Sonntag, 11. Januar 2015

Island Of Lost Souls – UK-Import (Blu Ray)



Island Of Lost Souls – UK-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Story/Film (4,5 P):
ACHTUNG: Leichte SPOILER!
Island of Lost Souls von 1932 ist die meines Erachtens erste Verfilmung von H.G. Wells literarischer Vorlage “Die Insel des Dr. Moreau“ aus dem Jahre 1896 – und zweifelsfrei die beste aller Verfilmungen.

Nicht nur bietet der Film eine hervorragende Atmosphäre, tolle Schauplätze und eine einmalige Leistung von Bela Lugosi als Sayer Of The Law und eine legendäre Darbietung von Charles Laughton als Dr. Moreau, der Film behandelt auch auf profane Art und Weise erstmals Darwin´s Evolutionstheorie und die schiere, aus damaliger Sicht fast grenzenlose Kraft der Wissenschaft Göttliches zu erschaffen. Kein Wunder also, dass der Film 1932 auf nicht allzu große Gegenliebe gestoßen ist und schnell vielerorts verboten wurde.
Und so wird in diesem frühen Horrorfilm mit starken Creature-Feature-Elementen auch der Mad Scientist Charakter mit Gottkomplex portraitiert – ähnlich wie im ein Jahr früher erschienen Werk Frankenstein. Allerdings ist Dr. Moreau wesentlich verrückter als Dr. Frankenstein.

Mit seinen 70 Minuten Lauflänge ist Island Of Lost Souls ungeschnitten und äußerst kurzweilig geraten ohne dabei oberflächlich zu wirken oder Wesentliches zu missen.
Die Tatsache, dass auf Dr. Moreau´s Schreckensinsel alles erst richtig vor die Hunde geht als das Gesetz durch den Gesetzgeber (hier: Dr. Moreau selbst) außer Kraft gesetzt wird/gebrochen wird, um so ein Fortbestehen eben jenes zu gewähren, dies aber dazu führt, dass sich das unterdrückte Volk gegen seinen Herren und Meister, gegen das Gesetz, gegen die Obrigkeit wendet und es zur Revolution kommt, ist ein weiterer Pluspunkt den der Film neben seiner o.g. Thematik vorweisen kann und welcher praktisch zeitlos ist.



Bild (3,5 P):
Das Bild dieser BD ist dezent durchwachsen, bei Zeiten deutlich verkörnt und hin und wieder auch nicht wirklich HD-würdig.
Aber im Gesamten kann es überzeugen, hat einige gute und anschauliche Bilder und Szenen zu bieten und leistet sich nur in wenigen Momenten deutliche Qualitätsabfälle, die aufgrund des Alters aber gut zu verschmerzen sind. Jedoch muss auch gesagt werden, dass beispielsweise Filme wie Frankenstein aus dem Jahre 1931 und auch viele Stummfilmklassiker wie z. B.: Die Nibelungen und andere Fritz Lang Filme deutlich besser aussehen, obwohl sie noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel haben.

Das Bild von Island Of Lost Souls weist über weite Strecken vertikale Ausbesserungen diverser Risse auf. Meistens schwach, hin und wieder jedoch auch etwas stärker, fällt ein Bildflackern auf; störend ist es zum Glück nie. Hinzu kommt eine deutlich ausgeprägte Kornstruktur, die nicht immer ruhig und ausgeglichen erscheint. Stellenweise wirkt das Korn in ein paar wenigen (!) Szenen unruhig und legt sich über das Gezeigte und vernichtet fast jegliche Detailzeichnung. Dies mag aber auch einfach daran liegen, dass es ein paar schlecht fokussierte Einstellungen sind und das Korn aufgrund dessen dominant erscheint.
Des Weiteren sind viele helle Bildbereiche leicht am Leuchten und produzieren schwache Halos, bzw. Doppelkonturen.
Der Schärfegrad und die Detailzeichnung variieren leicht. Die meiste Zeit sind die Einstellungen solide bis besser was die Schärfe und Details angeht. Ab und an fallen sie leider auch ab; vor allem in den nächtlichen Sequenzen macht sich der etwas schwache oder besser gesagt, ein schlecht differenzierter Schwarzwert negativ bemerkbar und verschluckt großflächig Details. In den vielen (!) Nahaufnahmen jedoch präsentiert die BD oftmals ein gutes, scharfes und überraschend detailreiches Bild.



Das klingt nun alles irgendwie sehr pessimistisch -  soll es aber nicht sein. Die Blu Ray ist gut zu schauen und macht über weite Strecken wirklich Spaß. Man sollte seine Erwartungen jedoch etwas drosseln und sich darüber im Klaren sein, dass der Film über 80 Jahre alt ist. Das ist natürlich keine Entschuldigung für alles, aber für so manches.
Die Blu Ray ist qualitativ deutlich über DVD-Niveau, wird ihre Stärken aber evtl. nur auf entsprechend großen Leinwänden ausspielen können.

Criterion hat sich dem Film ebenfalls angenommen. Ich habe mich jedoch bewusst für die englische Ausgabe entschieden, da Bildvergleiche bei Caps-A-Holic deutlich machen, dass zwar der Kontrast der amerikanischen Scheibe etwas stärker ist, der kräftigere Schwarzwert jedoch auch nochmals ganz klar Bildinformationen in dunkleren Bildbereichen verschluckt. Lieber nehme ich ein paar deutlichere und dezent stärkere Halos in Kauf, als einen verstärkten Detailverlust zu akzeptieren. Aber ich denke, das ist alles Geschmackssache.

P.S. Das Bild ist dem von King Kong aus dem Jahre 1933 sehr ähnlich.


Sound (Engl. MA-Audio) (3 P):
Der Mono-Track erfüllt seine Aufgabe, kann aber leider nur als solide bezeichnet werden. Die Tatsache, dass der Film praktisch keine Filmmusik besitzt (außer während des Vor- und Abspanns) und dahingehend nicht wirklich punkten kann, sei nur kurz erwähnt und wird selbstverständlich nicht negativ gewertet.

So bleiben dem Sound aber nur seine Effekte und seine Dialogwiedergabe. Dass sich die Effekte sehr bedeckt halten und hier kein brachiales Soundgewitter entsteht oder gar erwartet wird, sollte jedem klar sein.
Umso wichtiger ist es, dass die Dialoge gut zu verstehen sind. Leider ist das nicht immer der Fall. Den gesamten Film über ist ein Rauschen zu vernehmen; mal schwach, mal etwas stärker. Dieses Rauschen und Kratzen führt dazu, dass eben manche Dialoge etwas schwer(er) zu verstehen sind.



Extras (2 P):
Neben dem Trailer bietet die BD noch zwei Videofeatures von jeweils ca. 15 Minuten (2 Interviews: Einmal mit Simon Callow über den Darsteller Charles Laughton  und einmal mit dem Kritiker Jonathan Rigby  über den Film selbst) und ein anschaulich gestaltetes Booklet.


4,5 von 5 - Story   
3,5 von 5 - Bild 
3,0 von 5 - Sound
1,5 von 5 - Extras

72% Gesamtwertung

62% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Island Of Lost Souls – UK-Import (Steelbook)


Samstag, 10. Januar 2015

The Twilight Zone – Season 2 – UK-Import (Blu Ray)



The Twilight Zone – Season 2 – UK-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Story/Film (3,5 P):
Unten stehende Zeilen habe ich aus meinem Review zur ersten Staffel genommen und treffen im Grunde genommen auch auf die zweite zu. Allerdings muss ich sagen ist die zweite Season, vor allem in der Mitte, etwas eintönig und wiederholt sich selbst. Oft bekommt man Episoden zu Gesicht, deren Ausgang, deren Twist aus anderen Folgen bekannt ist und welche sehr vorhersehbar sind. Zum Glück haben das die Produzenten auch gemerkt und so steigert sich die Qualität der Episoden zum Ende nochmals deutlich und die zweite Season kann auf einer guten bis sehr guten Note enden.

Rod Serling hat in den 50er Jahren mit The Twilight Zone Fernsehgeschichte geschrieben. In 5 Staffeln mit insgesamt über 120 Episoden hat sich die TV-Serie ganz dem Übernatürlichen verschrieben. Mal Science Fiction, mal eher Fiction, stellenweise mit leichten Horrorelementen versehen, mal deutlich Thriller-lastig, hin und wieder auf abstruse Art und Weise komisch, aber stets intelligent und unterhaltsam wird pro Episode innerhalb von ca. 25 Minuten eine Kurzgeschichte erzählt, die für manche Figur anders als erwartet ausgeht.
Unzählige Twists und Turns werden alleine in der ersten Staffel geboten und der erfahrene Film- und Fernsehzuschauer wird so einiges wiederentdeckten, von dem er der Annahme war, dass es an anderer Stelle, in einem neueren Film doch das erste Mal war, dass eben jene Idee oder eben jene Auflösung präsentiert wurde. Ich gehe einfach mal so weit und behaupte, dass wenn man alle Twilight Zone Episoden gesehen hat, 99% aller aktuellen oder neumodischen Twists bereits kennt oder diese in ihrem Ansatz nichts Neues bieten. 

Bild (4,0 P):
Unten stehende Zeilen habe ich aus meinem Review zur ersten Staffel genommen und treffen im Grunde genommen auch auf die zweite zu. Leider muss man jedoch feststellen, dass in Season 2 drei bis vier Episoden gar nicht überarbeitet wurden oder man es schlichtweg nicht konnte, da kein HD-würdiges Negativ vorlag. Dies ist der einzige Grund (neben den hin und wieder auffallenden, aber nicht weiter tragischen Abfällen) wieso die gesamte Bildqualität mit „nur“ 4 Punkten bewertet wurde.



Ich bin begeistert. Wirklich! Ich persönlich würde dem Bild eine aufgerundete Höchstwertung geben, denn die „schlechten“ Momente/Einstellungen sind verschwindend gering und die meiste Zeit wird hier ungeschönte Referenzqualität geboten, die in Bezug auf Schärfegrad, Detailzeichnung, sowie Schwarzwert und Durchzeichnung den meisten aktuellen Produktionen noch was vormacht – und auch das ist keine Übertreibung!
Die Restaurationsarbeit ist hervorragend. Hässliche Filter oder künstliches Nachschärfen ist nicht festzustellen. In den vielen superben Nahaufnahmen ist jedes kleinstes, noch zu feine Detail erkennbar und der Schärfegrad so gut, dass eine fantastische Plastizität eintritt. Dass in diesen Momenten und auch einigen Halbdistanzeinstellungen das Filmkorn verschwindet oder nur sehr, sehr fein zu erkennen ist, mag vielleicht etwas mit dem Restaurationsprozess zu tun haben, dennoch sieht das Bild nie künstlich aufgepimpt aus oder Antirauschfilter zeichnen das Bild wachsig. Nein, das Bild die meiste Zeit wunderbar natürlich und hätte nicht besser restauriert werden können.

Aber kommen wird zu den Qualitätsabfällen, die für den halben Punkteabzug verantwortlich sind.
Vereinzelnde Einstellungen können digitales Rauschen vorweisen, der Schärfe- und Detailgrad sind nicht immer perfekt, das Filmkorn drängt sich in ganz wenigen Momenten auch mal in den Vordergrund und ein paar seltene Szenenauf- und abblenden liegen für eine(n) Sekunde(nbruchteil) auf einem generell schlechten Niveau und erwecken den Eindruck unbearbeitet übernommen worden zu seien.

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P):
Unten stehende Zeilen habe ich aus meinem Review zur ersten Staffel genommen und treffen im Grunde genommen auch auf die zweite zu.



Beim Sound gilt generell dasselbe wie beim Bild. Okay… The Twilight Zone hat nur eine Monospur spendiert bekommen und liegt somit in ihrer originalen, damaligen „Qualität“ vor. Na gut… das stimmt nun auch wieder nicht, denn in einer so sauberen Master-Audio-Spur hat wohl noch niemand die Serie zuvor gesehen/gehört.

Die Dialogwiedergabe ist meistens (bis auf ganz wenige Ausnahmen) perfekt verständlich und stets sehr präzise. Die dargebotenen Effekte sind ebenfalls präzise und schön herausgearbeitet, die Filmmusik erscheint fein und kann oft eine schöne Dynamik generieren und die Balance ist ebenfalls gelungen.
Ein Rauschen ist fast nie auszumachen, zu Übersteuerungen kommt es ebenfalls nur sehr, sehr selten und wenn dann auch nur in einem minimalen Maße.

Fazit: Auch der Sound kann eigentlich mit einer aufgerundeten Höchstwertung belohnt werden, welche ich ihm persönlich geben würde.

Extras (4 P):
Auch bei den Extras hat man sich nicht lumpen…
Es gibt insgesamt 25 Full-Length Audiokommentare, 3diverse Full-Length Isolated Music Score in Dolby Digital 2.0, 15 Radiodramen, diverse Marc Scott Zicree Interviews (nur Ton) und Sponsoren Billboards.
Es sind weniger Extras als bei Season 1. Dennoch ist die Anzahl und der Umfang als gut zu bewerten und lässt kaum Wünsche für Twilight Zone Fans offen.


3,5 von 5 - Story   
4,0 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

78% Gesamtwertung

84% technische Umsetzung

Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: The Twilight Zone – Season 2 – UK-Import


Mittwoch, 7. Januar 2015

Planet Of Dinosaurs (Film)





Story/Film (0,5 P):
Pornobalken, Fönfrisuren, Konservenbüchsenraumschiff mit Dreiknopfdrehtechnikbedienung, Presslufthammerlaser, die bei femininer Interaktion zerbröseln, unerklärliche, orgasmische Nebenwirkungen beim Brustschwimmen, völliges Desinteresse beim Wackeltod der großbusigen Wissenschaftskollegin, kunterbunte Raumanzüge, bzw. Spaceoutfits, Marion-Cotillard-ähnliche Sterbeszene ohne Fledermaus, dafür aber mit extra viel Triceratops, perfekte, asynchrone Nachvertonung, Dialoge zum Weghören und so gut wie das monotone Schauspiel, breitbeinige Jubelhüpfsprünge, spontan verblödende oder erblindende Riesensaurier, psychedelischer Dreitondudelsoundtrack, tiefe Ausschnitte bei Allen und Jedem samt Brustmuskelwackeldackelaction, ein Planet so fremdartig wie deine Innenstadt, Bauchtanzsoftcoresaufgelage, etwas Upskirt und Rearview Dinoärsche in nostalgischer Stop Motion und so sinnvoll wie spannend aber einmalig hirnrissig.

Mit einem Wort: Scheisse aber wunderbar unterhaltsam. Das waren jetzt vier, aber wen interessiert´s?!?!