Donnerstag, 4. April 2013

The Island – US-Import (Blu Ray)


The Island – US-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!!

Story/Film (3 P):
Dass Michael Bay nicht gerade dafür bekannt ist intelligente Filme zu machen, sollte niemanden schockieren. Auch dass der gute Herr bei seinen Action- und Zerstörungsorgien mal gerne übers Ziel hinausschießt und den Zuschauer mit sich ständig wiederholenden Sequenzen ermüdet, ist spätestens seit Transformers 2 kein Geheimnis. Dass der Regisseur, der alles „pornorisiert“ aber auch anders kann, beweist er mit The Island.
Okay… nach einem Hochglanz-Action-Porno sieht der Film zwar immer noch aus, aber es steckt dieses Mal tatsächlich etwas drin; äh… dahinter. Den konnte ich mir nicht entgehen lassen…
Leider funktioniert der Film nur auf emotionaler Ebene, rein nüchtern und logisch betrachtet ist der Streifen so dämlich, dass es kaum auszuhalten ist. Die Idee, die The Island zu Grunde liegt ist sehr interessant und bietet viele intelligente Ansätze, die zum Teil zum Nachdenken anregen. Das daraus resultierende, zwischenmenschliche Drama ist ebenfalls super, aber leider kratzt der Streifen in diesen Belangen nur an der Oberfläche, als wirklich darin abzutauchen. In Kombination mit der hervorragend gefilmten Action, die aber Michael Bay typisch auch gerne mal vollkommen übertrieben und unglaubwürdig ist, präsentiert sich The Island als stylischer, actiongeladener und emotionaler Sci-Fi-Actioner.
Was so unglaublich dämlich ist wollt ihr wissen?! Okay. SPOILER ! Man denke mal über das Unternehmen nach, dass die Klone züchtet. Hier lassen sich so viele Ungereimtheiten finden, wie Schokoeier im Vorgarten eines Meerfamilienhauses zu Ostern. Das Unternehmen züchtet Klone zwecks Ersatzteillager für ihre „menschlichen“ Pendants.
So weit, so gut.
Nun müssen die Klone aber geheimgehalten werden, da niemand erfahren darf, dass es keine vegetativen Organssäcke, sondern echte Menschen sind.
So weit, so noch okay… vielleicht.
Nun betreibt man die grandiose Geschäftsidee im großen Stil. Man hat Sicherheitsleute, Aufpasser, einfache Handwerker, Programmierer, Ärzte, Küchenhilfen, und und und… und alle sollen für diese Firma tätig sein.
So weit, so unglaublich blöde.
Alle Klone sind Doppelgänger stinkreicher und bekannter Leute. Somit weiss jeder, der Kontakt mit den Klonen hat, dass diese eben auf garkeinen Fall die richtigen „Menschen“ sind und nur als Organsspendeersatzteillager fungieren. Da dies allerdings illegal ist, wie es im Film erwähnt wird, soll ich nun glauben, dass sich alle Beschäftigen, angefangen bei der Essensausgabe-Tante, der potentiellen Beihilfe zum Massenmord schuldig machen? Hier hat die HR-Abteilung aber ganze Arbeit geleistet, die richtigen Typen zu rekrutieren…
Und wieso müssen die Klone überhaupt am leben sein? Der Film sagt, dass ohne echte Lebenserfahrung die Organe versagen würden. Hmm… ich glaube kaum. Wie können denn all die Komapatienten, die jahrelang kein echtes Leben erfahren überleben?
Wie gesagt, hier lassen sich unglaublich viele Ungereimtheiten finden. SPOILER ENDE.

All dies schmälert den Spaß meiner Meinung nach gewaltig, der Film verschenkt sehr viel gutes Potential und degradiert sich unnötiger Weise selbst.
Was unterm Strich bleibt, ist ein hyperstilisierter Sci-Fi-Actionfilm mit namhaften Größen, guten Ideen, heillos übertriebener Action und soliden bis guten Schauspielern, der durchaus zu unterhalten weiss, über den man aber besser keine Sekunde nachdenkt.

Bild (4,5 P):
Überhöhter Kontrast, überzeichnete und kräftige Farben, ein knackiger Schwarzwert und eine meistens sehr gute Schärfe und Detailzeichnung sind die Hauptmerkmale dieses Bildes, welche sich sich auf der Blu Ray sehr stark präsentieren.
Leider fällt die Tiefenwirkung nicht ganz so überzeugend aus, wie man es sich wünschen würde. Der überhöhte Kontrast führt allem Anschein nach dazu, dass es öfters zu einem stärkeren Hintergrundrauschen kommt, welches das Bild der Plastizität beraubt. In Nahaufnahmen und vielen Halbdistanzshots, in denen wenige große Flächen vorkommen ist die Tiefenwirkung jedoch fantastisch. In einer handvoll Einstellungen wurde ein extremer Weichzeichner für das Gesicht von Scarlett Johansson verwendet. Grund hierfür: Keine Ahnung. Tippe auf unschöne Pickel.
Ein paar wenige Einstellungen sind leider aus dem Fokus geraten und weisen aufgrund der Beleuchtung minimale Doppelkonturen auf.

Sound (Engl. MA-Audio) (4,5 P):
Der Sound ist der Grund, wieso ich mir den US-Import gekauft habe. Die amerikanische Scheibe scheint die einzige Blu Ray weltweit zu sein, die einen HD-Ton spendiert bekommen hat. Alle europäischen Veröffentlichungen wurden mit einem erbämlichen Dolby Digital abgespeist.

Der Soundmix ist eine wahre Freude. HD-Gewitter, wie man es sich wünscht.
The Island hat einen ausgewogenen, präzisen und effektlastigen Surroundsound. Die Balance ist sehr gut, die Dialogwiedergabe stets kräftig und verständlich, die Filmmusik entfaltet sich gekonnt und füllt den Raum und die zahlreichen Umgebungsgeräusche sorgen für eine glaubwürdige Räumlichkeit. Auch die Actionsequenzen können begeistern und vieles fliegt nur knapp am Kopf des Zuschauers vorbei und auch der Bass darf zulangen. Dieser hätte zwar etwas kräftiger austeilen dürfen, dafür schlägt er aber präzise zu.

Extras (2 P):
Ein Audiokommentar und drei Videofeatures, die zusammen auf ca. 40 Minuten kommen und als Making Of verstanden werden können.


3,0 von 5 - Story 
4,5 von 5 - Bild 
4,5 von 5 - Sound
2,0 von 5 - Extras
73% Gesamtwertung

Player:
Pioneer

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: The Island – US-Import (Blu Ray)

Mittwoch, 3. April 2013

The Walking Dead – Season 1 – US-Import (Blu Ray)



The Walking Dead – Season 1 – US-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!!

Nachdem nun bekannt gegeben wurde, dass in Kürze (Ende Mai 2013) die erste Staffel auch in Deutschland ungeschnitten erscheinen wird, ich vor wenigen Wochen erst einen teuren codefree Blu Ray Player und den US-Import dieser sehr guten Serie bestellt habe, möchte ich diese Gelegenheit nutzen und verbal meinen ausgestreckten Mittelfinger gen Entertainment One erheben!

Das nächste Mal bitte direkt so, dann bekommt auch die deutsche Wirtschaft etwas davon ab.

Der US-Import ist in allen Belangen 100% uncut!

Story/Film (5 P):
In meinen Augem ist die erste Staffel den darauffolgenden überlegen.
Warum? Ganz einfach.
Frank Darabont war die komplette Zeit über an Bord und wurde noch nicht abgesägt. Dies schlägt sich in einem fantastischen Pacing nieder, in dem es Knall auf Fall weitergeht, es fast keine Verschnaufpausen gibt und trotz alle dem die Charakterzeichnung und das ausgeprägte Drama nicht zu kurz kommen. „Überleben, Entkommen, Weglaufen“ ist die Devise, entwickelt sich zum Ende der Staffel zu einer sehr stimmungsvollen Odysee mit authentischen Figuren, denen sich der Zuschauer verbunden fühlt, bietet fantatstisches Konfliktpotential, coole Cameo-Auftritte und einem Cliffhanger, der „übler“ kaum sein könnte – zum Glück ist die zweite Staffel ja bereits veröffentlicht.
Staffel 2 & 3 sind jedoch etwas schwächer. Zwar wurde die Gewalt- und Effektschraube nochmals nach oben gedreht, jedoch schleichen sich während den neueren Staffeln immer wieder ein paar Hänger ein und manche Episode wirkt völlig überflüssig.
The Walking Dead Season 1 ist ein 5-stündiger, epischer Zombiefilm, wie er besser nicht hätte sein können. Rau, brutal, erbarmungslos, mit starken Effekten und einem sehr guten, beklemmenden Setting, fantastischer Atmosphäre und authentischen Charakteren.

Bild (4 P):
Das Hauptproblem, das die Blu Rays von der ersten Staffel haben, ist das zum Teil stärker auftretende, unruhige Rauschen, dass sich hin und wieder auch in den Vordergrund drängt und viele Feindetails auffrisst. Es gibt in jeder Episode ein paar kurze Einstellungen oder Szenen, in denen das Krisseln etwas Überhand nimmt, im Gesamten jedoch sind diese Momente sehr selten, nie von langer Dauer und der gute bis sehr gute Schärfegrad reissen einiges wieder raus. Besonders in Nahaufnahmen und extremen Close-Ups zeigt sich die Brillanz des Bildes und die Feindetailszeichnung fördert jede Hautpore ans Licht. Ein guter Schwarzwert sorgt in Verbindung mit einer gelungenen Schärfe für solide bis schöne Tiefenwirkung und den entsprechenden Kontrast, in Momenten, in denen sich das Rauschen bedeckt hält. Dunkle Sequenzen verlieren zwar hin und wieder etwas an Feindetails oder Schärfe, aber der zum Teil flächendeckende Schwarzwert und der einhergehende Detailverlust fallen weniger stark auf, als man es vermuten würde.
Die Farben sind runtergedreht, wirken trist und kühl, sind aber stabil und das Rot des exzessiv verspritzten Lebenssaftes ist kräftig.

Fazit: Für eine TV-Serie liegt eine gute Qualität mit passendem Look vor.

Sound (Engl. True HD) (4 P):
Wie so viele Fernsehproduktionen hat auch die The Walking Dead Season 1 damit zu kämpfen, in Bezug auf Surroundeffekte und Tiefenbass nicht 100% überzeugen zu können. Der 5.1-Mix ist eher frontlastig, bietet dafür aber eine sehr gute Dialogwiedergabe, schöne Stereoseparationen, eine ausgewogene Balance und schön differenzierte Effekte über die Front. Die zahlreichen Schussgeräusche sind kräftig, präzise und bringen etwas Wumms in Form von Bass mit.
Die rückwärtigen Kanäle sorgen eher für Ambiente durch dezente Umgebungsgeräusche und Wiedergabe der unterschwellig spielenden Filmmusik. Dadurch tritt eine schöne Räumlichkeit auf und es entsteht eine gute Klangkulisse.
Für eine TV-Produktion durch und durch gut.

Extras (3,5 P):
Ein Making Of von ca. 30 Minuten, ein Behind The Scenes Feature zu jeder Episode von jeweils ca. 5 Minuten, Videofeatures zu den Effekten und dem beinlosen Zombie aus Episode 1, diverse On Set Aufnahmen, Trailer und Antworten auf Fanfragen.


5,0 von 5 - Story 
4,0 von 5 - Bild 
4,0 von 5 - Sound
3,5 von 5 - Extras
87% Gesamtwertung

Player:
Pioneer

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: The Walking Dead – Season 1 – US-Import

Dienstag, 2. April 2013

Monster Brawl (Blu Ray)


Story/Film (0,5 P):
0,5 Punkte für die Idee und die Swamp-Thing-Fake-Nature-Dokumentation und das war´s dann auch schon!

Monster Schmarn ist ein erbärmlicher Versuch eine potentiell spaßige Idee gut umzusetzen. Nach kürzester Zeit entsteht der Eindruck, ein paar 10-jährige Wrestling- und MTV-Death-Match Fans hätten versucht mit dem Taschengeld ihrer Eltern einen Film zu machen.
Zwar besitzt der Stinker einige nette Ideen, jedoch ist einfach alles so extrem unspannend und langatmig in Szene gesetzt, dass es weh tut. Monster Brawl dauert nur 90 Minuten – es fühlt sich aber nach 190 Minuten an.
Der Film ist dahingehend konzipiert, dass es eine fiktive Live-Sendung im Wrestling-Format sein soll.  Jeder Charakter bekommt ein Werbefilmchen und den dazugehörigen Einmarsch spendiert. Wie bereits gesagt, die Idee ist gut, aber die Umsetzung ist katastrophal. Zunächst einmal liegt das Bild im Cinemascope-Format vor, versucht durch den höherwertigen Bildausschnitt von seinem billigen Look abzulenken, verfehlt aber somit das TV-Konzept, das der Film darstellen möchte. Somit wirkt der ganze Streifen in sich, auf beeindruckende Art und Weise einfach falsch.
Hinzu kommen unglaublich schlechte Schauspieler, deren Overacting Fremdscham aufkommen lässt, Maskenarbeit und Effekte auf besserem Grundschulniveau, Dialoge die grundsätzlich alle geschrien werden müssen, damit so etwas wie Wrestlingatmosphäre aufkommt, eine vollkommen leere „Arena“ die im Umkehrschluss jegliche Wrestlingatmosphäre aber zu Nichte macht und frei erfundene Figuren, wie z.B. „Witch-Bitch“ (Wow! Es reimt sich – toll!), die dämlicher und unspaßiger kaum sein könnten.

Wenn nun wenigstens die Fights etwas taugen würden und knackig in Szene gesetzt wären… dann hätte Monster Brawl zwar immer noch signifikante Mängel, könnte aber zwischendurch hin und wieder kurzweilig unterhalten. Aber nein!!! Wenn Scheisse, dann richtig Scheisse – ohne Verschnaufspause. Die Kämpfe sind dilettantisch in jeder Hinsicht. Die Moves sind altbacken, die Schnitte lahm, die Effekte unblutig, die Choreographie so ermüdend, wie ein Kaffekränzchen sonntags bei Oma vor 20 Jahren und deren Ausgang so vorhersehbar, wie jeder Pornofilm.

Ich weiss, dass der Film viele kleine Tribute zu bieten hat und auch, dass er mit vielen Clichés spielt um satirisch zu erscheinen und eine Persiflage aufs Wrestling darstellen möchte. Aber leider zündet so gut wie garnichts! Als Zuschauer denkt man sich nur „Ah. Das sollte ein jetzt ein Witz gewesen sein.“, allerdings schleicht sich kein Grinsen, geschweige denn ein Lacher aufs Gesicht.

Besonders schlecht sind die Einspielungen von Lance Henriksen´s Stimme. Diese liefert bei „spektakulär“ unspektakulären Kampfeinlagen dominate Wörter, wie z.B. „Flawless Victory“, „Bone-Crushing“ oder so ähnlich. Mortal Kombat lässt grüßen.
Ich musste die ganze Zeit an den armen Lance denken, wie er in einem Studio vorm Mikro steht, ein weißes Blatt Papier mit den dämlichsten Wörtern und Sätzen in der Hand hält, die man sich nur vorstellen kann und diese möglichst tief und männlich hinrotzt. Was muss der Mann in diesen Momenten bloß gedacht haben…?!?!?

Fazit: „Bäh!“

Bild (3 P):
Für sein Budget bieten der Film und die Blu Ray ein gutes Bild (4 Punkte). Ich mag diesen billigen, mit schlechten Farbfiltern korrigierten TV-Look im Breitbildformat garnicht und kann daher nicht mehr als nur drei Punkte vergeben.
Wie dem auch sei… Der Schärfegrad ist gut bis sehr gut, die Feindetails stimmen ebenfalls und die Farben sind okay, aber billig nachbearbeitet. Der Schwarzwert ist gut, sorgt in dunklen Szenen aber hin und wieder für einen ganz leichten Detailverlust und das Bild wirkt in diesen Momenten etwas weicher. Tiefenwirkung tritt recht häufig auf, besonders Nahaufnahmen und Einstellungen bei Tageslicht sind hier zu nennen, aber auch Nachtaufnahmen/Einstellungen bei Dunkelheit erscheinen öfters plastisch.

Fazit: „Na ja…“

Sound (Engl. MA-Audio) (2,5 P):
Genauso spektakulär, wie die Fights präsentiert sich der Sound – nämlich garnicht. Okay… die Dialogwiedergabe ist kräftig und gut verständlich. Der Rest ist, wie der Rest des gesamten Films, einfach nur unspektakulär und einschläfernd. Die Surroundeffekte bestehen aus innovativen „Wusch“-Geräuschen während den Kämpfen und der Stimme von Lance Henriksen. Der Soundtrack präsentiert sich kräftig und solide ausbalanciert, Überzeugungsarbeit leistet dieser aber auch nicht.

Fazit: „Gähn!“

Extras (2,5 P):
Trailer, Making Of von ca. 23 Minuten in HD, Audiokommentar und Outtakes.

Fazit: “Pfff…!”


0,5 von 5 - Story 
3,0 von 5 - Bild 
2,5 von 5 - Sound
2,5 von 5 - Extras

37% Gesamtwertung

Player:
Sony PlayStation 3

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Monster Brawl

Montag, 1. April 2013

Humanoids From The Deep – US-Import (Blu Ray)


Humanoids From The Deep – US-Import ohne dt. Ton (Blu Ray)

Region A Blu Ray - läuft nicht auf deutschen BD-Playern !!!

Story/Film (3 P):
 „Scientific experiments backfire and produce horrific mutations: halfman, halffish which terrorize a small fishing village by killing the men and raping the women.” (Das ist die offizielle Storyline von imdb.com)
Da habe ich direkt mit den Ohren geschlackert; im Grunde hatte der Film mich schon nach „Scientific experiments backfire“ auf seiner Seite. Der Rest ist nur noch Kür, das Tüpfelchen auf dem „i“, die Schlagsahne zum Apfelstrudel,…
Der Vorspann läuft… Schnitt: Mark Goldblatt (nicht schlecht!)… Musik: James Horner (wtf???)… Darsteller: Doug McClure (Troy McClure *grins*),…
Innerhalb kürzester Zeit hatte sich ein breites Grinsen auf mein Gesicht gezaubert - es sollte lange anhalten.

80 Minuten später war der Spaß vorbei und ich muss sagen, Humanoids From The Deep (Das Grauen Aus Der Tiefe – dt. Titel) war ein äußerst unterhaltsamer Streifen; zwar weit davon entfernt wirklich gut zu sein, aber um Längen besser, als man es erwarten würde.
Die Kostüme sind etwas peinlich, aber für ein Exploitation-Sexploitation-Monster-B-Movie von 1980 garnicht mal so übel – immer noch besser, als 90% aller Sci-Fi-Channel-Gurken heutzutage. Das Make-Up in Bezug auf die Verletzungen war grandios – von Rob Bottin (u.a. Total Recall & The Thing)! Wirklich, kein Scheiss! Hier werden Köpfe abgerissen, Gesichter zerfetzt, Kehlen aufgekratzt, ein paar Gliedmaßen liegen rum, Monster werden blutig abgeknallt – die komplette Palette ist dabei und das Blut spritzt literweise. Hinzu gesellen sich ein paar blanke Brüste und Explosionen, eine Massenpanik, ein schönes Setting, viel Charme der 80er, sowie solide aber etwas hölzerne Schauspielkunst, eine clichébeladene Story in der Kontinuität nicht sonderlich groß geschrieben wird, Musik von James Horner, die eigentlich nicht viel kann, aber trotzdem passt und ein Ende, dass so genial übertrieben und bescheuert ist, dass es Kultcharakter besitzt.

Wer auf Monster-Trash mit nackter Haut und viel Blut steht, sollte sich diesen Klassiker nicht entgehen lassen!

Bild (3,5 P):
Für einen über dreißigjährigen Film dieser Machart, müsste man fast von einem guten Bild sprechen. Obwohl sich immer wieder ein paar deutliche Schmutzpartikel einschleichen und der Fokus öfters Objekte im Vorder- oder Hintergrund anvisiert, als die Schauspieler, besitzt das Bild eine solide bis gute Schärfe und eine gelungene Detailzeichnung. Besonders schön fallen die starken, aber natürlichen Farben auf, die zusammen mit einem guten Schwarzwert für einen durchaus schönen Kontrast sorgen. Es herrscht die gesamte Zeit über ein Filmkorn, das bei Close-Ups fast völlig verschwindet, bei Einstellungen aus der Halbdistanz schön im Hintergrund bleibt und nur während ein paar Aufnahmen aus voller Distanz störend sein kann.
Selbst die vielen Nachtaufnahmen können überzeugen, halten den Schärfegrad und es kommt nur zu einem leichten, keinem flächendeckenden Detailverlust.

Mir persönlich hat das Bild wirklich gut gefallen, da es perfekt zum Film passt, den Charme der 80er besitzt, der Schärfegrad ansprechend ist, nicht künstlich bearbeitet wurde und deutlich über DVD-Niveau liegt.

Sound (Engl. LPCM) (1,5 P):
Der Sound liegt hier in Stereo vor. Dies ist nicht der Grund wieso er eine klar unterdurchschnittliche Bewertung bekommen hat.
Die Balance ist einfach katastrophal. Die Musik ist öfters extrem schrill und tut in den Ohren weh, genauso ergeht es dem Zuhörer, wenn geschrien wird. Sekunden später wirken die eben noch verständlichen Dialoge auffallend dumpf und vernuschelt – zum Teil in die Ferne gerückt. Eine Stereoseparation ist mir nicht wirklich aufgefallen, der Mix ist extrem centerlastig und drucklos.

Auch wenn der Sound wirklich mies ist und keine wirklich guten Momente hat, erfüllt er seinen Zweck und passt zum Film. Jedoch sollte die Fernbedienung stets in Griffweite sein, damit nachreguliert werden kann.

Extras (3,5 P):
Überraschend viele Extras haben sich auf diese Blu Ray geschlichen. Zunächst fällt das Booklet auf, dass einen kurzen Einblick in die Entstehung des Films gibt, daraufhin bemerkt man, dass zwei Coverartworks zur Verfügung stehen (einmal das „Monster“-Artwork, einmal das „Humanoids …“-Artwork). Hinzu kommt ein ca. 22-minütiges Making Of in HD, ein paar sehr gute, geschnittene Szenen (auch in HD), ein kurzes Interview mit Roger Corman, Trailer & TV Spots.

Von der Menge der Specialfeatures her handelt es sich eher um guten Durchschnitt, bei einem solchen Film rechnet man jedoch mit keinerlei Extras, so dass die o.g. Specials einen durchaus guten Eindruck hinterlassen.


3,0 von 5 - Story 
3,0 von 5 - Bild 
1,5 von 5 - Sound
3,5 von 5 - Extras
58% Gesamtwertung

Player:
Pioneer

Darstellung:
Mitsubishi HC-4000

Blu Ray: Humanoids From The Deep – US-Import