Montag, 3. Juni 2013

Hiobsbotschaft (Post)



Man kann nur hoffen, dass die News eine Ente oder ein verspäteter Aprilscherz ist.

Es soll ein Blade Runner Sequel/Prequel kommen!

So weit, so gut!
Jetzt kommt´s!
Wer soll Regie fhren?
Michael Bay! 
Ok, das war´s. Der Film ist futti!

Manch einer mag nun in seinem jugendlichen Leichtsinn denken „Och… soooo schlimm ist das doch garnicht.“ Aber jetzt kommt´s noch besser/schlimmer!
Wer wird die Hauptrolle des Deckard Charakters übernehmen, den Harrison Ford gespielt hat?
Es stehen zwei Schauspieler in der näheren Auswahl…
Will Smith oder Shia LaBeouf… mir fehlen die Worte.

Und wer jetzt denkt, es gehe kaum beschissener, der sei gewarnt, dem seien spätestens jetzt ein Stuhl und eine flasche Schnaps ans Herz gelegt…
… denn es darf geraten werden, wer die Rolle von Roy Batty (Rutger Hauer) antreten soll.
*Trommelwirbel*
Chris Tucker oder Nicolas Cage!

Na? Heute schon gekotzt? So startet man doch gerne in den Montag!

Ich weiss, ich weiss… das klingt alles nach einem ganz, ganz schlechten Scherz. Kann Hollywood so dumm und unverschämt zugleich sein, diese Grausamkeit auf die Menschheit loszulassen? Nichts Genaues weiss man nicht, aber es hat den Anschein.
Wer mir nicht glaubt, dem sei gesagt, dass ich es selbst auch nicht glauben kann und nur weil es im Intenet steht ganz bestimmt nicht stimmen muss. Hier findet sich aber der Link zu entsprechendem Artikel… entscheidet selbst!

Das Fenster Zum Hof (1954) (Blu Ray)



Story/Film (4,5 P):
Mit Das Fenster Zum Hof liegt seit Kurzem ein weiterer Hitchcock-Klassiker auf Blu Ray vor.
Vor knapp 60 Jahren entstanden, hat dieser fantastische Thriller bis heute nichts von seinem Charme verloren und ist dank seines simplen, aber genialen Konzeptes auch im Jahre 2013 noch eine sehr feine, runde Sache – in Würde gealtert!

Hitchcock versteht es in diesem Thriller, mit einfachsten Mitteln und auf beschränktem Raum eine dichte Atmosphäre und Hitchcock-typische Spannung zu erzeugen. Mit vielen Kleinigkeiten verunsichert er den Zuschauer, wie man es gewohnt ist, lässt diesen beständig miträtseln und hält ihn dank superber Schauspieler und tollen, schnippigen Dialogen und sehr unterhaltsamen Performance durchweg bei der Stange – es macht einfach Spaß James Stewart, Thelma Ritter und allen voran Grace Kelly zuzusehen und zu hören. Wer sich schon immer gefragt hat, was denn so besonders an Grace Kelly ist/war, sollte diese Frage nach Schauen von Rear Window in der Lage sein, zu beantworten. Einfach alles!

Versetzt mit trockenen, zum Teil sarkastisch komödiantischen Elementen, manchmal etwas zynisch, aber stets charmant und einer unterhaltsamen Liebesbeziehung, kann Das Fenster Zum Hof durchweg unterhalten, möchte garnicht ununterbrochen spannend sein, schafft dies aber mit hitchock´scher Leichtigkeit, wenn angebracht und schuf eines der bekanntesten Filmenden – wie so viele andere Werke des Master Of Suspense.

Bild (4 P):
Wenn die Qualität nicht ab und zu (evt. 10 Mal während des Films) für kurze Momente und Einstellungen, unerklärlicher Weise deutlich absacken würde, hätte Das Fenster Zum Hof eine nahezu perfekte Wertung erhalten. Denn meckern lässt sich nur auf hohem Niveau und wenn dann eigentlich nur bezüglich dieser deutlichen Aussetzer. In eben jenen Momenten, die auch keinen optischen Effekt beinhalten, fällt die Qualität auf DVD-Niveau ab, ist unscharf, weich, zum Teil stark verkörnt und man fragt sich, wie so etwas sein kann, wenn der Rest doch so fantatstisch ausschaut.
Die meiste Zeit über kann die BD mit seiner ausgezeichneten Schärfe und Detailszeichnung bestechen, die Farben sind kräftig und dank eines sehr guten Schwarzwertes herrscht fast durchgehend eine gelungene Durchzeichnung und leichte Plastizität. Und auch wenn man das Gefühl nicht loswerden kann, dass an der Qualität geschraubt und künstlich nachgeholfen wurde, da das Bild sehr sauber wirkt, herrscht dennoch eine natürliche Kornstruktur im Hintergrund und offensichtliche Doppelkonturen, wachsige Gesichter oder stehendes Korn ist nicht auszumachen.

Rear Window sieht auf Blu Ray toll aus und die Umsetzung ist zweifelsfrei gelungen! Hier und da hätte der Film bestimmt noch etwas besser aussehen können, aber für einen Klassiker aus dem Jahre 1954 lässt sich kaum etwas bemängeln.

Sound (Engl. MA-Audio) (4 P):
Der Sound liegt in einem 2.0 Mono Mix vor. Effektgewitter oder eine ausgesprochene Räumlichkeit darf also nicht erwartet werden!
Aber eine sehr gute, stets verständliche, präzise und saubere Dialogwiedergabe darf erwartet werden. Das klingt nun vielleicht nicht sonderlich bemerkenswert oder nach etwas Besonderem, aber ein Film diesen Alters, der zum Teil stark dialoglastig ist, hätte sich viel bis alles mit blechernen oder „entrückten“ Dialogen kaputt gemacht.
Desweiteren kann die Filmmusikwiedergabe als gelungen betrachtet werden – sauber und fein. Jedoch kommt kein raumfüllendes oder gar sehr kräftiges Klangvolumen auf.

Für knapp 60 Jahre und einen Mono 2.0 Mix gibt es im Grunde nichts auszusetzen. Er erfüllt seinen Zweck mit o.g. Pluspunkten und das wars – gut!

Extras (4,5 P):
Audiokommentar von Autor John Farwell, Making Of inkl. Restaurationsinfos (ca. 55 Minuten), ein Interview mit Hitchock von ca. 35 Minuten, eins mit dem Screenwriter John Michael Hayes von ca. 15 Minuten Lauflänge, zwei weitere Videofeatures über Hitchcock und den Sound von Rear Window (insgesamt ca. eine Stunde zusammen), ein Hitchcock-Truffaut Interview, Trailer und Produktionsfotos.



4,5 von 5 - Story 
4,0 von 5 - Bild 
4,0 von 5 - Sound
4,5 von 5 - Extras

85% Gesamtwertung

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Das Fenster Zum Hof (1954)

Samstag, 1. Juni 2013

A Nightmare On Elm Street (1984) (Blu Ray)



A Nightmare On Elmstreet liegt auf Blu Ray nur in der ungeschnittenen R-Rated Fassung vor. Die Unrated Version, wie man sie vom alten deutschen CBS/Fox Tape oder Bootleg DVDs kennt, ist nicht vorhanden.

Story/Film (4 P):
Was soll ich bloß zu Freddy schreiben??? Ich hab´s!
„Come to Daddy… Bitch!“
Okay; denke das beschreibt´s ganz gut.

Spaß beiseite…
Wes Craven´s A Nightmare On Elm Street ist die Geburtsstunde eines der berühmtesteten Killer der Film- und Horrorgeschichte… und Johnny Depp´s erster Auftritt vor der großen Kamera. Freddy Krueger ist eine Ikone des Horror-Genres, die über unzählige Fortsetzung (okay… sieben und ein Remake) immer weiter weich gespült wurde und fast zum Clown avancierte.
Einen ausgeprägten Sinn für Humor hatte Freddy, gespielt vom einzig wahren Freddy-Darsteller Robert Englund, zwar schon immer, wirklich pechschwarz und sadistisch-zynisch war dieser aber nur im ersten und besten Teil der Filmreihe.
Was diesen Film ausserdem vom restlichen Einheitsbrei der 80er-Horror-Streifen abhebt, sind die sehr gut umgesetzten Albtraumsequenzen, deren Ideenreichtum und die kreativen Kills der „klassischen“ Teenage-Opfer.

Wes Craven schuf mit diesem Werk einen Kult-Klassiker mit viel Atmosphäre und einer Menge Blut, vergaß aber leider ein objektives Auge auf seine Hauptdarstellerin zu legen. Heather Langenkamp aka Nancy ist nicht wirklich überzeugend und schauspielert eher homöopathisch, als effektiv – man achte auf einige Einstellungen, in denen man das Gefühl hat sie würde gleich anfangen zu lachen (z.B. beim schreienden Aufwachen im Klassenzimmer).
Außerdem wirkt so manche Musikuntermalung etwas zu rockig, wie es viele Filme zu dieser Zeit unangebrachter Weise gerne getan haben – meistens ist die musikalisch und akustische Begleitung aber gelungen und verfeinert so manchen Schockmoment.

Im Gesamten ist A Nightmare On Elm Street aber ein wirklich guter Film, der trotz seiner kleinen Schwächen auch 30 Jahre später noch zu begeistern und zu gruseln weiss.

Bild (3,5 P):
Kein Vergleich zu der Kopie, einer Kopie, einer Kopie, eines Videothekentapes, dass der Vater eines Freundes unterm Bett versteckt hielt und welches man sich mal „ausgeborgt“ hat, um sich gewaltig zu gruseln und behaupten zu können „Ich habe Nightmare On Elm Street“ gesehen… ABER, die alte deutsche Fassung entsprach der Unrated Version. Hier auf Blu ray liegt leider nur die R-Rated Fassung vor.

Das Bild ist über weite Strecken wirklich gut, besonders Nahaufnahmen und helle Tageslichtszenen wissen zu begeistern. Hin und wieder wurde der Fokus aber nicht sonderlich gut gewählt und führt zu Unschärfen. Außerdem tendieren nächtliche Einstellungen dazu, großflächige Details zu verschlucken. Dies ist zwar nicht wirklich störend, da der Film mit seinen Schatten spielt, die gänzliche Dunkelheit und eine lauernde Gefahr schaffen sollen, ein etwas kräftigeres und leidlich differenzierteres Schwarz wäre aber durchaus wünschenswert gewesen.
Der Schärfegrad und die Feindetailzeichnung sind leicht schwankend, liegen aber die meiste Zeit auf einem guten Niveau, die Farben wirken kräftig und natürlich und es herrscht ein leichtes Filmkorn, dass nicht als störend empfunden wird.
Ein paar ganz wenige, unschöne Doppelkonturen und „komisch“ wirkendes Filmkorn lassen den Verdacht aufkommen, dass am Bild etwas „gedreht“ wurde. Diese Einstellungen sind jedoch sehr rar, nie von langer Dauer und können sehr gut verschmerzt werden.

Sound (Engl. MA-Audio) (4 P):
Einen 7.1-Mix hat man dem Schlitzer der Elm Street verpasst… und er macht viel Freude! Direkt zu Beginn zeigt der Sound, dass nicht nur 7.1 draufsteht, sondern auch drin ist. Aus allen Richtungen, mit einer superben Aufsplittung gesegnet,  schafft der Mix ein fantastisch räumliches und atmosphärisches Klangbild. Die Musik ist fein, präzise und sehr sauber, die Effekte müssen sich ebenfalls nicht verstecken, können zwar in Punkto Präzision und Druck mit aktuellen Produktionen nicht mithalten, zeigen diesen aber was „Surroundaktivität“ und „Stereoseparation“ wirklich bedeutet. So weit so gut…
… leider ist die Dialogwiedergabe öfters etwas schwankend, sprich dumpf und in die Ferne gerückt. Auch ist die Aussteuerung der Gesamtlautstärke in so mancher, actionlastigen und musikalisch stark begleiteten Szene leicht zu laut und schießt sozusagen übers Ziel hinaus.

Extras (4 P):
2 Audiokommentare, Trivia Track, PopUp Informationen zum Film, zwei gute Dokumentationen mit einer Lauflänge von mehr als einer Stunde und drei alternative Enden.


4,0 von 5 - Story 
3,5 von 5 - Bild 
4,0 von 5 - Sound
4,0 von 5 - Extras

77% Gesamtwertung

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: A Nightmare On Elm Street


Flight (Blu Ray)



Story/Film (3,5 P):
Flight erinnert von seinem Pacing und Ablauf auffallend stark an einen echten, klassischen Langstreckenflug. Kurzweiliger, Adrenalingeladener Start, routinierter Flug dank solidem Unterhaltungsprogramm und eine zu erwartende, gekonnte Landung.

Robert Zemeckis (Back To The Future, Contact, Forrest Gump, Cast Away, u.a.) liefert mit Flight sein neuestes Werk ab, kommt aber an seine ganz großen Erfolge leider nicht heran.
Es ist der Mittelteil, der etwas hängt. Das dort gezeigte zwischenmenschliche Drama zweier „kaputter“ Seelen, die sich gegenseitig versuchen zu helfen, der Kampf gegen die Alkoholsucht, die ständigen Rückfälle und Familienprobleme sind leider viel zu routiniert und zeugen nicht gerade von Einfallsreichtum, den man von Zemeckis sonst gewohnt ist. Schade, denn schauspielerisch zeigt sich Denzel Washington von seiner starken Seite - genrell kann der gesamte Cast überzeugen.

Die erste und letzte Halbestunde ist allerdings sehr gut gelungen. Besonders die halsbrecherische Bruchlandung ist fantastisch umgesetzt und zeigt Zemeckis von seiner besten Seite, wie man es gewohnt ist. Die moralische Zwickmühle, inwiefern der Alkoholkranke Held letzendlich rechtlich belangt werden kann und sollte, wenn er doch allein verantwortlich für so viele gerette Menschenleben ist, bereichert den Film um einiges und sorgt im etwas trägen Mittelteil hin und wieder für leichte Spannung und gute Dramaszenen.
Das Ende selbst ist gelungen, war aber offensichtlich und wurde im Trailer bereits verraten (wenn mich nicht alles täuscht). 
Für den ein oder anderen mögen die letzten Minuten etwas melodramatisch und störend sein. Mir hat die glaubwürdige Auflösung der moralischen Zwickmühle und deren Begründung allerdings gut gefallen. Ich will nicht spoilern, daher lasse ich das „Wieso es mir gefallen hat“ mal außen vor. Lediglich die allerletzte Szene war doch etwas zu viel des „Guten“ – diese hätte wohl kaum jemand vemisst, wenn sie auf dem Boden des Schneideraums gelandet wäre.

Bild (4,5 ):
Aufgerundete 4,5 Punkte.
Das einzige was ich zu bemängeln habe, ist dass das Bild bis auf in hellen Tageslichtszenen insgesamt etwas zu dunkel wirkt. Nichts gegen einen dunklen Tonus, aber dann muss auch der Schwarzwert super sein und die Durchzeichnung des Bildes nicht verhindern. Aber leider passiert dies gerade in schummrigen und dunklen Einstellungen und viele große Flächen verschwinden gänzlich. Ein Verlust von Feindetails tritt zwar nur ganz leicht auf und das Bild wirkt nur minimal weicher, aber dennoch sind diese öfters auftretenden Momente nicht schön mitanzusehen.
Der Rest passt. Die Farben sind kräftig, wirken meist natürlich, der Kontrast ist in hellen Einstellungen gelungen, der Schärfegrad meistens sehr gut, aber so gut wie nie referenzwürdig, manchmal auch nur gut und die Blu Ray von Flight kann bildtechnisch überzeugen, aber nicht wirklich begeistern.

Sound (Engl. MA-Audio) (4 P):
Aufgerundete 4 Punkte.
Etwas enttäuscht bin ich ja doch, wenn ich ehrlich bin.
Der 5.1-Mix ist nur fast gut, dafür aber fein und präzise, erzeugt hin und wieder ein tolles Klangfeld, ist im Gesamten aber überraschend frontlastig und die fantastisch inszenierte Absturzsequenz fällt akustisch überraschend verhalten aus. Hier habe ich ein Surround- und Effektgewitter vom Feinsten erwartet, bekam aber nur Standardkost ohne jegliche Brachialität geboten.
Die Dialogwiedergabe ist gut, hätte aber hier und da auch etwas kräftiger sein können. Neben einer guten Balance und schönen Wiedergabe der Filmmusik, muss aber noch die auffallend leise Grundlautstärke erwähnt werden, die zwar nicht wirklich negativ gewertet wird (man kann ja weiter aufdrehen), aber irgendwie für eine brandaktuelle Produktion „komisch“ erscheint.

Extras (2 P):
Vier Videofeatures, die es insgesamt auf ca. 40 Minuten Lauflänge bringen – etwas ernüchternd.



3,5 von 5 - Story 
4,5 von 5 - Bild 
4,0 von 5 - Sound
2,0 von 5 - Extras

73% Gesamtwertung

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Flight - Verleihversion