Sonntag, 2. März 2014

Zatoichi: The Blind Swordsman – New Tale Of Zatoichi – US-Import (Criterion Collection - Blu Ray)





Zatoichi: The Blind Swordsman – New Tale Of Zatoichi – US-Import ohne dt. Ton (Criterion Collection - Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!

Story/Film (3,5 P):
New Tale Of Zatoichi ist der dritte Teil und der erste Film in Farbe der Kultfilmreihe. Vom Prinzip her unterscheidet sich New Tale Of Zatoichi kaum von seinen zwei Vorgängern. Zatoichi ist weiterhin on the road, wird jedoch (wer hätte es gedacht) mal wieder von seiner Vergangenheit heimgesucht. Und so trachtet ihm erneut ein Haufen unterlegener Schwertkämpfer nach dem Leben, welche jedoch allesamt den Kürzeren ziehen und in die ewigen japanischen Jagdgründe eingehen. Zwischendurch wird noch eine holde Dame in den Mix geschmissen und der komplette Anfang, die erste Hälfte bis die erste Stunde sind recht einfallslos. In dieser Zeit bietet der Film leider nichts Neues, fährt mit Standardware auf und der Zuschauer verliert etwas das Interesse. Bis eine halbe Stunde vor Schluss ist New Tale Of Zatoichi immer weiter im Ansehen gefallen und lag gerade noch so auf 3 Punkten.

Die letzte Halbestunde allerdings nimmt der Film eine gute Wendung und zieht an. Vielleicht etwas aus dem Nichts heraus durchläuft Zatoichi eine starke Charakterentwicklung und versucht sich seines alten, durchaus kriminellen und auch mordenen Lebens zu entsagen. Dies und das daraus entstehende dezente Melodrama und der fast schon epische Showdown gleichen den faden Auftakt gekonnt aus, so dass der Film im Endeffekt das fast gute Niveau der Vorgänger halten kann.

Ansonsten lässt sich nichts bemängeln. Schauspielerisch macht Katsu-san weiterhin eine hervorragende Figur in der Rolle des blinden Schwertkämpfers, der Rest des Casts passt ebenfalls, die Dialoge sind stellenweise ausgezeichnet durchdacht, das Setdesign und die Szenenaufbauten wissen zugefallen und die Kamera schiebt zwischendurch immer wieder sehr stimmungsvolle Bilder ein.

Kurzabriss der Story:
Auf seinem Weg durchs feudale Japan wird Zatoichi erneut von seiner Vergangenheit (aus Teil 2) heimgesucht. Des Weiteren trifft er auf seinen alten Sensei (Lehrer), der ihm die Schwertkunst beigebracht hat und welcher ihn bei sich für ein paar Tage beherbergt. Mit der Zeit stellt sich jedoch heraus, dass sein alter Meister nicht der Saubermann ist, wie man es erwartet hätte und so kommt es zu so mancher Meinungsverschiedenheit. Zum großen & ereignisreichen Finale laufen alle Nebenhandlungen zusammen, ergeben eine runde Sache und Zatoichi muss zeigen wer der Schnellste mit dem Schwert ist.

Bild (4 P):
Aufgerundete 4 Punkte.
Dass Zatoichi nun in Farbe kämpft und nicht mehr in S/W seine Tage bestreitet, weiss sehr gut zu gefallen. Auch wenn die Farben minimal blass wirken und der Kontrast evtl. nicht so hochausfällt, wie man es sich aufgrund des japanischen Settings ggfs. gewünscht hat, harmonisieren die Farben allerdings hervorragend. Der erdene Ton und das stellenweise Grün der Natur und das des Bambus´ sehen einfach toll aus.

Davon einmal abgesehen gleichen sich die Bilder des zweiten Teils und das des hier vorliegenden dritten Teil fast aufs Haar. Der Schwarzwert hätte durchaus etwas kräftiger und besser differenziert seien können. So kommt es schon mal zu einem leichten Detailverlust in dunklen Bildbereichen und auch der Schärfegrad schwächelt während mancher nächtlicher Szene etwas. Die meiste Zeit jedoch ist der Schärfegrad, genau wie Feindetailzeichnung für einen ca. 50 Jahre alten Film durchaus gut.

Das natürliche Filmkorn ist schön erhalten, hält  sich im Hintergrund auf und ist meistens ruhig. Aber genau wie bei Tale Of Zatoichi Continues gibt es zwei, drei Einstellungen, in denen sich das Korn in größeren, hellen Flächen zu einem leicht unruhigen Rauschen entwickeln kann.



Sound (Japanisch LPCM mit engl. UTs/ausblendbar) (3,5 P):
Auch der Sound des dritten Teils der Zatoichi-Reihe ist dem des Vorgängers sehr ähnlich. Folgende Zeilen stammen von eben diesem Review:

„The Tale Of Zatoichi Continues liegt, wie alle weiteren Teile auch, in einem Mono-Track vor. Zwar ist auch dieser nicht ganz so brillant, sauber und dynamisch, wie beispielsweise der von The Twilight Zone, dennoch kann dieser weitestgehend auf ganzer Linie überzeugen und bietet eine saubere und präzise Dialogwiedergabe, so dass ich sogar noch in der Lage war dem ein oder anderen Dialog marginal zu folgen ohne die Untertitel zu Hilfe zu nehmen.



Die Front und all ihre Effekte erweist sich als überraschend präzise und die nunmehr häufiger aufspielende Filmmusik besitzt eine gewisse Dynamik. Leider tendieren die mittleren Tiefen dazu leicht zu übersteuern und es kann so zu einem dezenten Wummern kommen.

Das mindert das Hörvergnügen zwar nur leicht, verhindert aber somit eine ungeschönte, gute Wertung.“
  
Zwar übersteuert hier die Filmmusik nicht, dafür aber ein paar geschriene Dialoge von Zatoichi´s Sensei.  

 

Extras (3 P):
Bei der Kritik der Extras dieser edlen Sammlerbox, bewerte ich die gesamten Extras aller 25 Filme. Neben einer wunderschönen Aufmachung und 25 neuen Design von 25 verschiedenen Künstlern zu den jeweiligen Teilen, bietet die Box ein vollfarbiges, 100-seitiges Hardcover-Buch mit eben jenen neuen Illustrationen, einem Essay von Geoffrey O'Brien, weiteren interessanten Hintergrundinformationen und der original Kurzgeschichte von Kan Shimozawa. Dieses Buch ist in der Tat eine Augenweide und das beste „Booklet“ welches ich je bestaunen durfte.

Des Weiteren gibt es zwei Videointerviews. Eins mit dem Regisseur John Nathan, welcher über seine Treffen, bzw. Begegnungen mit 1997 verstorbenen Zatoichi Darsteller Shintaro Katsu berichtet (ca. 20 Minuten) und eins mit Asian Film Experte Tony Rayns (ca. 30 Minuten). Darüber hinaus befindet sich auch noch eine ca. einstündige Dokumentation über Shintaro Katsu und dessen Kunst aus den 70er Jahren auf der Extra-BD. Neben diesen drei Videofeatures findet man auch noch alle Trailer, aller hier vertretenen Zatoichi Filme auf HD.

Wenn man die Gesamtanzahl der Specialfeatures nun auf jeden Film runter brechen würde, könnte man wohl keine allzu hohe Wertung geben; man würde der Sammlerbox aber leider nicht gerecht werden. Und so entscheide ich mich für den goldenen, etwas geschönten, aber dennoch fairen Mittelweg und vergebe 3 Punkte.
Fazit: Mehr für´s Auge, als für´s Hirn.


 
3,5 von 5 - Story
4,0 von 5 - Bild 
3,5 von 5 - Sound
3,0 von 5 - Extras

71% Gesamtwertung

72% technische Umsetzung

Player:
Panasonic DMP-BD 605

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Zatoichi: The Blind Swordsman – The Tale Of Zatoichi Continues – US-Import aus der Criterion Collection

Samstag, 1. März 2014

Bride Of Re-Animator – Mediabook (Blu Ray)





Diese Blu Ray bietet neben der ungeschnittenen Unrated Fassung auch die geschnittene R-Rated Version in HD.

Story/Film (4 P):
Bride Of Re-Animator ist die Fortsetzung zu Re-Animator und hat, wie es der Name schon verrät ein paar offensichtliche Anleihen von Bride Of Frankenstein, bleibt seinem Vorgänger und dessen Stil jedoch treu und macht einfach Spaß. Vielleicht nicht ganz so viel Spaß, wie das Erstlingswerk, denn die Erzählstruktur ist hin und wieder etwas holprig, Dr. Herbert West hat einfach nicht ganz so viele kultige Auftritte und Sprüche in den Mund gelegt bekommen und die Haupt-Nebenhandlung um Dr. Hill´s Racheversuch wird von einer anderen Nebenhandlungen um einen schnüffelnden Polizisten und dessen Zwist mit seiner (Noch-)Frau in den Hintergrund gedrängt, aber der Film weiss im Gesamten zu gefallen und brennt innerhalb der letzten 20 Minuten einen makabres, skurriles Gore-Effektfeuerwerk ab, wie kaum ein anderer Streifen des Genres.

Basierend auf einer der beliebten, neuen Theorien des Onkel Doktors, dass Leben in jeder Zelle steckt, wird in Bride Of Re-Animator nicht (nur) versucht ganze Körper frisch oder weniger frisch Verstorbener zu reanimieren, nein, hier wird Körperteil-Mikado gespielt und alles zusammen geklebt, verschraubt und verwurschelt was gerade so in die Finger fällt. So entstehen wilde Kreationen, wie ein Armbein, eine Fingeraugenspinnenhand oder eben die Braut höchstpersönlich; zusammengesetzt aus nur den erlesensten Zutaten menschlicher Überreste. So auch dem Herzen der holden Megan aus Teil 1, welche all den Spuk nicht überlebt hat.

Acht Monate nach dem Vorfall an der Miskatonic Universitätsklinik kehren Dr. West und Dr. Caine zurück, wurden komischerweise mit offenen Armen empfangen und gehen ihrem neuen Hobby, o.g. Körperteil-Mikado, nach. Dr. West ist wie immer locker, flockig drauf und hat die Zeit seines Lebens, wohingegen Dr. Caine alles etwas zu persönlich nimmt. Eine weitere holde Blondheit wird eingeführt, Dr. Caine darf sich der Hingabe dieser Barbusigkeit erfreuen, Dr. West wehrt unliebsamen, nächtlichen Besuch mit Macheten ab, bastelt vor sich hin und da der Keller ihres gemeinsamen Forschungsheimes an das benachbarte Mausoleum angrenzt, gehen dem guten Herbert auch nie die Ersatzteile aus.

Der kopflose Dr. Hill darf zu späterer Stunde auch wieder sein Unwesen treiben und wenn zu guter Letzt alles über den „unschuldigen“ Protagonisten hereinbricht, gibt´s für den Zuschauer kein Halten mehr.


Bild (3,5 P):
War ich vom Bild von Re-Animator noch regelrecht begeistert und habe ggfs. etwas großzügig bewertet, finde ich das von Bride Of Re-Animator nicht wirklich gut. Zwar gelungen und für einen älteren Film dieser Machart durchaus ansehnlich, aber im Gesamten zu durchwachsen mit zu vielen, einzelnen Kleinigkeiten und ein paar durchgehenden Schwächen, so dass ich nicht mehr als 3,5 Punkte geben kann.
Bei einem ganz schnellen und nicht wirklich umfangreichen Vergleich mit dem Vorgänger, muss ich jedoch sagen, dass die Qualität sehr ähnlich ist und ich, wie bereits erwähnt, evtl. von dieser beim Tippen des Reviews zu Re-Animator etwas geblendet war und die Wertung unterbewusst beschönigt habe. Eine zweite Sichtung in wahrscheinlich naher Zukunft wird Aufschluss darüber bringen.

Aber kommen wir zur Bildqualität von Bride Of Re-Animator.


Es ist zum Teil recht durchwachsen und schwankhaft, wirkt aber dank der satten Farben und dem sauberen Bild weitestgehend stabil. Einmal konnte ich vertikale Risse, bzw. Ausbesserungen sehen; dies sollte aber nicht weiter beachtet werden, denn das Bild wurde in Bezug auf Beschädigungen und Schmutzpartikel wunderschön restauriert. Auch die Unrated-Szenen sind gekonnt integriert, fallen qualitativ nur ganz leicht ab und sollten allerhöchsten Kennern des Films oder Zuschauern mit Adleraugen auffallen.

Der Schärfegrad, sowie die Feindetailzeichnung schwanken leider zu auffällig hin und her. In manchen Nahaufnahmen wird ein nahezu perfektes Bild mit beeindruckender Detailzeichnung und Schärfe präsentiert, in anderen wiederum treten leichtere bis stärkere Fokusfehler in Erscheinung und trüben den Spaß.
Die Kornstruktur wurde zu 100% erhalten. Das wird die einen freuen, die anderen aber auch ärgern, denn das Korn ist stellenweise sehr deutlich sichtbar und zwischendurch drängt es sich auch mal für ein paar kurze Einstellungen in Vordergrund.

Das Störendste ist jedoch die Tatsache, dass Bride Of Re-Animator so dunkel ist und der Schwarzwert nicht sonderlich differenziert erscheint. So werden viele und große Bildbereiche ins Dunkel getaucht und jegliche Informationen in eben diesen Bereichen gehen verloren. Hin und wieder kann der Schwarzwert auch seine Tiefe nicht ganz halten und driftet leicht ins Grau ab; dies ist jedoch sehr selten und fällt nicht wirklich störend auf.
In den wenigen Tageslichteinstellungen herrscht allerdings ein hervorragender Kontrast, die Details sehen öfters hervorragend aus und es entsteht sogar eine gute Tiefenwirkung.

Genau wie bei Re-Animator auch, sind die Farben kräftig, tendieren jedoch dazu etwas zu rötlich zu erscheinen  und so sieht vor allem so manche Krankenhausbeschilderung unnatürlich aus. In den Gesichtern zeigt sich nur ein ganz, ganz leichter Hang zum Rötlichen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Umsetzung trotz alledem gelungen ist und der Film auch auf großer Leinwand Spaß macht. Der Einsatz von irgendwelchen Filtern, die das Bild etwas klarer und/oder schärfer zeichnen, wurde hier mit höchster Sorgfalt und einem perfekten Maß betrieben und sorgt ausschließlich für eine Verbesserung des Bildes. Schmierige Bewegungen, stehendes Filmkorn, hässliche Doppelkonturen und/oder wachsige Gesichter treten zu keiner Zeit auf.

P.S. Die Vorgeschichte im Feldlazarette hat mit vielen Schwächen zu kämpfen. Mit Einsetzen des Vorspanns klart das Bild deutlich auf.


Sound (Engl. LPCM) (2,5 P):
Mit Wohlwollen aufgerundete 2,5 Punkte.

Ich bewerte hier nicht die Arbeit, die in die Restauration des Sounds gewandert ist, sondern lediglich das Ergebnis.
Und das ist leider unterdurchschnittlich.

Nicht die Tatsache, dass die Fortsetzung des Kultklassikers nur in Stereo vorliegt, sondern die Tatsache, dass der Sound allerhöchstens als akzeptabel bezeichnet werden kann, macht die schlechte Wertung aus.

Das Schlimmste und stets auffällig, ist das fast durchgehende Hintergrundrauschen, welches immer (!) zu hören ist, wenn gesprochen wird oder wenn überhaupt etwas Soundtechnisches stattfindet. In diesen Momenten (also immer) hat man das Gefühl, als würde eine leise, aber feine Snare-Drum den Ton begleiten. Dies führt zu Verzerrungen mancher Tonhöhen, die Dialoge sind öfters schlecht(er) verständlich, welche hin und wieder auch in ihrer Lautstäke deutlich schwanken und der gesamte Sound leidet teils stark darunter. Des Weiteren muss man sagen ist das Klangfeld arg eingeschränkt, Feinheiten oder ein weites Klangspektrum sind nicht auszumachen, die Balance ist dürftig und die Dynamik schwach. Der Sound wirkt über weite Strecken auffallend dumpf und präzisionslos.


Fazit: Trotz all der Mühe, dennoch eine klare Enttäuschung.

P.S. Der deutsche Ton bietet in seiner MA-Audio 5.1-Spur ein deutlich besseres Klangfeld. Allerdings ist die Synchro dank ihrer dämlichen Sprecher halt voll Scheisse und zu gar nichts zu gebrauchen.

Extras (4 P):
Das Mediabook von Bride Of Re-Animator wartet mit ein paar innovativen Extras auf, leider liegt das Making Of nur in einer schlechten SD-Auflösung vor und kommt eher einer Behind-The-Scenes-Featurette gleich, als ein wirkliches Making Of in hochwertiger, dokumentarischer Form zu seien.


Des Weiteren gibt es ein ca. 70-minütiges Hörspiel  (Dark Adventure Radio Theatre präsentiert) „Herbert West – Reanimator“, einen ca. 90-minütigen Podcast „120 Jahre Lovecraft“, zwei Audiokommentare (einmal der Hauptdarsteller und einmal der Crew und des Regisseurs), sowie Trailer und ein recht interessantes Booklet.

Die Unrated Version und die R-Rated Version liegen auf jeweils einer BD vor und unterscheiden sich qualitativ nicht. Die Unrated Version befindet sich ebenfalls auf einer separaten DVD.
Außerdem befinden sich eine Handvoll Karten zu einem Re-Animator Rollenspiel an Bord; wer´s braucht…



4,0 von 5 - Story   
3,5 von 5 - Bild 
2,5 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

70% Gesamtwertung
61% technische Umsetzung
 
Player:
Playstation 3
 
Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Bride Of Re-Animator – Mediabook