Dienstag, 25. Februar 2014

Shadow Dancer (Blu Ray)




Story/Film (1,5 P):
Wow! Was für eine trantütige Schnarchgranate, was für eine Schlaftablette der ereignislosen Art…

Shadow Dancer mag an sich ja ein recht ambitionierter Versuch gewesen seien und die ersten 10 Minuten waren durchaus sehr gut und spannend umgesetzt. Im weiteren Verlauf verliert der Film aber leider an Fahrt und an Können, das Skript wird vorhersehbar, die Dialoge werden langweilig, es passiert eigentlich nichts und wenn dann doch mal etwas passiert, ist´s entweder eine Abwandlung einer zuvor bereits gesehenen oder angedeuteten Szene oder schlicht und einfach dumm. Es ist kaum zu glauben, welch grobe Schnitzer sich der Film erlaubt oder offensichtliche Logikfehler aufgrund Unvermögens des Regisseurs oder des Cutters entstehen.

Ich spreche hier explizit von einer Szene. ACHTUNG SPOILER. Während eines Attentatsversuches, in den unsere Protagonisten verstrickt ist, kommen urplötzlich aus allen Ecken Polizisten gesprungen, Sirenen heulen auf und Einsatzwagen kommen angerast. Unsere zermürbte, knöcherne Jammer-Mama hüpft mir nichts dir nichts ins erstbeste offene Eigenheim der angrenzenden Nachbarschaft, dreht sich dreimal schwungvoll im Kreis, zieht den Schritt etwas an, hüpft weiter durch den Garten ihres unfreiwilligen Gastgebers (mittlerweile auch unmaskiert) und schreitet energischen Ganges gen Freiheit. Die Einsatzkräfte haben sich entmaterialisiert, zur Tea-Time in der schockierten Nachbarschaft eingemietet oder ziehen es vor durch Abwesenheit zu glänzen, was nach dem beherzten Einschreiten 5 Sekunden zuvor einfach völlig dämlich erscheint.
Und wie oft unsere Protagonisten sich mit den blödesten Ausreden der Welt aus der Schlinge ziehen kann, verstehe wer will. Die IRA wird´s auch nicht beantworten können... SPOILER ENDE.




Viel mehr gibt´s eigentlich auch gar nicht zu berichten. Das zwischenmenschliche Drama ist öde, das Skript langweilig, die gesamte Story und die Prämisse sind löchrig, wie ein Schweizer Käse und auch wenn schauspielerisch einiges Gutes geboten wird, stinkt Shadow Dancer doch ziemlich ab und darf weiterhin in den staubigen Schatten der Videothekenregale sein tänzelndes Dasein fristen, bis ein beherzter Bediensteter diese Gammel-Gurke artgerecht entsorgt.

Bild (2,5 P):
Auch beim Bild macht der Film seinem Namen alle Ehre. Vielleicht sollte man „shadow“ jedoch durch „grainy fog“ ersetzen, um den Tatsachen gerechter zu werden, denn nahezu ausnahmslos hat der Zuschauer das Gefühl durch eine trübe, leicht verkörnte Suppe zu blicken. Die Ausleuchtung ist einfach nur "komisch", die Farben wirken blass und das Bild im gesamten leicht überstrahlt, der Schärfegrad und die Detailzeichnung liegen nur auf einem soliden Level und Schwarzwert gleicht eher einem Grauwert. Auch in extremen Close-Ups oder hell erleuchteten Tageslichtszenen erklimmt das Bild dieser BD kein sehr gutes Niveau, erreicht allerhöchstens hier und da vereinzelnd gute Einstellungen und zu keiner Zeit herrscht auch nur ein Hauch an Plastizität.

Da es jedoch zu keiner Zeit zu drastisch unterdurchschnittlichen Einstellungen kommt und man immer noch von HD sprechen kann (nur eben keinem gelungenen), lassen sich noch gerade so 2,5 Punkte vergeben – akzeptabel bis hin und wieder solide, aber immer hässlich.



Sound (Engl. MA-Audio) (3,5 P):
Aufgerundete 3,5 Punkte.
Schon traurig, wenn eine geschönte 3,5 Punkte-Wertung im Soundbereich das Beste an einer Blu Ray ist…
Der 5.1-Mix von Shadow Dancer ist unspektakulär und auch für einen ruhigen Film zu keiner Zeit sehr gut. Während einzelner, kurzer Szenen erklimmt der Mix hin und wieder (und das ist sehr, sehr selten) ein gutes Niveau und präsentiert eine Hauch an Räumlichkeit und ein paar ganz wenige, subtile Umgebungsgeräusche, die meiste Zeit über jedoch kann er außer einer guten Balance, einer generellen Frontlastigkeit und einer guten, aber dennoch schwer verständlichen Dialogwiedergabe aufgrund des Akzents, nichts bieten.

Präzision und Dynamik sind zwar gegeben, aber der Mix hat kaum Passagen um dahingehend zu punkten und hinterlässt einen genauso öden Eindruck, wie der Film selbst und passt fast perfekt zum tristen und nebligen Bild.




Extras (1,5 P):
Audiokommentar mit Regisseur James Marsh und Autor Tom Bradby, Trailer und ein kurzes, blödes Making Of.



1,5 von 5 - Story   
2,5 von 5 - Bild 
3,5 von 5 - Sound
1,5 von 5 - Extras

43% Gesamtwertung

54% technische Umsetzung 

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Shadow Dancer


Montag, 24. Februar 2014

Zatoichi: The Blind Swordsman – The Tale Of Zatoichi – US-Import (Criterion Collection - Blu Ray)





Zatoichi: The Blind Swordsman – The Tale Of Zatoichi – US-Import ohne dt. Ton (Criterion Collection - Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!

Story/Film (3,5 P):
The Tale Of Zatoichi ist der erste Film der kultigen und wahrscheinlich längsten Filmreihe der Geschichte. Die japanische Saga um einen blinden, einsamen „Yakuza on the road“ mit dem Herzen am rechten Fleck, welcher wenn er nicht gerade andere Yakuza verbal oder wortwörtlich ausspielt, armen Frauen in Not hilft und bei diesen landet, oder einfach nur eine gemütliche Zeit haben will und mit seinem Tagesverdienst als Masseur versucht über die Runden zu kommen, erreichte schnell Kultstatus und bekam innerhalb von 11 Jahren (1962-1973) 24 Fortsetzungen spendiert.

Der erste Teil liegt in S/W vor und kann vor allem mit seinen tollen, unterhaltsamen und frischen Charakteren überzeugen, regelrecht begeistert ist man jedoch von Shintarô Katsu alias Zatoichi, dessen Darbietung einfach nur fantastisch ist und verdientermaßen von den meisten Personen in den Himmel gelobt wird.
Nicht minder gut gelungen sind die stylischen Kameraeinstellungen, das tolle Design und die sehr schönen, authentisch wirkenden Kostüme, sowie Bauten, die ständig und an jeder Ecke zu sehen sind.

Die Story des ersten Teils ist recht klassisch gestrickt, zu mindestens wenn´s um altertümliche Samurai, bzw. Ronin-Filme geht, vermag zwar zu überzeugen, aber leider nicht zu begeistern. Etwas zu simpel gestrickt, mit ein paar leichten Hängern im Mittelteil aufgrund eines etwas trägen Tempos, gelingt es Zatoichi bei seinem Debut leider keine ungeschönt gute Wertung zu erklimmen, weiss aber dennoch zu unterhalten. Die Twists und Handlungsstränge erinnern etwas Kurosawa´s Yojimbo, haben aber nicht ganz deren Klasse und ein Hauch von Seven Samurai steckt natürlich auch drin. Daher wirkt vieles bis auf seinen hervorragenden Hauptcharakter selbst im Jahre 1962 nicht mehr ganz so frisch, wie es beabsichtigt war, grob fahrlässige Fehler schleichen sich aber zum Glück nicht ein.

Mit einer teils ausgezeichneten Portion Humor, tollem Wortwitz, superben One-Linern und einigen intelligenten Szenen und sehr schönen Dialogen versetzt, ein paar wenigen Actionspitzen und zwei, drei genialen Choreographien gewürzt und in stellenweise sehr atmosphärische Bilder getaucht, stellt The Tale Of Zatoichi einen gelungenen Auftakt zu dieser kultigen Filmreihe dar.



Kurzabriss der Story: Zatoichi gerät bei seiner Durchreise durch eine Kleinstadt zwischen die Fronten zweier verfeindeter Yakuza-Gangs. Hier trifft er u.a. auf einen schwer erkrankten Ronin, welcher sich der Gegenseite verschrieben hat und doch freunden sich beide aufgrund ihrer Aufrichtigkeit dem Gegenüber, ihrer Loyalität, ihrem Können und ihrer Integrität, an. Als nun schlussendlich die Clans gegeneinander aufziehen und zum großen Gefecht blasen, müssen sich Zatoichi und der fremde Ronin aus Edo entscheiden, zu wem sie stehen und wem sie gegenüber treten.

Bild (4,5 P):
Aufgerundete 4,5 Punkte.
Criterion delivers once again.          
Zunächst war ich etwas skeptisch. Drei Filme auf einer Blu Ray… das kann schnell in die Hose gehen. Ist es zum Glück nicht und der erste Zatoichi Film sieht in seiner 2K Abtastung über weite Strecken sehr gut aus.
Wirkliche Abfälle gibt es eigentlich nicht. Lediglich in zwei kurzen Einstellungen fällt die Qualität auf ein gerade noch akzeptables Niveau ab, ansonsten wird ein sehr hochwertiges S/W Bild geboten. In ein paar Einstellungen, meistens extremen Close-Ups und ein paar sehr gut ausgeleuchteten Weitwinkelaufnahmen zeigt sich die Blu Ray von ihrer Sahneseite und bietet Referenzniveau, wie man es beispielsweise von TheTwilight Zone öfters gewohnt ist.

Die meiste Zeit über liegt die Feindetailzeichnung (nur) auf einem guten Niveau, der Schärfegrad jedoch ist einwandfrei, Fokusfehler schleichen sich lediglich in ganz, ganz seltenen Ausnahmen ein, welche aber keine zu gravierenden Ausmaße annehmen und der Schwarzwert sorgt für einen guten Kontrast und eine schöne Durchzeichnung. Die ganze Zeit über kann man ein sehr feines Filmkorn wahrnehmen, in den Vordergrund drängt es sich nie. Details werden auch keine von der Kornstruktur verschluckt – es sieht einfach wunderbar natürlich aus.



Das Bild wirkt stabil, zwei, drei Mal erschien es mir jedoch, als habe ich ein minimales Bildrandflackern wahrnehmen können, welches allerdings augenblicklich auch wieder verschwand. Des Weiteren wurde das Bild so gut es geht von Verschmutzungen und Beschädigungen befreit und ist sehr sauber. Dennoch kann man an einzelnen, raren Stellen ein paar kleine Schmutzpartikel ausmachen, die den fast sehr guten Gesamteindruck jedoch nicht schmälern können.

Sound (Japanisch LPCM mit engl. UTs/ausblendbar) (4 P):
The Tale Of Zatoichi liegt, wie alle weiteren Teile auch, in einem Mono-Track vor. Zwar ist auch dieser nicht ganz so brillant, sauber und dynamisch, wie beispielsweise der von The Twilight Zone, dennoch kann er auf ganzer Linie überzeugen und bietet eine saubere und weitestgehend präzise Dialogwiedergabe, so dass ich sogar noch in der Lage war dem ein oder anderen Dialog marginal zu folgen ohne die Untertitel zu Hilfe zu nehmen.

Die Front und all ihre Effekte erweist sich als überraschend präzise, leider kann die viel zu selten aufspielende Filmmusik ihr Klangvolumen nur bedingt entfalten und es hätte hier wohl einer dezent dynamischeren Abmischung bedurft, um kräftiger aufzuspielen.



Extras (3 P):
Bei der Kritik der Extras dieser edlen Sammlerbox, bewerte ich die gesamten Extras aller 25 Filme. Neben einer wunderschönen Aufmachung und 25 neuen Designs von 25 verschiedenen Künstlern zu den jeweiligen Teilen, bietet die Box ein vollfarbiges, 100-seitiges Hardcover-Buch mit eben jenen neuen Illustrationen, einem Essay von Geoffrey O'Brien, weiteren interessanten Hintergrundinformationen und der original Kurzgeschichte von Kan Shimozawa. Dieses Buch ist in der Tat eine Augenweide und das beste „Booklet“ welches ich je bestaunen durfte.

Des Weiteren gibt es zwei Videointerviews. Eins mit dem Regisseur John Nathan, welcher über seine Treffen, bzw. Begegnungen mit dem 1997 verstorbenen Zatoichi Darsteller Shintaro Katsu berichtet (ca. 20 Minuten) und eins mit Asian Film Experte Tony Rayns (ca. 30 Minuten). Darüber hinaus befindet sich auch noch eine ca. einstündige Dokumentation über Shintaro Katsu und dessen Kunst aus den 70er Jahren auf der Extra-BD. Neben diesen drei Videofeatures findet man auch noch alle Trailer, aller hier vertretenen Zatoichi Filme auf HD.

Wenn man die Gesamtanzahl der Specialfeatures nun auf jeden Film runter brechen würde, könnte man wohl keine allzu hohe Wertung geben; man würde der Sammlerbox aber leider nicht gerecht werden. Und so entscheide ich mich für den goldenen, etwas geschönten, aber dennoch fairen Mittelweg und vergebe 3 Punkte.



Fazit: Mehr für´s Auge, als für´s Hirn.

P.S. Neben den 9 Blu Rays mit allen Filmenund Extras in HD, befinden sich auch 18 DVDs mit allen Filmen und Extras in SD-Auflösung in dieser Box.

3,5 von 5 - Story
4,5 von 5 - Bild 
4,0 von 5 - Sound
3,0 von 5 - Extras

76% Gesamtwertung

81% technische Umsetzung

Player:
Panasonic DMP-BD 605

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Zatoichi: The Blind Swordsman – The Tale Of Zatoichi – US-Import aus der Criterion Collection

Samstag, 22. Februar 2014

Gravity (Blu Ray)




ACHTUNG SPOILER !

Story/Film (1 P):
Ach du meine Güte! Was´n Pupes… was´n Kappes… was für ein vollkommen blöder Film.

Wenn man Gravity als nicht allzu ernst gemeinten Weltraum Abenteuerfilm vermarktet hätte… dann wäre zwar immer noch kein guter Film dabei raus gekommen, es wäre aber weniger peinlich gewesen, als dieses sinnentleerte Weltraumvehikel ohne Sinn und Verstand und mit mehr Löchern, als die russische Weltraumstation.

Aber! Zuerst das Gute. Die Kameraarbeit ist zum Teil fantastisch gut und liefert neben ein paar sehr schönen Weltraumaufnahmen auch die ein oder andere künstlerisch wertvolle Einstellung; hier meine ich Sandra Bullock in Fötusstellung vor dem Fenster der Luke, nachdem sie den Anzug das erste Mal ablegt.
Des Weiteren sind die Specialeffects und actiongeladenen „Katastrophenszenen“ ebenfalls großartig in Szene gesetzt.
Auch die soundtechnische Untermalung ist hervorragend und außer der ekelhaft unpassend pathetischen Säuselmusik innerhalb der letzten 2 Minuten gibt es daran nichts auszusetzen.

Das war´s aber auch schon. Der komplette Rest, der gesamte Film im Grunde, ist Weltraumschrott der Marke Sondermüll.
Wo soll ich nur anfangen?
Gravity ist mit so viel Logikfehlern und Dummheiten vollgestopft, dass selbst das unendliche All kaum Platz findet diese zu beherbergen, geschweige denn zu verstecken.
Ich fange einfach mal an.

Wenn ich noch ungefähr 0-5% Sauerstoff im Tank habe, schwadronier ich dann über Gott und die Welt??? Na klar! Denn wir alle wissen, dass labern deutlich weniger Sauerstoff verbraucht, als die Klappe zu halten und gleichmäßig und ruhig zu atmen.
Wenn meine Kollegin nur noch ungefähr 0-5% Sauerstoff im Tank hat, animier ich sie dann zum schwaduddeln? Sicher! Denn wir alle haben eben gelernt, dass labern deutlich weniger Sauerstoff verbraucht, als die Klappe zu halten und gleichmäßig und ruhig zu atmen.
Und wenn ich dann schon nur noch giftigen Kohlenmonoxid atme, kraxel ich noch in aller Seelenruhe über die halbe russische Station, mache dramaturgische Pausen, schwinge noch ein paar Heldenreden und führe ausschweifende Dialoge… 

"Eddie... bin dann mal weg. Ich nehm die Logik und die Story mit... nicht das wir sie bis jetzt benötigt hätten. Also vermisst sie auch keiner, genau so wie miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiich...


Interessant finde ich auch die Tatsache, dass im schwerelosen Weltall Fliehkräfte und Anziehungskräfte herrschen. Vielleicht hatte George Clooney aber auch einfach keinen Bock mehr auf das mistige und dröge Skript und bat mit einem der dümmsten und größten physikalischen Logikfehler der Filmgeschichte aus dem Drehbuch geschrieben zu werden.
Ich habe keinen Doktor in Physik und auch wenn ich schon viel rumgekommen bin, ins All habe ich´s noch nicht geschafft. Daher lasse ich mich, sollte ich falsch liegen, gerne von einem Astronauten oder Physiker des Gegenteils belehren. Aber wie kann es denn seien, dass ein Gegenstand (hier: George Clooney), der sich im Weltall im Stillstand befindet, eine Minute nachdem er von einer Geschwindigkeit X abgebremst wurde, sich wieder ohne Fremdeinwirkung voran bewegt, wenn ein Halteseil gekappt wird. Meine Fresse! Er befindet sich im Stillstand… in einem schwerelosen Raum. Hier können keine Kräfte mehr auf das Halteseil wirken, es gibt keine Gravitation, keine Anziehungskräfte, das ist physikalisch unmöglich!!!

"Halt durch! In 90 Minuten ist alles vorbei. Ich bin tot, du bist dumm aber am leben, der Zuschauer ist eingeschlafen oder von den Effekten geblendet und Anfang März sehen wir uns zu den Oscars wieder und werden beweihräuchert."


Nicht minder blöde ist die Szene, in der Sandra Bullock mit der Rettungskapsel auf Geiersturzflug gen Erde geht. Hier gelingt es doch tatsächlich einem anfänglich hinter ihr her fliegenden Schrottteil an Geschwindigkeit aufzubauen, so dass dieses ihre Kapsel noch beschädigen kann. Wie das funktioniert soll mir bitte auch mal jemand erklären. Ich weiss, ich weiss… das Skript hat halt eben noch einen Cheap Thrill benötigt.
Apropos Cheap Thrills. Was ist das denn bitteschön für ein Weltraum-stalkender Schrotthagel, der es ständig schafft immer und überall zu seien? I smell bullshit! Das australische Opernhaus in Sydney erscheint weniger konstruiert, als dieser Film.

Und das eine Rettungskapsel beim Türe öffnen direkt absäuft, weil die kleinste Welle das metallene Ei zum Volllaufen bringt, glaube ich auch nicht…

Oh! Auch eine tolle Szene. Wall-E lässt grüßen. Ich wage es irgendwie zu bezweifeln, dass ein Feuerlöscher die Geschwindigkeit einer derartig beschleunigten Person im Weltall ausgleichen kann und entsprechend viel Gegenschub aufbringen kann. Ich mag mich täuschen… es sah aber furchtbar unglaubwürdig aus.

Apropos unglaubwürdig. Habe ich schon erwähnt, wie wunderbar knapp die gute Sandra Bullock allen unglaubwürdigen Katastrophen entkommt? Nein? Na ja… dass der Film ein klitzekleines bisschen konstruiert erscheint, habe ich aber doch schon erwähnt, oder?

All dies ist alleine schon schlimm genug. Vor allem, wenn ein Film ernsthaft versucht realistisch zu erscheinen.

Der Rest taugt aber auch nichts. Schauspielerisch gibt´s nichts, aber auch gar nichts Besonderes zu sehen. Sandra Bullock hat einfach nicht das Kaliber oder das Können (oder zu mindestens nicht hier), um einen Film über weite Strecken alleine zu tragen. Ihre große Charakterszene, in der die Gute noch anfängt Hundegebell nachzumachen und die im Skript wohl als Herz zerreißend angedacht war, kam ziemlich (!) peinlich rüber. Den Rest des Films über glänzt aber auch keiner. Entweder sind die Gesichter hinter den Scheiben der Weltraumanzügen versteckt oder Sandra Bullock müht sich mit ihrer gelifteten Visage einen ab, bringt aber nichts rüber.

"Wuff, wuff!"


Die Charakterzeichnung ist öde und einfältig, die Charakterentwicklung billigster Stand, ständig müssen Selbstgespräche geführt werden, da halt eben schauspielerisch nichts geboten wird, die Monologe wurden allem Anschein nach innerhalb von 5 Minuten dahin gezimmert und Spannung ist so abwesend wie George Clooney in der zweiten Hälfte des Films.

Fazit: Eine der vielen und eine der größten Enttäuschungen der letzten Zeit und somit ein klarer Oscaranwärter.

P.S. Wer einen guten Film mit ähnlicher Prämisse, aber hervorragender Schauspielleistung sehen möchte, schaue sich doch einfach Robert Redford in All Is Lost an.

Bild (4,5 P):
Man ist schnell verleitet dem Bild die Höchstwertung auszustellen, denn der Anfang sieht einfach bombastisch gut aus – Referenzqualität.

Vielleicht gehe ich mit dem Bild etwas hart ins Rennen und urteile zu streng, jedoch fällt es meiner Ansicht nach deutlich auf, dass die Qualität im Inneren diverser Weltraumstationen, -sonden u. –kapseln spürbar abfällt. In eben dieser Zeit verschluckt der Schwarzwert gerne ein paar Details, der Kontrast sinkt minimal und die ansonsten extrem feine, kaum sichtbare und praktisch nicht spürbare Kornstruktur tritt leicht in den Vordergrund und zeichnet das Bild dezent weicher. Das ist wahrscheinlich gewollt damit man nicht sieht, wie alt Sandra Bullock in Wirklichkeit ausschaut - wirkt sich allerdings negativ aufs Sehvergnügen aus.

Und so, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen, lässt sich sagen, bietet die Blu Ray während Szenen im freien All Referenzqualität, im Inneren der überall, Tür an Tür umher sausenden Stationen und Rettungskapseln erreicht das Bild allerdings nur eine gute bis stellenweise sehr gute Wertung. Das hätte ich von einem brandaktuellen Film nicht erwartet; eine kleine (!) Enttäuschung.

"Aaaaaaah! Scheisse! Die Schwerelosigkeit zieht mich hinfort. Ich bin zu schwerelos!!! Lass mich besser los, sonst reisse ich noch ein Schwarzes Loch ins Universum!"


Sound (Engl. MA-Audio) (5 P):
Im Gegensatz zum Film, kann man beim Sound von einem kleinen Meisterwerk sprechen. Der 5.1-Mix rockt vielleicht nicht die Hütte und versucht im offensichtlichen Widerspruch zum Skript Realität zu suggerieren, gelingen tut ihm dies aber leider auch nicht, dennoch ist er ein regelrechtes Erlebnis.

Der Sound ist eine Mischung aus dem Inneren der Helme der Astronauten mit all ihrem stellenweise blechernen Hall, den Stereoseparationen der eingebauten Lautsprecher oder Kopfhörer und den damit verbundenen Funkverbindungen und Atemgeräuschen, aber auch einer dezent unrealistischen Soundkulisse, die eher einem Fühlen diverser Einschläge und Kollisionen gleichkommt. Letzteres macht selbstverständlich keinen Sinn, denn auch ein Wummern in der Magengegend wird dank Schwingungen durch die Luft übertragen und da es eigentlich keine Luft im All gibt… tja... gibt´s eben nun mal auch keine Schwingungen. Aber sagen wir einfach, dass sich die Schwingungen und dumpfen Geräusche über und durch die Körper der großen metallischen Gegenstände übertragen und drücken zwei Augen zu; dann passt´s.

Neben einer hervorragenden Surroundkulisse und einfallsreichen Effekten versteht es der Mix, dank einer authentischen Dialogwiedergabe über alle Kanäle, dem Zuschauer selbst einen Astronautenhelm über zu stülpen und so wenigstens akustisch zu fesseln.

"Ah! Da ist er wieder! Der Schrotthagelschauer aus der Galaxy des Schreckens!"


Die Balance und die Dynamik sind ausgezeichnet und Räumlichkeit entsteht dank vieler kleiner Effekte und einem hin und wieder geschickt verwendeten, beschränkten Klangfeld. Die säuselnde Musik bietet viele feine Nuancen und ein raumfüllendes Volumen, der Tiefenbass bringt sich gekonnt auf subtile Weise ein und bis auf den mangelnden Realismus kann man nichts an der Soundgestaltung u. –umsetzung kritisieren.

Extras (4 P):
Es hat den Anschein, dass man alle Extras der amerikanischen Blu Ray übernommen hat. Dies beinhaltet u.a. ein ca. 110-minütiges Making Of/Behind The Scenes, 5 Analysen zu Schlüsselszenen (insgesamt ca. 40 Minuten), ein „Räumt den Weltall Auf!“-Feature mit Ed Harris (ca. 20 Minuten), sowie einen Kurzfilm (ca. 10 Minuten).


1,0 von 5 - Story   
4,5 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

63% Gesamtwertung

93% technische Umsetzung 

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Gravity