Dienstag, 26. Februar 2013

Iron Sky (Blu Ray)



Story (3 Punkte):
Herrlicher Scheiss! Alleine die Idee an sich hätte schon fast einen Oscar verdient. Der Zuschauer bekommt genau das was der Titel und die Story versprechen. Nämlich eine irrsinnig überspitzte Nazi-Sci-Fi-Parodie, vollkommen an den Haaren herbeigezogen, vollgestopft mit schrägen Situation und einer nicht zu verachtende Menge an gewaltigen Seitenhiebe und Watschen für Amerika, die es auf den Punkt bringen und kein Blatt dabei vor den Mund nehmen; manchmal sind diese jedoch etwas zu plakativ oder etwas zu kindisch und können nicht zünden.
Die Effekte sind für eine Low-Budget-Produktion (7,5 Millionen) außerordentlich gut gelungen und können sich sehen lassen. Das Nazi-Design ist großartig von A bis Z durchgezogen und sieht ebenfalls fantastisch aus.
Schauspielerisch liegt alles im Grün-Gelben Bereich - oscar-reife Darbietungen sollte man nicht erwarten. Diverses Overacting ist offensichtlich gewollt, zum Teil aber auch etwas peinlich.
Sehr schön und passend ist die Filmmusik von Laibach, welche den Aufnahmen eine monumentale Größe verschafft und perfekt zum archaischen Design der Mond-Nazis passt.
Im Gesamten, ein wirklich gelungener Streifen mit viel Schwachsinn, guten Parodien, ein paar herzhaften Lachern, sehr schönen Effekten und Design, Nazis, Amis, einmal Nordkorea (!!!), Sci-Fi-Action und und und. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
 

Bild (4 P):
Auch das Bild muss sich nicht verstecken und kann mit einem guten bis sehr guten Schwarzwert trumpfen, bietet schöne kräftige Farben (manchmal Stilmittel bedingt verfremdet), eine ebenfalls gute bis sehr gute Schärfe, entsprechende Tiefenwirkung und durchgehendes HD-Feeling, welches in Nahaufnahmen besonders gut ist.
Hin und wieder gibt es zwar auch ein paar Szenen, in denen Korn / Rauschen etwas stärker auftritt und die Schärfe und das HD-Feeling zu Nichte machen, jedoch sind diese nie von allzu langer Dauer. Diverse Effektaufnahmen im Hintergrund mögen vereinzelnd etwas schlechter und weicher aussehen, stören tut dies in meinen Augen jedoch zu keiner Zeit.
Vollverdiente 4 Punkte!

Sound (Engl. MA-Audio) (5 Punkte):
Eine wahre Wucht. Die Dialogwiedergabe ist immer präzise und geht zu keiner Zeit unter, die Musik entfaltet sich öfters bombastisch bis dominant ins gesamte Heimkino und spielt triumphal auf, die Effekte sind präzise und sehr zahlreich (zum Teil sogar recht einfallsreich) und der Tiefenbass hat sehr viel zu tun. Besonders zum Ende hin, wenn die Raumschlacht beginnt, brummt und donnert es gewaltig in der Hütte und sorgt für wohlige Vibrationen – sehr schön.

Extras (2 Punkte):
Etwas wenig. Viele Trailer und Teaser, ein Audiokommentar und ein paar kurze Videofeatures zur Entstehung und zur Premiere auf der Berlinale. 



3,0 von 5 - Story 
4,0 von 5 - Bild 
5,0 von 5 - Sound
2,0 von 5 - Extras

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Iron Sky - Verleihversion


Montag, 25. Februar 2013

Die Logan Verschwörung (Film)



Story (1 P):
Taken 2 und The International werden in einen Topf geschmissen und mit einer nicht geringen Anzahl an Dümm- und Dämlichkeiten verrührt und mit Standard-Actionsequenzen „verfeinert“. Die Charakterzeichnung ist 1:1 aus dem Kleinen 1x1 der Einfallslosigkeit abgeschrieben und könnte erbärmlicher nicht sein.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass sich das Vater-Tochter-Paar zu Beginn vollkommen unnötiger Weise auf eine Flucht vor der Polizei begibt. Bis dahin (ca. Minute 20) war der Film noch ganz okay. 
Liam Neeson, äh... Aaron Eckhart tötet aus Notwehr einen Killer in einer extrem blöden Aktion und anstatt der Polizei Rede und Antwort zu stehen, läuft er lieber weg und begründet dies mit einem „They cannot help us“.
„Ja meine Güte… selbst wenn mir die Polizei nicht helfen kann, lauf´ ich doch nicht einfach so davon, sondern stelle die Sache doch wenigstens klar und mache mich dann auf meinen eigenen Weg.“
Aufgrund dessen sind unzählige (eigentlich alle weiteren) Szenen unendliche blöde und The Expatriate versaut´s sich innerhalb des ersten Drittels ganz gewaltig, so dass man am liebsten ausschalten würde.
Danach geht´s mit einfallslosen Charakterszenen und der „Enttarnung“ der Bösen weiter, die unüberraschender kaum sein könnte, Vater und Tochter kommen sich näher (wer hätte das zu Beginn des Films gedacht?) und der Zuschauer erfährt das Aaron Eckhart´s Figur eigentlich Liam Neeson ist… (und ich könnte wetten, dass die Tochter später noch dem Vater eine Schwangerschaft offenbart. Das ist die logischste und chlichéhafteste Erklärung für die schlechten Schulnoten und die Übelkeit.
Nun ist die Hälfte rum und ich bin ultra (!) angeödet.

Ab jetzt folgen Gedanken, die mir so durch den Kopf gegangen sind, während ich mich durch diesen Stinker gequält habe.

Ah… wie schön und unerwartet. Die Tochter bringt nun auch ihr Know-How ein und hilft Daddy-Spy als Side-Kick. Ich liebe es…

Noch 40 Minuten. Ob ich es durchhalte??? Wahrscheinlich nur, um 100% sicher zu sein, dass seine Göre schwanger ist und ich Recht behalte, dass der Film einfach Scheisse ist.

Ha Ha Ha. Jetzt gibt´s noch etwas „chinesische Wasserfolter“ der nutzlosen Art in der Badewanne, einen blöden, stereotypen Selbstmord und eine weitere einfallslose Schießerei. Oh, meine Güte… noch 35 Minuten. Kann die Tochter nicht endlich sagen, dass sie schwanger ist, so dass ich ausmachen kann?!?! Nein. Anstelle dessen muss sie jetzt (genau wie in Taken 2) den Fluchtwagen steuern. Aaaaaaaaah!!!!

Was ein Kill-Squad ist, willst du wissen du Dumm-Trine??? Hm…lass mal überlegen. Die Spezialeinheit der Gummibären-Bande mit extra viel Zucker und Regenbogen!!!

Ja! Lauf einfach davon, du Göre. Und bitte komm´ auch nicht wieder.

Genauuuu…. Und nun ruf, zwei Schnitte und 10 Sekunden später wieder deinen Kill-Squad-Vater an, vor dem du erst davongelaufen bist… Langsam fängt´s an weh zu tun.

Aaaaaaah! Jetzt mischt sich noch der potentielle Vater des ungeborenen Kindes seiner Tochter, dessen Existenz immer noch nicht bestätigt wurde, mit ein.

Wie lange noch? 25 Minuten. Puh… hoffentlich ist der Abspann mindestens zehn Minuten lang. Zum Glück habe ich schon vor 30 Minuten aufgehört zuzuhören, sonst wäre es unerträglich und habe angefangen diese Gedanken niederzuschreiben.

Schön… noch etwas unspektakuläres Geprügel, dass die Bösen hätten 10x für sich entscheiden können.

Noch etwas dummes Gelaber und die Ankündigung des Showdowns. Wie lange noch? 15 Minuten. Gleich ist´s rum; endlich!

Und wieso ist die Tochter nicht schon längst mit der Wahrheit über ihre Schwangerschaft rausgerückt? Irgendjemand gegenüber hätte sie´s doch zugeben können…

Wow! Was für ein Ende??? Ich könnte kotzen… und zwar im Strahl! Hahahahahahaha… was ein Scheiss?!?!?

Ist sie schwanger? Der Film ist einfach zu Ende. Ich denke sie soll´s nicht sein. Was soll denn dann das wiederholte Gekotze…?

Sollte wahrscheinlich nur ein versteckter Warnhinweis ans Publikum sein worauf es sich gefasst machen kann.

Abspann!!! Yippie!!!

Sonntag, 24. Februar 2013

John Carpenter´s Vampires – FR-Import (Blu Ray)



John Carpenter´s Vampires – FR-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Wer den Film kennt und mag ist sich wahrscheinlich bewusst darüber, dass das aktuelle deutsche Blu Ray Release dieses Werkes eine absolute Frechheit ist. Miese Bildqualität, englische Dolby Digital Tonspur und zu guter Letzt noch geschnitten – das waren die Qualitätsmerkmale der VCL Veröffentlichung. Kürzlich gab Sudiocanal bekannt, dass eine neue Auflage erscheinen wird; ungeschnitten und mit MA-Audio. Vor wenigen Wochen wurde das Release-Datum verschoben, steht nun auf TBA (To Be Announced) und Gerüchte, dass auch diese VÖ geschnitten sein soll, haben mir die Vorfreude gewaltig verdorben.

Da liegt der Frankreich-Import nahe, ist von Warner Home Entertainment, qualitativ überraschend gut, bietet HD-Sound in Englisch und Französisch und wer keinen Wert auf eine schlechte, deutsche Synchronisation legt, sei diese Blu Ray uneingeschränkt empfohlen.

Anschaffungskosten liegen bei ca. 10€ zzgl. Porto

Story (3 P):
John Carpenter schuf mit seinen Blutsaugern das erste Vampir-Western-Roadmovie. Wie es sich für ein solches Genre-Crossover gehört wurden die charakteristischsten Merkmale der jeweiligen Filmtypen verwendet und mit einer Menge Blut verrührt.
Statische, langsame Einstellungen und extreme Close-Ups mit schrägen Mundwinkeln und spuckenden Machotypen wechseln sich mit Sex, Verführung, langen Fingernägeln und blassen, hochgewachsenen Silhouetten, Action und Fangzähnen ab.
Das klingt nach einem wilden und abwechselungsreichen Cocktail und über weite Strecken ist dies auch der Fall. Der Anfang ist grandios und gipfelt sich in einem atemberaubenden Massaker mit starken Splattereinlagen und nackten Tatsachen.

Danach verliert der Film leider seinen Biss und kaut sich mit Milchzähnen durch sein Storytelling und Pacing. Zwischendurch wird der Zuschauer zwar mit ein paar gut gemachten und blutigen Effekten bei der Stange gehalten, jedoch krampft sich einer der Baldwins mit auffallend schlechtem Schauspiel durch löchrige Szenen und James Woods scheint ebenfalls nur einen Gesichtausdruck und die dazu gehörigen Worte zu kennen. Seine Figur Jack Crow scheint außer „Motherfucker, fuck you, you asshole motherfucker, I kill you, damn you, you fucker” kaum andere Dialoge rauszubringen. Versteht mich nicht falsch. Es ist ein R-Rated Film von Carpenter, mit Vampiren und grimmigen Figuren, da gehört eine gute Portion Fäkalsprache dazu, aber wenn 50% der Dialoge mit aufgesetzer Mimik und forciertem Gefluche wiedergegeben werden, fängt es irgendwann an zu nerven. Auch nervig und zum Teil unpassend wirkt die, schon fast traditionell von Carpenter selbst geschriebene Filmmusik. Mal passt sie hervorragend, mal wirkt sie schnulzig, verleiht den Figuren Jack Crow und Montoya leicht homoerotische Tendenzen und passt einfach garnicht.
Wie dem auch sei… das Finale dreht nochmals richtig auf, Blutsauger werden abgefackelt, aufgespießt, Kehlen werden angeknabbert und Priester abgeknallt.

Wer den Film kennt, weiss worauf er sich einlässt. Allen anderen sei ein Blick, trotz der Mängel empfohlen.

Bild (4 P):
Warner hat bei diesem französischen Release gute, öfters sogar sehr gute Arbeit geleistet. Lange Zeit lag die Scheibe bei einer Bewertung von 4,5 Punkten, jedoch spielt der Film zum Großteil im Dunklen. Diese Szenen sind zwar immer noch schön schaubar und die meiste Zeit ebenfalls auf gutem Niveau, jedoch macht sich in dieser Zeit ein leichter Detailverlust bemerkbar und der ansonsten kräftige Schwarzwert schwankt hin und wieder etwas. Auch kommt es ab und an zu leichten Unschärfen aufgrund von nicht optimaler Fokusarbeit.
Das war´s aber auch schon, was sich bemängeln lässt.
Die Farben sind schön und kräftig, es herrscht ein minimales, natürliches Filmkorn, der Schwarzwert ist gut bis sehr gut und dank eines gelungenen Kontrastes wirkt das Bild oft plastisch. Die Schärfe ist bis auf ein paar wenige Ausnahmen ebenfalls gut geworden, in den zahlreichen Nahaufnahmen ist diese meistens sogar fantastisch und schrabbt nur knapp an Referenzeinstellungen vorbei.

Die französischen Untertitel sind ausschaltbar!

Sound (Engl. MA-Audio) (3 P):
Wechselhafter Sound mit vielen guten Momenten und stellenweise sehr schöner Räumlichkeit, aber auffallend schwankender Dialogwiedergabe - in manchen Szenen kräftig und sehr gut verständlich, hin und wieder stark in die Ferne gerückt oder ganz leicht blechern, die meiste Zeit jedoch solide, aber generell etwas zu leise.
Ähnlich verhalten sich die Effekte und die Filmmusik. Zu Beginn (Eröffnungssequenz) kann sich der Score gut entfalten, danach wirkt er allerdings öfters mal dumpf und schwach auf der Brust. Die Effekte sind zum Teil schön geworden und offerieren eine gute Soundkulisse und Räumlichkeit (Eröffnungssequenz in Form von Zugluft im alten, hölzernen Haus), jedoch lassen diese auch öfters zu wünschen übrig, wenn Action losbricht und es dem Mix an Druck mangelt. Positiv fällt der Bass auf, welcher sich konstant einbringt, die Musik begleitet oder bei Zeiten auch die Action gekonnt unterstützt.

Extras (2 P):
Trailer, Interviews (5 Minuten) und ein einstündiges John Carpenter Special. Das ist allerdings nur auf Französisch und bietet keinerlei Untertitel, außer wenn Englisch gesprochen wird und dann natürlich auch nur auf Französisch – klare Enttäuschung.


3,0 von 5 - Story 
4,0 von 5 - Bild 
3,0 von 5 - Sound
2,0 von 5 - Extras

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: John Carpenter´s Vampires – FR-Import


Sushi Girl (Film)


Story (3 P):
Gangster-Thriller meets Torturefilm mit Grindhouse-Anleihen und schönem Soundtrack. Sushi Girls Stärke ist zweifelsohne die stimmige Atmosphäre, dank passender Musik und der fantastische Cast. Candyman, Corporal Hicks, Machete, Hattori Hanzo, Luke Skywalker und andere laden zum Abendessen und servieren ihre köstlichen Dialoge roh mit frischem Fisch auf nackter Haut. Klingt appetitlich, schmeckt auch gut, hinterlässt leider einen etwas abgestandenen, faden Nachgeschmack.

Ich muss erwähnen, dass ich kein großer Fan von dieser Art Storytelling bin. Ein paar schräge Figuren treffen sich an einer Location und anhand von mehreren Flashbacks wird ein vergangenes Ereignis erzählt, welches die eigentliche Geschichte im kleinen Kreis voran treibt.
Diese Erzählstruktur ist vollkommen ausgelutscht und kann, wenn man keine starken Figuren, super Schauspielleistungen und  gute Dialoge hat, nur in die Hose gehen und ermüdend erscheinen. Zum Glück ist dies bei Sushi Girl ausnahmensweise nicht der Fall.
Die Charaktere sind sympathisch-psychotisch und dank guter Dialoge auf kranke Weise unterhaltsam. Das Script tendiert zwar auffällig stark zum Tarantino-ing, jedoch passt es in diesem Film, die Darbietungen von Mark Hamill und Tony Todd sind schlichtweg genial, bereiten extrem viel Freude und tragen den Film über weite Strecken – im Grunde die gesamte Zeit über.
Die Foltereinlagen sind storytechnisch eingebunden, dienen nicht dem Selbstzweck, sind handwerklich gut gemacht, nichts für schwache Nerven, aber in ihrer grafischen Darstellung nicht grenzenüberschreitend.
Ein großes Problem hat Sushi Girl leider. Ich denke nicht, dass ich großartig spoilern werde, da das Folgende im Grunde genommen auf der Hand liegt, wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die letzten Zeilen auslassen und die den finalen Abschnitt lesen.
Der Film bietet wenig Überraschungen, die Tatsache, dass es in der Gruppe zu Auseinandersetzungen kommt, ist so sicher wie das Amen in der Kirche und das die holde Barbusigkeit eine große Rolle spielen muss, da der Film SUSHI GIRL heisst, sollte ebenfalls niemanden überraschen. Aufgrund dessen ist das Ende so vorhersehbar, wie die Gezeiten und das Rache-Motiv von Sushi Girl und dessen Beweggründe einfallslos und plump.

So versaut sich der Film auf die letzten Meter seine bis dato überraschend gute Wertung und betrügt den Zuschauer etwas (!) um seinen wohlverdienten, einfallsreichen Payoff, dem der Streifen bis dahin 80 Minuten über zugesteuert ist. Die dem Film zu Grunde liegende Story, in Form der Suche nach ein paar verschwunden Diamanten nach einem mißlungenen Raubzug, ist ebenfalls so alt, wie das Medium Film selbst.
Wer sich aus dem Genre noch nicht allzu viele Werke angesehen hat oder einfach jünger ist, mag eventuell angenehm überrascht werden, alte Hasen hingegen kommen sich unter Garantie leicht veräppelt vor und stark an Reservoir Dogs erinnert. Man könnte fast so weit gehen und Sushi Girl als „innovativeres“ Remake des Tarantino Erstlings bezeichnen und läge damit garnicht mal so verkehrt…

Samstag, 23. Februar 2013

Red Dawn (1984) (Film)



Story (4 P):
Ganz im Gegensatz zum Remake kann das Original als guter Film bezeichnet werden. Ich werde kein Review im eigentlichen Sinn schreiben, sondern einfach alle Vorteile des Originals in Bezug auf das furchtbare Remake hervorheben.

Positiv:
+ guter Regisseur und Schreiber: John Milius (u.a. bekannt durch Conan, der Barbar von 1982 & Schreiber für Apocalypse Now und Erfinder von der TV-Serie Rome)
+ somit auch bessere, im Gesamten gute Regiearbeit
+ gute, glaubhafte Dialoge, die den Figuren etwas Persönlichkeit verleihen und aufgrund dessen eine solide Charakterzeichnung stattfindet
+ somit ist das Publikum emotional bei der Sache und das Dahinscheiden diverser Figuren geht nicht unbekümmert am Zuschauer vorbei
+ bessere Schauspieler (Patrick Swayze, Charlie Sheen, Powers Boothe, Harry Dean Stanton, C. Thomas Howell, u.a.)
+ bessere Schauspielleistung (zwar immer noch nicht wirklich hervorragend, aber akzeptabel)
+ gute, passende Musik (von Basil Poledouris, u.a. Conan, der Barbar, Total Recall, Starship Troopers), die nicht pathetisch rüberkommt
+ Russen, als Besatzungsmacht Mitte der 80er Jahre, aufgrund des Kalten Krieges zumindestens plausibel
+ es gibt eine Erklärung für die Ausgangssituation, sowie ein richtiges und auch gutes Ende
+ Kriegsmaschinerie dient nicht nur als Hintergrund, sondern kommt in Gefechten zum Einsatz
+ Widerstand Amerikas wird gezeigt (ist zwar immer noch unglaubwürdig, da schlichtweg zu wenig Militäraktionen zu sehen sind, jedoch ist es um Meilen besser, als im Remake)
+ die Kampfhandlungen der Jugendlichen sind nicht so schamlos übertrieben. Zwar immer noch dezent unglaubwürdig, aber es werden keine Superman-Stunts absolviert
+ Greueltaten der Besatzungsmacht werden gezeigt (z.B. Massenexekutionen)
+ überraschend hoher Gewaltgrad in Form von expliziten Einschüssen (wirkt wesentlich realistischer, als die PG-13 Version des Remakes, obwohl das Original auch eine PG-13 Freigabe hat)
+ die Jugendlichen sind eher ihr Revier in den Bergen am verteidigen, als eine Untergrund- bzw. Widerstandsbewegung zu gründen
+ das Gezeigte erstreckt sich über mehrere Monate. Im Remake entsteht der Eindruck, dass sich alles übers Wochenende abspielt.
+ gutes Storytelling und passendes Pacing mit Luft zum Atmen und Platz für Charaktere
+ schöne Landschaftsaufnahmen
+ keine komödiantischen Anleihen
+ authentischer 80er Jahre-Look mit natürlichen Farben
+ kein peinlicher Patriotismus und keine Lobeshymne auf Amerika

Aber es gibt auch Negatives:
Negativ:
- Jungendliche wirken, als nicht ausgebildete Soldaten und ihrer Überlegenheit gegenüber den Russen, als dezent unglaubwürdig. Insbesondere Gefechte, die nicht aus dem Hinterhalt ausgeführt, aber trotzdem gewonnen werden sind klassischer 80er Jahre Action-Bullshit.
- Gesamtsituation ist vorallem heutzutage unglaubwürdig, damals jedoch, wie bereits geschrieben, plausibel
- „Wolverine“-Gebrüll mit entsprechender Maschinengewehr-Geste wirkt peinlich. Zum Glück nur ein oder zwei Mal im Film
- Die Action-Montage in der Mitte des Films, in der die Jugendlichen den Russen beisetzen und Gefangene befreien fühlt sich fehl am Platze an und ist ebenfalls klassicher 80er Jahre Action-Bullshit

Red Dawn ist bestimmt kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber ein durchaus guter Vertreter des 80er Jahre-Kinos mit einer einzigartigen Story und guter, hochwertiger Umsetzung.

P.S. Ein Review zur Blu Ray wird folgen. Wann dies ist, kann ich jedoch noch nicht sagen.