Freitag, 5. Juli 2013

Sudden Death – IT-Import (Blu Ray)



Sudden Death – IT-Import mit dt. Ton (Blu Ray)

Die Fassung ist geschnitten !! Es fehlt eine kurze Einstellung, in der sich Van Damme während des Showdowns eine Kugel in Zeitlupe einfängt.

Story/Film (3 P - 1 P fürs geschnitten sein):
Van Damme´s Stirb Langsam heisst nicht Die Hard, sondern Sudden Death, unterscheidet sich aber ansonsten nur marginal vom Bruce Willis-Actioner. Anstelle eines Hochhauses, bzw. Flughafens, bzw. Stadtteils, bzw. Landes, spielt Sudden Death in einem Eishockey-Stadium, in dem dank seiner kühlen Umgebung Erinnerungen an die ersten Stirb Langsam-Teile aufkommen, die ja bekannter Maßen zur Weihnachtszeit spielten. 

Böse Buben, die böses vorhaben und dabei bösartig Geisel nehmen und nach gleichem Die-Hard-Rezept inkl. Spagat-Kicks durch die Muscels From Brussels ins Jenseits befördert werden, welche in diesem Actioner, wer hätte es gedacht, einen Feuerwehrmann mit Eheproblemen verkörpern (der kleine Bruder eines Polizisten sozusagen), erinnern ebenfalls sehr stark an Bruce Willis´ Action-Klassiker.

Peter Hyams schuf 1995 einen waschechten Stirb-Langsam-Klon, frei von jeglicher Innovation, Eigenständigkeit oder ernstgemeinter Daseinsberechtigung. Aber dennoch weiss Sudden Death trotz seiner Längen im Mittelteil zu unterhalten und kann als solider Actionfilm betrachtet werden.
Es wird gemeuchelt, es wird geballert, es wird sich um nervige Kinder gekümmert, es werden Geiseln befreit und viele Gangster auf Eis gelegt… genau was man erwartet.

Schauspielerisch ist Powers Boothe wohl mit der einzige, der seiner Berufsbezeichnung nahe kommt und auch der einzige, der anständige Dialoge geschrieben bekommen hat. Der Rest der Schauspielriege scheint sich bereits in anderen, oder keinen Projekten mehr gesehen zu haben und spult das Programm sehr routiniert herunter. Ein paar Explosionen und Kampfeinlagen lenken vom dünnen Drehbuch und einigen Ungereimtheiten, wie einer unbemannten Küche, die sich selbst ein paar Fritten und Steaks brutschelt, ab und auch wenn Sudden Death mit seinen 110 Minuten gut und gerne 15 Minuten zu lang geworden ist, kann er im Gesamten überzeugen und unterhalten.

Bild (2 P):
So schnell kann sich Universal wiedereinmal unbeliebt machen. Es ist schon faszinierend, wie schwankend die VÖs dieses Labels sind. Universal deckt die gesamte Bandbreite ab. Fantastische, auf 4K restaurierte Klassiker à la Jaws, überraschend solide bis gute Blu Rays, wie Hard Target und reinste Katastrophen namens Ned Kelly, kann Universal sein Eigen nennen. Nun kommt also Sudden Death um Ecke und stirbt einen ironischer Weise schnellen Tod in Bezug auf seine Blu Ray Veröffentlichung.
Nicht nur dass die Blu Ray geschnitten ist, nein… Universal schmeißt mal wieder mit schlechter, künstlicher Nachbearbeitung um sich, als gäbe es kein Morgen.

Positiv zu erwähnen sind die vereinzelnd gut dargestellten Bildbereiche (!), denen man eine gewisse Detailzeichnung nicht absprechen kann. Auch Nahaufnahmen wissen hin und wieder zu gefallen, halten sich in ihrer Anzahl aber bedeckt und sind eigentlich nur während der ersten 15 Minuten zu finden und tauchen ausschließlich dann auf, wenn es sich um gut ausgeleuchtete Szenen handelt. Im Gesamten ist das Bild deutlich zu dunkel, das Filmkorn verhält sich öfters auffallend unruhig, der Schärfegrad ist allerhöchstens akzeptabel und die Feindetails stimmen, wenn überhaupt nur punktuell in ein paar Bildbereichen und ein paar wenigen Nahaufnahmen. Das Bild zieht hin und wieder ganz leichte Schlieren, Doppelkonturen sind deutlich ausgeprägt und Unschärfen aufgrund schlechter Fokusarbeit treten genauso oft auf, wie Van Damme seinen Gegnern eins auf die Zwölf gibt.

Das  Bild wurde allem Anschein nach durchgehend mit Edge Enhancement nachbearbeitet und in so manchen Sequenzen auch noch dezent (!) mit DNR feingeschliffen, so dass viele Doppelkonturen darauf zurückzuführen sind und ein ständig unnatürlicher Kontrast herrscht. Desweiteren sind die Farben zu kräftig und tendieren zu einem teils auffälligen Rotstich.

Sound (Engl. MA-Audio) (3,5 P):
Der Sound ist mit Abstand noch das Beste an dieser Blu Ray. Die Dialoge sind gut zu verstehen, die Filmmusik ist fein abgemischt und kann überzeugen und auch die Effekte wissen zu gefallen, sind jedoch etwas einfallslos und  hätten knackiger über die Rears gesplittet werden können. Umgebungsgeräusche treten hin und wieder auf, sind in ihrer Anzahl und Innovation aber nicht weiter der Rede wert. Dafür tritt recht häufig ein Tiefenbass auf, der allerdings einen leicht dumpfen Eindruck hinterlässt, für einen Film von knapp 20 Jahren aber in Ordnung geht.

Extras (0 P):
Nichts!

Gesamtfazit: Geschnitten und miese Bildqualität – Finger weg !!!


2,0 von 5 - Story   
2,0 von 5 - Bild 
3,5 von 5 - Sound
0,0 von 5 - Extras

42% Gesamtwertung

Player:
Playstation 3


Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Sudden Death – IT-Import

Donnerstag, 4. Juli 2013

Harte Ziele – IT-Import (Blu Ray)



Harte Ziele – IT-Import mit dt. Ton (Blu Ray)

Es handelt sich um die ungeschnitte Unrated-Version !!

Story/Film (4 P):
Es wird geballert, es wird gestorben, es wird explodiert und es wird ge-spagat-kickt, was van Damme´s Hosenbund hergibt.
John Woo´s US-Debut ist eine Actiongranate, wie sie im Buche steht. Der chinesische Kultregisseur kommt 1993 nach Hollywood und brennt ein Jeans- und Testosteron-geschwängertes, blei- und bluthaltiges Feuerwerk mit leichten Western-Anleihen ab, wie es Hollywood bis dato noch nicht gesehen hat. Belohnt wurde er mit starken Schnittauflagen, die bereits den Vorspann umfassten, so dass die unrated Version erst Jahre später auf DVD veröffentlicht wurde und nun mit dieser Blu Ray Veröffentlichung endlich ihr HD-Dasein feiern kann. Die berühmt-berüchtigte Rohschnittfassung ist jedoch nicht auf der Blu Ray vertreten. Wer dies ernsthaft erwartet hat und deswegen nicht zur Universal Blu Ray greift und weiter wartet, ist generell nicht mehr zu helfen… Den Schnittbericht R-rated vs. Unrated findet ihr hier.

Hard Target hat alles was einen „Woo“ ausmacht. Exzessive, extrem stylische Zeitlupenaufnahmen, Shoot-Outs, in denen niemand unter einem halben Dutzend Ein- und Austrittswunden abdankt, ein supercooler (dezent zu cooler) Held mit Mantel, selbstverständlich Tauben (so viele, dass es für drei Filme reichen würde), schwarzhelmige Motorrad-Gangster, ein finsterer und sadistischer Schurke (Lance Henriksen) samt Handlanger (Arnold Vosloo) und Stunts, so übertrieben, so an den Haaren herbeigezogen, dass Unterhaltung garantiert ist.

Harte Ziele ist das Paradebeispiel eines 90er-Jahre-Brutalo-Actioners. Die Story passt, ist zwar überschaubar, aber stimmungsvoll. Schauspielerisch darf man keine Glanzleistungen erwarten, aber besonders Arnold Vosloo und Lance Henriksen portraitieren ihre Charaktere mit einer herrlichen, leicht überzeichneten Inbrunst und machen schlichtweg Laune. 

Fazit: Woo Goes Hollywood!


Bild (3,5 P):
Ich bin positiv überrascht! Lange Zeit lag das Bild sogar bei vier Punkten. Schlussendlich habe ich mich dennoch für 3,5, anstelle von aufgerundeten vier Punkten entschieden. Man sollte eher positiv überrascht werden, als negativ.

Das Bild hat seine Macken; keine Frage. Für einen 20 Jahre alten B-Actioner ist die Qualität aber erstaunlich gut.
Zu beanstanden wären die Kranfahrten und Szenen in geschlossenen Räumen, die eine leicht schummrige Beleuchtung haben und im Gesamten abfallen und nur bedingt HD-würdig sind. Desweiteren fällt auf, dass die Farben hin und wieder (!) etwas rot-stichig sein können und dass das Bild öfters mit Edge Enhancement nachbearbeitet wurde. ABER (!) Letzteres ist in Maßen zum Einsatz gekommen und wertet das Bild kaum ab oder wirkt wirklich störend. Im Falle von Hard Target zeichnet es lediglich schärfere Konturen und boostet den Kontrast hin und wieder ein kleines bißchen unnatürlich. DNR und damit verbundene Doppelkonturen und wachsige Gesichter sind nicht festzustellen und das Bild wirkt bis auf die Edge Enhancement Momente sehr natürlich. Oben genannte Kranfahrten und Szenen in geschlossenen, dunklen Räumen sind meistens nicht von langer Dauer, schwächeln zwar, sind aber nicht weiter tragisch und können gut verkraftet werden.



Gut gefallen hat mir die Fokusarbeit, die bis auf ein, zwei Mal immer sitzt und keine Unschärfen fabriziert. Generell sind der Schärfegrad und die Feindetailzeichnung gut gelungen und liegen die meiste Zeit auf einem guten, in Nahaufnahmen teils sehr guten Niveau und hin und wieder wird sogar für einen ganz kurzen Moment Referenzqualität ausgespuckt. Bis auf die ab und an leicht rot-stichigen Farben (besonders in Gesichtern zu erkennen) wirken eben jene sehr natürlich, der Schwarzwert ist gut, zwar nicht ganz optimal und das natürliche Filmkorn hält sich bedeckt im Hintergrund, tritt lediglich vier bis fünf Mal für ein, zwei Sekunden etwas stärker auf. Schmutzpartikel treten sehr, sehr selten auf, das Bild wirkt dahingehend sehr sauber und wurde meiner Meinung nach entsprechend schön aufbereitet.
Gut ausgeleuchtete Szenen sind besonders nett anzuschauen und auch der komplette Showdown in der dunklen Lagerhalle kann überzeugen. Im Gesamten mag die Qualität zwar etwas schwankend sein, leistet sich aber keine gravierenden Patzer oder No-Goes und Hard Target weiss bildtechnisch beinahe auf ganzer Linie zu überzeugen.

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P):
Ich bin begeistert – kein Scheiss! Gerüchten und Erstankündigungen, die den O-Ton in Dolby Digital gelistet haben darf kein Gehör geschenkt werden. Der englische O-Ton liegt in einem hochwertigen Master-Audio Gewand vor und weiss vollends zu überzeugen.
Es ist ein Action-Mix, wie man ihn sich wünscht. Gute, stabile Dialoge und ein räumliches und dynamisches Klangfeld, das überraschend weiträumig sein kann (Fouchon´s Klavierspiel), viele tolle Surroundeffekte samt schöner Stereoseparation, sogar subtile Ungebungsgeräusche (Hall in der Lagerhalle, flatternde Tauben, Fauna des Sumpfgebietes, u.v.m.) und ein häufig frequentierter Tiefenbass zeichnen den 5.1-Mix aus. Präzise ist er obendrein, kann mit ganz aktuellen Produktionen zwar nicht mithalten und drei, vier Mal entstand der Eindruck, dass die Klangspitzen etwas kratzig sind. Im Gesamten rockt, bombt und ballert sich Hard Target im O-Ton aber sehr gut in die Gehörgänge des ansässigen Krawallfreundes.



P.S. Es gibt einen deutschen Track. Dieser basiert auf der alten Synchro, die während des Showdown mit Untertiteln ausgestattet ist und liegt in DTS 2.0 vor.

Extras (0 P):
Nichts. Nicht einmal der Trailer. 

P.P.S. Morgen oder die kommenden Tage wird ein Review zur Blu Ray von Van Damme´s Sudden Death folgen (ebenfalls der IT-Import). Hier muss ich alle Interessierten bereits vorwarnen. Die Bildqualität scheint nach kurzer Prüfung alles andere als gut zu sein. Allem Anschein nach wird sich die Bewertung im Bildbereich zwischen 1,5 und 2,5 Punkten einschießen - schade.


4,0 von 5 - Story 
3,5 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
0,0 von 5 - Extras

71% Gesamtwertung

Player:
Playstation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Harte Ziele – IT-Import


Dienstag, 2. Juli 2013

The Killing – US-Import – Criterion Collection (Blu Ray)



The Killing – US-Import ohne dt. Ton – Criterion Collection (Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!
Diese Blu Ray bietet neben The Killing auch Kubrick´s Film Killer´s Kiss in einem restaurierten 1080p-Transfer.

Story/Film (4 P):
Kein Geringerer als Stanley Kubrick steckt hinter diesem Machwerk. Und wie es sich für einen Kubrick gehört, ist der Film mindestens gut. So auch im Falle des 1956 entstandenen Heist-Thrillers mit Film-Noir-Elementen und einer leichten Portion Schwarzen Humors.
The Killing ist ein nach heutiger Sicht „klassischer“ Thriller, dessen Story von einer Gruppe Männer handelt, die einen perfekten Überfall geplant haben und diesen im Finale in die Tat umsetzen. Die einzelnen Figuren und deren Motive werden überzeugend, hin und wieder auch dezent humorig dargestellt, wissen zu unterhalten und die erste Hälfte durchaus interessant zu gestalten. Ab der zweiten Hälfte startet der Film kontinuierlich durch und das Große Finale kommt, wie es kommen muss dramatisch rüber, fesselt und wartet mit einem tollen Ende auf.

Vor knapp 60 Jahren toll gewesen, weiss The Killing immer noch zu 100% zu überzeugen und wirkt kein Stück altbacken. Schnippige, tolle Dialoge, eine sehr gute Kameaarbeit, passende Musik, glaubwürdige Schauspieler und ein zackiges Pacing machen The Killing mit seinen 85 Minuten zu einem mehr als nur würdigen Vertreter seines Genres… kein Wunder also, dass man an vielen Ecken Werke aus heutiger Zeit wiederfindet.

Bild (5 P):
Für einen Film aus dem Jahre 1956 muss man ihr im Grunde von Referenzqualität sprechen. Man könnte ein paar vertikal verlaufende Beschädigungen und eine Handvoll schlechterer Außenaufnahmen mit etwas stärkerem Korn und Schmutzpartikeln, als Rechtfertigung anführen dem Bild „nur“ 4,5 Punkte zu geben, würde dann aber dem Gesamteindruck nicht gerecht werden.
Das Bild ist einsame Spitze!
Der Schwarzwert ist fantastisch, wunderbar differenziert, sorgt für einen sehr guten Kontrast und eine perfekte Durchzeichnung. Es herrscht ein natürliches Filmkorn, das niemals Überhand gewinnt und sich immer schön im Hintergrund hält. Aber das Besondere an der Blu Ray ist zweifelsfrei ihr Schärfegrad und die Detailzeichnung. Zu keiner Zeit, außer während des Vorspanns, fällt die Qualität in Bezug auf Schärfe und Feindetails ab. Nahaufnahmen bieten extrem detaillierte Einstellungen, in denen jedes noch so feine Haar erkennbar wird, die Texturen der Stoffe sind wunderschön zu erkennen und selbst kleinste Fältchen und so manche Hautpore sind zu sehen, was bei alten Filmen mit „klassischer“ Kornstruktur seltenst der Fall ist. Einstellungen aus der Halbdistanz und Distanz wissen genauso zu überzeugen.

Fazit: Sehr stabiler, sauberer, detailreicher  und scharfer Transfer mit einem super Schwarzwert, einer sehr guten Durchzeichnung und einem schönen Kontrast.

Sound (Engl. LPCM) (4,5 P):
Der Sound liegt in Mono vor, weiss aber vollkommen zu überzeugen. Der Mix ist sehr sauber, extrem stabil, bietet eine tolle Balance, schöne Filmmusik und eine sehr kräftige, präzise und einwandfreie Dialogwiedergabe. Es sind keine alterbedingten Schwächen festzustellen.

Extras (4,5 P):
Als seien die „üblichen“ Extras nicht genug, hat Criterion noch Stanley Kubrick´s Film Killer´s Kiss in restauriertem Bild (1080p) auf die Scheibe gebrannt. Zwar kann die Bildqualität nicht ganz mit The Killing mithalten, bekommt nach kurzer Sichtung aber volle 4 Punkte und kann als gut betrachtet werden (kein Vergleich mit der schäbigen TV-Fassung von Brazil in 1080i, als Extrabeilage zum regulären Director´s Cut). Der Sound liegt jedoch nur in Dolby Digital 1.0 vor.
Dazu gibt´s noch Interviews (insgesamt ca. 70 Minuten), u.a. mit dem Autor Robert Polito, dem Darsteller Sterling Hayden, em Produzenten James B. Harris und dem Kritiker Geoffrey O'Brien. Desweitern befinden sich noch Trailer zu The Killing und zu Killer´s Kiss auf der Blu Ray und er Veröffentlichung wurde ein schönes, interessantes Booklet spendiert.



4,0 von 5 - Story 
5,0 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
4,5 von 5 - Extras

89% Gesamtwertung

Player:
Panasonic DMP-BD 605

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: The Killing / Killer´s Kiss – Criterion Collection