Comicverfilmung ausmacht und was der Zuschauer bei einem Iron Man Film erwartet.
Es wird wieder einmal ein Superheld in der Krise gezeigt. Von Selbstzweifeln/Panikattacken geplagt und seiner Superkräfte beraubt (kaputter Anzug) irrt der Held durch die Nacht, macht hier etwas, hilft dort etwas, muss sich seiner Menschlichkeit und normalen Fähigkeiten besinnen, um…. *gähn* 
Ich glaub ich bin gerade weggenickt. Wo war ich? Ach ja… um… Bla Bla Bla. Alles schon mal da gewesen und jedes Mal eher langweilig. So auch im Falle von Iron Man 3.
Dann wird noch etwas „Oh Schreck! Pepper Potts ist in Gefahr“ in den Mix geworfen. Wer drauf reinfällt ist selber Schuld. Der Präsident kommt irgendwie auch noch drin vor und muss um sein Leben bangen, versteckt wird eine politische Verschwörungsgeschichte angedeutet, Air Force One geht auf Geiersturzflug und wenn alles heillos und verloren erscheint, greift Tony in seinen Milliardärs-Zauberhut und zieht flux eine ganze Armada an ferngesteuerten Iron Man Suits aus seinem Millionen-Dollar-Arsch, die er sich extra für´s Grande Finale aufgehoben hat, obwohl er sie jederzeit hätte rufen können und rettet so den lahmen Tag vorm Aus.

"Scheisse, Scheisse... So´n Mist. Hätte ich doch bloß ein paar Ersatz-Anzüge, die nicht einfach so den Geist aufgeben...

...Tadaaaa! *Puh* Das war aber knapp. Gut, dass ich den neuen Prototyp dennoch die letzten 90 Minuten über repariert habe. Es hätte ja sein können, dass einer der 30 anderen nicht funktioniert."

Okay… das klingt alles ziemlich katastrophal und im Gesamten ist´s das auch. Aber der Film hat auch seine Momente. So ist beispielsweise die Szene, in der die Villa zu Klump geschossen wird wirklich gut umgesetzt und rockt. Außerdem hat Tony wieder einmal ein paar äußerst schnippige, sarkastische und  gelungene Sprüche drauf und der Mittelteil, so überflüssig er auch sein mag und so nervig die fruchtlose Warterei auf Iron Man auch ist, hat ein paar (alleine betrachtet) gute Sequenzen zu bieten. Die Action ist solide bis sehr gut, der dunkle Ton des Films ist an manchen Stellen äußerst gut, jedoch aufgrund vieler furchtbar übertriebener Dinge und dem Mandarin-Komiker im Endeffekt unausgereift und inkonsequent.
Der Showdown ist passabel, hat einige Höhepunkte, aber auch genauso viele Dummheiten. Logikfehler sind zahlreich, können nicht immer gänzlich außer Acht gelassen werden und die Charakterzeichnungen sind uninteressant, tausendmal bekannt und bremsen den Film bitter aus.

Fazit: Unterdurchschnittliche Comicverfilmung mit wenig Action und noch weniger Iron Man, dafür aber umso mehr „Mann in Krise“ und etwas Witz und viel Kopfgeschüttel. Und das Ende... oh leck. Ich sag nichts mehr, sonst bekommt er doch noch weniger Punkte.

P.S. Auch das tolle Tribut an Robocop und The Terminator können den langweiligen und inspirationslosen Gesamteindruck leider nicht ändern.

P.P.S. Da hab´ ich mich mit den Kraftausdrücken aber gepflegt zurück gehalten… meine Mutter wäre stolz auf mich.

Bild (4 P):
Ich muss mal ein Machtwort sprechen. Das Bild ist bei weitem nicht perfekt und garantiert auch nicht sehr gut.
Es ist deutlich zu dunkel! Der Schwarzwert mag zwar kräftig sein und kann hin und wieder für einen sehr guten Kontrast sorgen, dafür ist er jedoch nicht gut differenziert, frisst größflächig Details auf, verhindert in den zahlreichen Nachtaufnahmen eine gute Durchzeichnung und lässt diese weicher erscheinen, als Nahaufnahmen und Szenen bei Tag.
Ansonsten gleicht das Bild allen neueren Comicverfilmungen. Die Farben sind kräftig. Die Schauspieler scheinen alle einen mehrwöchigen Aufenthalt unter der Sonnenbank hinter sich zu haben, dermaßen braun sehen sie aus. Denke nicht, dass es an den Farben selbst, sondern an Hollywoods´ Schönheitswahn und dem zu dunklen Bild liegt. Der Schärfegrad ist sehr gut, wird aber vom Schwarzwert negativ beeinflusst. Nahaufnahmen sehen am besten aus und haben eine bombastische Detailzeichnung und es herrscht generell kein Rauschen.

P.S. Aufgrund heutiger Fertigungsstandards wage ich es zu bezweifeln, dass die kommende deutsche oder amerikansiche Veröffentlichung ein besseres Bild haben wird.

Sound (Engl. MA-Audio) (4 P):
Aufgerundete 4 Punkte. Ich bin nicht begeistert. 7.1 steht drauf, jedoch herrscht aufgrund der Action-Armut auch Effekt-Armut und das 7.1 kann sich kaum entfalten. Iron Man 1 & 2 hatten einfach mehr zu bieten, waren einfallsreicher, basslastiger und spektakulärer. Man denke nur an die Absprungszene aus dem Helikopter im zweiten Teil, direkt zu Beginn des Films (Kapitel 2), an den grandiosen Endfight im japanischen Garten oder die Flugmanöver aus Teil 1 oder oder oder… Iron Man 3 hat leider kaum etwas, das heraus sticht.

"Aaaargh... Uuuuuaaah! Erkennst du mich denn nicht? Ich bin der Höhlentroll aus Herr Der Ringe... nur aus Gusseisen!"

Aus technischer Sicht gibt´s absolut nichts zu meckern. Der Mix ist präzise, die Stimmen immer sehr gut verständlich, die Balance ist ausgewogen, die Dynamik wurde nicht begrenzt und die wenigen Action-Szenen haben ein paar gute Momente, sind aber nie (!) erwähnenswert oder halten irgendwelche Highlights bereit.
Ich persönlich bin solcher Soundmixe einfach nur überdrüssig. *Gähn*

Extras (2 P):
Die Extras halten sich auch in Grenzen. Es gibt einen 15-minütigen Kurzfilm, einen Audiokommentar, Deleted Scenes und Gag Reel, einen lächerlichen Behind The Scenes Blick zum neuen Thor (2 Minuten) und ca. 20 Minuten „richtige“ Making Of Extras zum Film in Form von zwei Featurettes.



2,0 von 5 - Story   
4,0 von 5 - Bild 
4,0 von 5 - Sound
2,0 von 5 - Extras

59% Gesamtwertung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Iron Man 3 – FR-Import


Umfrageergebnis (Post)


Die Frage, ob die Schauspielleistungen in Spielfilmen oder TV-Serien besser sind, ist beantwortet.


6 von 12 sind der Meinung, dass es in TV-Serien schauspieltechnisch besser zur Sache geht, 4 von 12 finden die Leistungen in Spielfilmen jedoch ansprechender und nur 2 sehen keinen Unterschied.

Da mir so eine Umfrage gut gefallen hat, habe ich mir auch eine weitere ausgedacht.